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Was wird mit Skifahren an der Lausche?

Geht es nach den Liftbetreibern, könnte die Saison bei genügend Schnee sofort starten. Doch diesmal sind die Waltersdorfer nicht nur vom Wetter abhängig.

Der Schein trügt: Selbst mit künstlicher Beschneiung war ein Skibetrieb an der Lausche im vergangenen Jahr nicht möglich.
Der Schein trügt: Selbst mit künstlicher Beschneiung war ein Skibetrieb an der Lausche im vergangenen Jahr nicht möglich. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Der Skilift ist startklar. Nächste Woche kommen die Leute vom Tüv. Die technische Abnahme ist Voraussetzung dafür, dass der Lift in Betrieb gehen kann. Aber das dürfte auch diesmal kein Problem werden, hofft Tilo Knöbel. Der Chef des alpinen Skivereins an der Lausche (ASVL) und seine Leute haben ja auch diesmal wieder viel Zeit und Geld in die Wartung und Pflege der Technik investiert.

Und das soll sich jetzt auch auszahlen. "Hoffentlich", sagt Tilo Knöbel. Denn das Skifahren an der Lausche hängt in diesem Jahr ja nicht nur vom Wetter ab, sondern vor allem auch von der Corona-Schutzverordnung. Und wie es jetzt aussieht, ist das Skifahren an der Lausche mindestens bis Weihnachten untersagt. Möglicherweise sogar noch länger.

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Deswegen haben die Vereinsmitglieder entschieden, vorerst keine Schneekanonen einzusetzen, auch wenn die Temperaturen das erlauben würden. "Eine künstliche Beschneiung ist teuer", erklärt Knöbel, "und das Risiko, dass am Ende alles umsonst wäre, ist uns im Moment einfach zu groß."

Der vergangene Winter hat den Waltersdorfer Skiverein an den Rand seiner finanziellen Existenz gebracht. Weil es die ganze Saison über nicht geschneit hat, ist der Lift keinen einzigen Tag gelaufen - und der Verein hatte keinen einzigen Euro an Einnahmen. Zum Schneemangel kam im Frühjahr der erste Corona-Lockdown, der dem Verein auch noch die Einnahmen aus den Veranstaltungen "Rock am Hang" genommen hat.

Hoffen auf den Jahrhundertwinter

"Jetzt heißt es für uns wieder nur Hoffen", sagt Tilo Knöbel. "Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt." Und so sehnen sich die skibegeisterten Vereinsmitglieder nicht nur nach dem Jahrhundertwinter, den die Bauernregeln für dieses Jahr prophezeien, sondern auch nach politischen Entscheidungen, die das Skifahren in irgendeiner Form möglich machen. Am Hygienekonzept sollte es nicht liegen, sagt der Vereinschef, das habe der Verein bereits akribisch ausgearbeitet.

Gerade für die Kinder und Jugendlichen, die beim ASVL trainieren, würde sich der Vereinsvorsitzende einen Liftbetrieb wünschen. In dem Zusammenhang stellt Knöbel auch noch eine andere spannenden Frage: "Zählen wir hier als Skigebiet - oder sind wir ein Verein mit Skilift?", stellt er in den Raum. Bei letzterem sei vielleicht wenigstens Vereinssport möglich.

Aber viel lieber wollen die Mitglieder des ASVL ihren Skilift an der Lausche für alle Freunde des Skisports einschalten. Und das auch so bald wie möglich. "Wir hoffen, dass wir vielleicht in den Weihnachtsferien loslegen können", sagt Tilo Knöbel. Vorbereitet sind die Vereinsmitglieder jedenfalls.

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