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Weiterer Säure-Anschlag trifft Zoohandlung

War es derselbe Täter, wie in einer Zittauer Arztpraxis? Und: Wie die Polizei jetzt mitteilt, gab es noch mehr solcher Fälle.

Petra Scharf (links), die Chefin der Zoo-Handlung Scharf in der Hochwaldstraße in Zittau und ihre Mitarbeiterin Kerstin Imme sind fassungslos nach dem Buttersäure-Anschlag auf ihr Geschäft.
Petra Scharf (links), die Chefin der Zoo-Handlung Scharf in der Hochwaldstraße in Zittau und ihre Mitarbeiterin Kerstin Imme sind fassungslos nach dem Buttersäure-Anschlag auf ihr Geschäft. © Matthias Weber

Der Buttersäure-Anschlag auf die Doppel-Arztpraxis von Michael Nowotny und Zdenka Prochazkova in der Neißstraße in Zittau vor einer Woche ist kein Einzelfall gewesen. In der selben Nacht zum 29. September kam es in Zittau noch zu einen zweiten Buttersäure-Anschlag.

"Diesen Gestank können Sie sich gar nicht vorstellen. Das riecht wie Erbrochenes, nur viel schlimmer ", schildert Petra Scharf. Sie ist die Chefin der gleichnamigen Zoo-Handlung in der Hochwaldstraße in Zittau, gleich neben dem Toom-Baumarkt. "Das stank bestialisch, als ich am Dienstag vor einer Woche um 7.45 Uhr zum Geschäft kam", erzählt sie. Der Geruch zog sich über den gesamten Parkplatz.

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So, wie bei der Arztpraxis von Michael Nowotny, hat der oder die Täter die Buttersäure gegen die Tür geschüttet. Petra Scharf und ihre Mitarbeiterin Kerstin Imme dachten zuerst, dass der Gestank vielleicht von einem angrenzenden Feld kommt. Aber dann schimpften einige Kunden im Laden, warum es denn hier so stinke. Bis schließlich ein Kunde sagte, dass das hier wie Buttersäure riecht.

"Wir haben doch Niemanden etwas getan"

"Wer macht denn so etwas. Wir haben doch Niemanden etwas getan", sagt Petra Scharf. Sie haben die Polizei gerufen. Und die Beamten kamen auch. Aber wie bei der Arztpraxis zählt es nicht als Anschlag, sonders als Sachbeschädigung.

Kerstin Imme hat die Eingangstür zur Zoo-Handlung immer und immer wieder mit Seifenlauge abgeschrubbt. Dann hat sie sich auf ein Mittel besonnen, dass sie selber im Geschäft verkaufen. Es ist ein Geruchsbinder, der auf biologischer Basis mit winzigen lebenden Bakterien funktioniert. Damit erzielte sie etwas mehr Erfolg. Dennoch war der Buttersäure-Geruch über die gesamte Woche bis zum Sonnabend nicht weg zu bekommen.

Gerade als sie gegenüber der SZ sagen wollte, heute nach einer Woche geht es wieder, erwidert eine Kundin im Geschäft: "Ich rieche es immer noch." 

Seit 30 Jahren gibt es nun schon die Zoohandlung Scharf in Zittau. Aber so etwas ist bisher noch nie vorgekommen. "Zum Glück haben die Tiere keinen Schaden genommen", sagt Petra Scharf. 

Am 5. Oktober kam die Polizei erneut zur Zoo-Handlung. "Heute, eine Woche später,  haben sie nun einen Abstrich genommen, nachdem wir unzählige Male darüber gewischt haben", schildert die Geschäftsinhaberin.

Verspätete Spurensuche der Polizei

Auch in der Arztpraxis von Michael Nowotny erschien deshalb die Polizei am 5. Oktober noch einmal. "Ich hätte mir das schon vor einer Woche gewünscht", sagt der Facharzt. Aber damals wurde nur der Fakt an sich protokolliert.

Nach einer Woche provisorischen Praxisbetrieb, ist heute in der Arztpraxis so etwas wie ein Stück Normalität eingekehrt. "Meine Kollegin Zdenka Prochazkovae musste sich allerdings allein um die Patienten kümmern, weil ich mich um die anderen Sachen kümmern musste", berichtet der Facharzt.

Bei ihm hat der Buttersäure-Anschlag  weit größeren Schaden verursacht. Die Säure zog derart in das Gestein und andere Materialien ein, dass es für das Personal und für die Patienten unzumutbar ist, den Eingangsbereich zu nutzen. 

Jetzt schon der vierte Anschlag im Landkreis

Deshalb ist dieser Bereich seit dem Wochenende nun eine Baustelle. "Wir bauen eine Trockenwand ein und am Mittwoch wird die Treppe demontiert", schildert er. Die Patienten müssen die nächsten Wochen - denn so lange werden sich die Arbeiten hinziehen - den Hintereingang des Hauses benutzen, der eigentlich für die Mieter bestimmt ist.

In beiden Fällen laufen die Ermittlungen und dauern noch an, schildert der Pressesprecher der Polizeidirektion in Görlitz, Kai Siebenäuger. Und er bestätigt auf Nachfrage der SZ zwei weitere Buttersäure-Anschläge in diesem Jahr im Landkreis Görlitz.

Der erste gemeldete derartige Vorfall ereignete sich in diesem Jahr zwischen dem 10. und 11. Juli im Görlitzer Ortsteil Rauschwalde, in der Reichenbacher Straße. Und in Zittau kam noch ein weiterer Buttersäure-Anschlag zwischen dem 25. August und 1. September in der Eckartsberger Straße hinzu, berichtet der Polizeisprecher. Nähere Angaben zu den Geschädigten oder welche Einrichtungen beziehungsweise Geschäfte betroffen waren, macht die Polizei aus Datenschutzgründen nicht. 

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