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Was der neue Wirt auf dem Oybin vorhat

Seit Oktober ist der traditionsreiche Berggasthof zu. In den nächsten Jahren wird das Haus komplett saniert. Hungern und Dursten muss oben trotzdem keiner.

Der Oybiner Unternehmer Danielo Müller wird ab dem Frühjahr die Besucher auf dem Oybin bewirten - auf ganz besondere Art.
Der Oybiner Unternehmer Danielo Müller wird ab dem Frühjahr die Besucher auf dem Oybin bewirten - auf ganz besondere Art. © Matthias Weber

Danielo Müller balanciert am Rande eines kleinen Felsplateaus hoch oben auf dem Oybin. "Was für ein großartiger Ausblick", schwärmt der 47-Jährige. "Und was für ein Arbeitsplatz!"

Arbeitsplatz? Danielo Müller schmunzelt. Dann breitet er seine Arme aus und beginnt die kleine Fläche auf dem Felsen abzuschreiten: Hier werden die Tische und Bänke stehen, zeigt er, hier die Blockhütte, in die Ecke da kommt die Küche. "Passt alles hin." Zugegeben, die Idee klingt ziemlich verrückt. Aber Danielo Müller hat sie auch ziemlich überzeugend zu Papier gebracht.

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So überzeugend, dass der Oybiner Gemeinderat dem früheren Profi-Skisportler, gelernten Hotelkaufmann und Gastro-Unternehmer aus dem Ortsteil Hain den Zuschlag für eine künftige Bewirtung auf dem Berg Oybin erteilt hat. Gesucht waren eine spritzige Idee und ein schlüssiges Konzept, wie die Besucher auf dem Berg Oybin in den kommenden Jahren auch ohne Berggasthof bewirtet werden könnten.

Die stark sanierungsbedürftige Bergbaude ist seit Oktober geschlossen. Hans-Jürgen Brüx, der langjährige Wirt auf dem Oybin, hat sein Engagement auf dem Berg beendet. Sein Mietvertrag läuft zum Jahresende aus. Das denkmalgeschützte Gebäude soll dann ab dem kommenden Jahr erst einmal umfassend saniert werden. Während der über mehrere Jahre geplanten Bauzeit kann die Gaststätte aber nicht betrieben werden. Auch der dafür notwendige Lastenaufzug ist bereits stillgelegt.

Erlebnisgastronomie auf dem Burg-Vorhof

Gesucht war also eine machbare Zwischenlösung für die Bauzeit. Zwei Oybiner hatten sich mit ihrer Idee an der Ausschreibung beteiligt. "Beide Konzepte waren sehr gut", sagt der Bürgermeister. Der Gemeinderat habe sich dann aber in einer nicht öffentlichen mehrheitlich für die Idee von Danielo Müller entschieden.

Der Oybiner, der lange mit einem Foodtruck unterwegs war und im Sommer die Badegäste im Jonsdorfer Gebirgsbad bewirtet, will auf dem Oybin eine ganzjährige Erlebnisgastronomie anbieten. Auf dem kleinen Felsenplateau am kurzen Wegstück, das vom Kassenbereich zum Tor in den eigentlichen Burghof führt, wird dafür eine wetterfeste und beheizbare Blockhütte gebaut.

"Wir werden eine richtig gut ausgestattete Küche haben - damit das ganze mehr wird als nur eine Würstelbude", kündigt Danielo Müller an. Zu seinem Imbissangebot werden handgemachte Burger aus bestem Rindfleisch gehören, Currywurst mit selbstgemachter Sauce und bestem Curry und jahreszeitlich wechselnden Tagesgerichten.

In der Blockhütte auf dem Felsplateau sollen künftig auch Ritteressen stattfinden, Weihnachts- oder Familienfeiern. Das Bier wird es, "wie es sich gehört", aus Gläsern geben und nicht aus Plastikbechern, Müller setzt ganz bewusst auf Mehrweggeschirr und Nachhaltigkeit.

Eine Bonbon-Wand nicht nur für Kinder

Und dann erfüllt sich der neue Wirt auf dem Oybin auch noch einen Kindertraum. Und er ist sich sicher: Nicht nur die Kinder werden sie lieben: seine künftige Bonbon-Wand! "Wenn ich in Skandinavien unterwegs bin, komme ich da nie dran vorbei", gesteht Danielo Müller, der seit Jahren im Winter als Wachstechniker mit den Biathleten im Weltcup unterwegs ist.

Und da ist er wohl nicht der einzige: Kaum ein Geschäft in Norwegen, Finnland oder Schweden, in dem es nicht so eine kultige Wand voller kleiner durchsichtiger Kästen mit allen möglichen Naschereien gibt - samt kleiner Plastikschaufeln und bunter Papiertüten, die jeder mit Herzenslust füllen kann. Bezahlt wird einfach nach Gewicht.

Auf dem Oybin freut man sich sehr über Müllers Engagement. "Wir haben schon zusammengesessen und geplant, wie wir das machen", sagt Burgwart Dirk Keil. Vor allem der Plan, die Gäste künftig auch im Winter bewirten zu wollen, stößt hier auf viel Gegenliebe. In den letzten Jahren war der Berggasthof stets bis zum Frühjahr ersatzlos geschlossen. Viele Besucher auf dem Oybin hätten das kritisiert.

Auch mit dem Bauamt ist die Gemeinde schon in Verhandlung, bestätigt Bürgermeister Tobias Steiner (SPD). Ziel sei es, den neuen Imbiss auf dem Oybin im April zu eröffnen. Die Blockhütte soll dann so lange auf dem Felsenplateau stehen bleiben, bis der neu sanierte Berggasthof wiedereröffnet werden kann. Seine Bewirtschaftung werde dann wieder neu ausgeschrieben, kündigt der Bürgermeister an.

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