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Vandalismus - der alltägliche Ärger an Bahnhöfen

Die Fälle mehren sich in jüngster Zeit in der Region Löbau/Zittau. Die Bundespolizei ist meist machtlos.

Solche Bilder mutwilliger Zerstörungen in und an Bahnhöfen - wie hier im Bahnhof Zittau - nimmt die Bundespolizei immer wieder auf.
Solche Bilder mutwilliger Zerstörungen in und an Bahnhöfen - wie hier im Bahnhof Zittau - nimmt die Bundespolizei immer wieder auf. © Archivfoto: Bundespolizei Ebersbach

Eingeschlagene oder zerkratzte Scheiben, zerstörte Hinweisschilder, besprühte Wände - solche Akte des Vandalismus gehören für die Bundespolizei-Inspektion Ebersbach an den Bahnhöfen der Region zum traurigen Alltag. Auf dem Schaden bleibt in aller Regel die Bahn oder andere Betroffene sitzen. Und in jüngster Zeit scheint sich der Vandalismus an Bahnhöfen zu häufen.

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Ein Betroffener ist etwa der Unternehmer Wolfram Zylla, dem der Löbauer Bahnhof gehört. Sein Gebäude aber auch Einrichtungen an den Bahnsteigen werden seit Jahren immer wieder mutwillig beschädigt oder zerstört. Er hat es aufgegeben, immer eine Anzeige zu erstatten, weil die Fahndung nach den Tätern meist ins Leere führt. In einem der jüngeren Fälle gab es gleich an drei Bahnhöfen - in Löbau, Zittau und Ebersbach - Vandalismus. Glück hatte die Bundespolizei etwa im Januar in Zittau. Dort konnte sie einen 15-Jährigen dingfest machen, der im Bahnhof randalierte.

Was die Bundespolizei unternimmt

Die Bundespolizei bestätigt den Eindruck erhöhter Vandalismus-Zahlen in den letzten Wochen und Monaten. "Richtig ist, dass es in jüngster Zeit vermehrt zu Sachbeschädigungen in unserem Zuständigkeitsbereich gekommen ist", teilt Pressesprecher Ronny Probst von der Inspektion in Ebersbach auf SZ-Anfrage mit. In absoluten Zahlen sei allerdings keine Häufung gegenüber den Jahren 2019 und 2020 zu erkennen - eine aktuelle Statistik aus dem Jahr 2021 liegt der Bundespolizei noch nicht vor. Demnach habe es im Jahr 2019 im Bereich der Bundespolizei Ebersbach 149 Sachbeschädigungen auf Bahnhöfen und Haltepunkten gegeben.

Die Schadenshöhen würden von den geschädigten Privateigentümern und der Bahn nur selten übermittelt. "Man kann aber zum Beispiel sagen, dass die Entfernung von einem Quadratmeter Graffiti im Schnitt mit 100 Euro zu Buche schlägt", erklärt Probst. Zur Aufklärungsrate könne man keine Angaben machen, da es sich bei den meisten Sachbeschädigungen um unbekannte Täter handelt, welche nur schwer namhaft gemacht werden könnten. "Um dem Phänomen konsequent entgegenzuwirken, intensiviert die Bundespolizei die Bestreifung besonders betroffener Bahnhöfe und Haltepunkte", so Probst. Außerdem suche die Bundespolizei das Gespräch mit Anwohnern und Reisenden und führe Zeugenaufrufe durch.

Diese Schäden an Schaukästen hinterließen unbekannte Täter in Löbau.
Diese Schäden an Schaukästen hinterließen unbekannte Täter in Löbau. © Archivfoto: Bundespolizei Ebersbach

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