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Was Zittaus Skatepark so besonders macht

Dank Spenden der Stadt, einem Sportverein und Jugendlichen ist die Anlage schöner als zuvor. Gleich nebenan gibt's nun etwas für Mountainbiker.

Der Skatepark in Zittau-Ost ist saniert und Jugendliche wie Robin Heine sind hier endlich wieder in ihrem Element.
Der Skatepark in Zittau-Ost ist saniert und Jugendliche wie Robin Heine sind hier endlich wieder in ihrem Element. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Wenn Robin Heine sich mit seinem BMX-Rad in der Luft dreht, ist er in seinem Element. Seit drei Jahren sucht der 18-Jährige auf dem Skatepark in Zittau-Ost die Herausforderung auf den einzelnen Hindernis-Strecken. Er fliegt über Bodenwellen, springt mit dem Rad zur Wende quer an die Hochwand, um gleich wieder bergab Schwung in die entgegengesetzte Richtung zu holen. "Die Skateanlage hier ist einwandfrei", sagt der Zittauer. Und mit ihm denken viele andere Jugendliche und Kinder so.

Bis zu 40 Leute treffen sich meist am Wochenende. Sie haben sich den Namen "Stunt Area 51" gegeben und sogar ein eigenes T-Shirt. Was sie darauf haben, zeigen Video-Clips auf YouTube unter ihrem Namen und unter Skatepark Zittau. Ein Verein sind die Mädchen und Jungen und Erwachsenen zwischen acht und 40 Jahren nicht, wollen es auch nicht sein.

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Robin Heine beim Wenden mit einem Sprung an die Wand auf dem Skatepark in Zittau-Ost.
Robin Heine beim Wenden mit einem Sprung an die Wand auf dem Skatepark in Zittau-Ost. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Ein Blick auf einen Teil des wieder flottgemachten Skateparks in Zittau-Ost.
Ein Blick auf einen Teil des wieder flottgemachten Skateparks in Zittau-Ost. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Der Skatepark bietet die verschiedensten Elemente für Sprünge und Drehungen mit BMX-Rädern, Inline-Skatern und Rollerfahrern.
Der Skatepark bietet die verschiedensten Elemente für Sprünge und Drehungen mit BMX-Rädern, Inline-Skatern und Rollerfahrern. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Ein Blick in einen anderen Bereich des Skateparks.
Ein Blick in einen anderen Bereich des Skateparks. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Gewollt ist diese schöne Gestaltung der Seiten- und Rückwände der Elemente im Skatepark. Jugendliche Graffiti-Sprayer hatten hier freie Hand für ihre Kunstwerke.
Gewollt ist diese schöne Gestaltung der Seiten- und Rückwände der Elemente im Skatepark. Jugendliche Graffiti-Sprayer hatten hier freie Hand für ihre Kunstwerke. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Skatepark ist Anziehungspunkt für Leute aus nah und fern. Sie kommen aus der Stadt, aus den Dörfern der Umgebung, aus Seifhennersdorf, Görlitz, aus Polen und Tschechien. Sie fahren hier nicht nur mit BMX-Rädern. Auch Inline-Skater, Rollerfahrer wie Stunt Scooter nutzen die Anlage. Und das nicht schlecht. "Das ist sogar ein Problem. Mancher Anfänger traut sich deshalb nicht hierher. Aber wir haben alle mal angefangen", sagt Robin Heine. Viele bringen ihre jüngeren Geschwister oder Freunde mit und geben ihnen Tipps. Die meisten würden das auch mit Fremden tun, schildert er. "Und Stürzen gehört dazu", sagt er. Fuß- und Handgelenk-Brüche haben ihn nicht abgehalten, weiterzumachen.

2011 wurde der Skatepark eröffnet. Die langjährige Nutzung sah man ihm an. Jetzt ist er generalüberholt. 13.000 Euro sind dafür notwendig gewesen. Um das Geld aufzutreiben, haben die Jugendlichen zusammen mit der Mobilen Jugendarbeit des Berufsbildungszentrum Bautzen (BBZ) und der Stadt Zittau zu Spenden aufgerufen.

Mit einer Drittel-Lösung ist das Projekt schließlich finanziert worden, berichtet Zittaus Stadtsprecher Kai Grebasch. 4.000 Euro kamen durch Spenden zusammen. Noch einmal so viel steuerte die Stadt Zittau aus eingeplanten Mitteln für die Kinder-, Jugend- und Sportarbeit bei, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht verwendet werden konnten, so Kai Grebasch. 5.000 Euro gab schließlich die HSG Turbine Zittau. Der Sportverein ist bis Juni Träger des Skateparks gewesen und war vertraglich bei einer Übergabe an die Stadt zu bestimmten Leistungen verpflichtet. Seit Juli ist die Anlage in Trägerschaft Zittaus.

Nach den Sanierungsarbeiten sollte es Ende September eine Eröffnungsfeier mit einem Skate-Contest geben. Aber die fiel buchstäblich wegen Regen ins Wasser.

Zu denen, die sich hier auskennen wie kaum ein anderer, gehört auch Rocco Zoschke. Er ist Jugend- und Sozialarbeiter bei der Mobilen Jugendarbeit Zittau des BBZ und engagiert sich seit Jahren für Jugendliche in der Stadt. "Die Skateanlage ist etwas Besonderes. Hier werden Grenzen überschritten. Sie verbindet Deutsche, Polen und Tschechen, Rechte und Linke, Befürworter und Gegner der Corona-Maßnahmen, schon kleine Profis mit Anfängern", sagt er. Der Spaß am Fahren und der Reiz der Sprünge und Drehungen eint sie.

Zum Skatepark gehört jetzt auch ein Dirtpark. Der kann mit Mountainbikes und BMX-Rädern befahren werden. Für Robin Heine sind die verschiedenen Dirtstrecken nichts. Sein BMX-Rad hat keine Bremsen und da schmeißt es ihn schnell aus den Kurven, wie er jetzt schmerzlich erfahren musste.

Jugend- und Sozialarbeiter Rocco Zoschke (links) mit Robin Heine am neuen Dirtpark, der gleich an den Skatepark in Zittau-Ost angrenzt.
Jugend- und Sozialarbeiter Rocco Zoschke (links) mit Robin Heine am neuen Dirtpark, der gleich an den Skatepark in Zittau-Ost angrenzt. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Dirtpark ist ebenfalls mit Spenden errichtet worden. Zwei Tiefbaufirmen haben zudem für die Bauarbeiten ihre Technik und Erdaushub für Hügel und dergleichen zur Verfügung gestellt. Der Dirtpark beginnt und endet an der Skatebahn. Er führt durch einen kleinen Wald, reicht bis zum Viadukt, hat mehrere Schleifen, Sprunghügel und scharfe Kurven. "Wir haben von Mountainbikern bisher nur Lob über die Anlage gehört", sagt Rocco Zoschke.

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