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Broilerwagen-Dieb muss ins Gefängnis

Der polnische Serien-Täter hat noch viel mehr auf dem Kerbholz als den Klau des Kiesdorfer Gefährts - und raffte beträchtliche Werte zusammen.

Anhand dieses Überwachungs-Fotos einer Kamerasäule an der Grenze wurde der Serientäter identifiziert.
Anhand dieses Überwachungs-Fotos einer Kamerasäule an der Grenze wurde der Serientäter identifiziert. © Polizei

Sein letzter Coup brachte einen 42-jährigen polnischen Serien-Einbrecher nun für lange Zeit hinter Gitter. Der Fall hatte im Februar 2020 für Aufsehen gesorgt, weil der Mann in Kiesdorf vom Betriebsgelände einer Firma einen auffälligen Broiler-Verkaufswagen gestohlen hatte. Die Soko Argus fasste ihn nur kurz später. Und die Ermittlungen ergaben: Hier war den Fahndern ein wirklich fetter Vogel ins Netz gegangen.

Am 5. März verurteilte die Große Strafkammer am Landgericht Görlitz den Mann wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls und weiterer Delikte nun zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Er hatte bereits seit Anfang März 2020 in Untersuchungshaft gesessen.

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Einen solchen Broiler-Bratwagen hatte der Serientäter im Februar 2020 bei Hagenwerder gestohlen.
Einen solchen Broiler-Bratwagen hatte der Serientäter im Februar 2020 bei Hagenwerder gestohlen. ©  Archiv: Matthias Weber

Identifizierung dank Grenz-Kameras

Bei dem Verurteilten handelte es sich um den Grillhähnchenwagendieb vom Februar letzten Jahres, wie die Polizei nun mitteilt. Der Mann war nach seiner Ergreifung in Polen kurz später an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Die Ermittler der Soko Argus wiesen nach, dass der Gauner auch einer der Täter einer Einbruchserie beim Anlagenbauer KSC in Hagenwerder war. Die Kamerasäulen am Grenzübergang hatten ihn nach einer Tat am 26. Januar 2020 bei der Ausreise nach Polen fotografiert. Dabei war im Fahrzeug das Diebesgut, ein Schweißgerät im Wert von etwa 15.000 Euro, ersichtlich.

Durch intensive Ermittlungen wiesen die Kriminalisten der Sonderkommission Argus dem Polen insgesamt zehn Fälle von Einbrüchen sowie vier versuchte Diebstähle im Landkreis Görlitz nach. So am 27. Dezember 2018 in der Lackiererei bei Bombardier Görlitz (Schaden 24.000 Euro), im Juli 2019 in einer Maschinenbaufirma in Görlitz (Schaden 24.400 Euro), im August 2019 in einer Firma in Vierkirchen (Schaden 1.380 Euro) und bei einer Baufirma an der Blauen Lagune am Berzdorfer See (Schaden 6.700 Euro plus 5.000 Euro Sachschaden), im November 2019 in einer Obercunnersdorfer Firma (Schaden 5.000 Euro), im Dezember 2019 noch einmal bei Bombardier (Schaden 400 Euro plus Sachschaden 5.500 Euro), im Januar 2020 bei einer Hirschfelder Firma (Schaden 7.000 Euro) und eben bei KSC Hagenwerder (Schaden 40.600 Euro plus 2.500 Euro Sachschaden).

Darüber hinaus musste sich der Angeklagte wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens in Tateinheit mit Straßenverkehrsgefährdung, dem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Urkundenfälschung, dem Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und dem Fahren ohne Fahrerlaubnis verantworten. Diese Straftaten beging der Beschuldigte, als er Mitte Januar 2020 mit einem Auto vor einer Polizeikontrolle in Hirschfelde davonraste. Damals hatten ihn die Polizisten anschließend in Bogatynia gestellt. Weil aber zu diesem Zeitpunkt seine vielen weiteren Straftaten noch nicht bekannt waren, blieb er auf freiem Fuß.

So fand die Polizei den in einem Gehölz versteckten Broilerwagen wieder.
So fand die Polizei den in einem Gehölz versteckten Broilerwagen wieder. © Polizei

Beute im Wert von 150.000 Euro zusammengerafft

Die Identifizierung war der Soko Argus in Zusammenarbeit mit den polnischen Polizisten der Grupa Nysa schließlich dank der hochauflösenden Bilder der Kamerasäulen gelungen. Der Serientäter entwendete bei seinen Einbrüchen in Firmen im grenznahen Raum eine Vielzahl von Maschinen und Werkzeugen. Unter dem Diebesgut waren unter anderem Schweißgeräte, Bohrmaschinen, Fräsen, Kompressoren, Rüttelplatten, diverse Elektrogeräte aber auch zwei Kraftfahrzeuge und mehrere Kompletträdersätze. Der Wert des Diebesguts belief sich insgesamt auf circa 150.000 Euro. Die bei den Taten entstandenen Sachschäden wurden auf über 23.000 Euro beziffert.

In der Hauptverhandlung legte der Angeklagte teilweise ein Geständnis ab. Gewerbsmäßiger Einbruchsdiebstahl ist ein Vergehen, das mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und zehn Jahren bedroht ist. Der Vorsitzende des Gerichts begründete im Ergebnis der Hauptverhandlung die Verhängung der fünfjährigen Haftstrafe gegen den Serieneinbrecher.

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