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Storchenpaar will auf Schuldach brüten

Dabei ist der Schornstein in Mittelherwigsdorf noch in Betrieb. Vertrieben werden sollen die Vögel nicht. Es gibt eine Lösung, wenn sie mitspielen.

Das der Schornstein der Grundschule in Mittelherwigsdorf noch betrieben wird, stört das Storchenpaar beim Bau ihres Horstes nicht.
Das der Schornstein der Grundschule in Mittelherwigsdorf noch betrieben wird, stört das Storchenpaar beim Bau ihres Horstes nicht. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ihre Störche sind zurück. Für die Schüler der Grundschule in Mittelherwigsdorf könnte der Blick zu ihrem Schuldach seit einigen Tagen nicht schöner sein. Ihre Störche gehören zu denen, die sich in den letzten Jahren einen neuen Standort für ihren Horst gesucht haben. Und vielleicht klappt es diesmal sogar mit Nachwuchs.

Etwa um die 300 Storchenpaare haben in Sachsen in den vergangenen Jahren gebrütet. 1998 sind es im Freistaat noch 403 Brutpaare gewesen. Aber der Rückgang der Weißstörche sei vorerst gestoppt, meinen Experten vom Naturschutzinstitut in Dresden. Die Population ist zuletzt durch den Zuzug von Tieren aus anderen Regionen gestützt worden. In der Oberlausitz liegt heute ein Schwerpunkt im Vorkommen des Weißstorches in Sachsen. Und vielleicht bleibt des Pärchen auch ihrem neuen Standort in Mittelherwigsdorf treu.

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Vielleicht klappt es jetzt mit Nachwuchs

Denn eigentlich ist der Schornstein der Grundschule Mittelherwigsdorf noch voll in Betrieb. Hier kommen zwar längst keine Rauchwolken von der Kohlefeuerung heraus, aber für die gasbetriebene Blockheizkraftwerks-Anlage wird er dennoch gebraucht. Ein Storchen-Horst auf dem Endrohr der Anlage ist deshalb nicht gerade optimal. Doch das stört das Storchenpaar überhaupt nicht. Es baut sich das Heim einfach drum herum.

Auf dem Dach der Grundschule Mittelherwigsdorf nistet jetzt ein Storchenpaar.
Auf dem Dach der Grundschule Mittelherwigsdorf nistet jetzt ein Storchenpaar. © Holger Gutte
Fleißig wird auf dem Schornstein am Horst gebaut.
Fleißig wird auf dem Schornstein am Horst gebaut. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Immer wieder wird Baumaterial herangebracht.
Immer wieder wird Baumaterial herangebracht. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Schüler und Lehrer der Grundschule sind froh darüber. Immer und immer wieder blicken die Kinder auf ihr Schuldach und beobachten gespannt die Störche. Sie waren voriges Jahr auch schon da, hatten aber keinen Nachwuchs bekommen. "Jetzt sind sie wieder da. Das ist so herrlich für die Kinder", sagt Schulleiterin Katrin Zwahr.

"Wir hoffen jetzt eine Lösung gefunden zu haben", berichtet Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein). Denn ganz so, wie die Störche ihren Horst bauen wollen, geht es nicht. Vom Schuldach vertreiben, will sie aber niemand.

Deshalb hat sich jetzt Gerd Hummitzsch von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes mit der Gemeinde vor Ort ein Bild von dem emsigen Treiben der Störche gemacht. "Wir wollen ein Gestell bauen lassen und das auf dem Schornstein aufsetzen", sagt er. Das Gestell soll etwa einen Meter hoch sein. Darauf könnten die Störche ihren Horst bauen, ohne die Funktion der Heizungsanlage zu stören.

Die Störche müssen nur mitspielen. Vor einigen Jahren hatte sich schon mal in Oderwitz ein Storchenpaar auf einen noch betriebenen Schornstein niedergelassen. Da funktionierte die Lösung mit einem Gestell nur bedingt. Immer wieder hielten sich die Störche darunter auf. "Vielleicht fühlten sich die Vögel wohl bei der warmen Luft oder es half ihnen gegen Parasiten, richtig herausbekommen wird man das wohl nicht mehr", schildert er.

Die Untere Naturschutzbehörde hat für den Bau des Gestells bereits Fördermittel beantragt und holt schon Angebote von Firmen für den Bau ein. Für solche Fälle gibt es ein Notfallprogramm bei dem eine 100-prozentige Förderung fließt, berichtet Gerd Hummitzsch. So würden dem Landkreis keine Kosten entstehen und das Geld sofort zur Verfügung stehen. "Wenn das nicht klappt, gibt es immer noch eine Fördermöglichkeit über ein Naturschutzprogramm. Die Förderquote beträgt hier 90 Prozent. Der größere Nachteil wäre allerdings, die viel längere Bearbeitungszeit. Aber um dem Brutverhalten der Störche zu entsprechen, muss es eigentlich schnell gehen.

"Richtig schön wäre es, wenn man eine Kamera mit installieren könnte", wünscht sich die Schulleiterin. Dann könnten die Kinder live sehen, wie die Jungstörche gefüttert werden und wie sie aufwachsen. Aber das wird wohl an den Kosten scheitern.

In Oderwitz ist ein Storch für die Kita "Knirpsenland" schon mal zu einem Star geworden, vielleicht werden es die Störche für die Mittelherwigsdorfer Schüler auch?

Schnell gehandelt für die Schule

Ganz schnell hat die Gemeinde jetzt auch auf der Ratssitzung für die Schule gehandelt. "Wir haben hier dringend Handlungsbedarf, weil es an der Schule schon Internet- und Telefon-Ausfälle gab", schilderte der Bürgermeister. Einstimmig haben die Gemeinderäte beschlossen, eine Firma mit der Lieferung und Installation von Informationstechnik wie Server und Software im Wert von knapp 20.000 Euro für die Schule zu beauftragen.

Innerhalb des Bundesprogrammes „Digitalpakt Schule“ stehen für die Grundschule etwa 86.350 Euro an Fördermitteln für Computertechnik zur Verfügung. Davon werden noch je ein Klassensatz Tablets und Laptops gekauft, ein PC-Kabinett eingerichtet und ein WLAN-Netz für alle Klassenzimmer installiert.

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