merken
PLUS Zittau

Raumfahrt-Zentrum zieht in Mandauhöfe

Die Forscher des renommierten DLR bauen in Zittau immer mehr Personal auf und beginnen mit Experimenten. Die ehemalige Fabrik wird aber nur ihr Übergangsdomizil.

Die Mandauhöfe an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau.
Die Mandauhöfe an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau. © SZ-Archiv

Wenn Corona nicht wieder alle Pläne zunichte macht, werden Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am 10. März den ersten eigenen Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Zittau mit eröffnen. Das kündigte Prof. Uwe Riedel, Leiter des DLR-Instituts für „CO2-arme Industrieprozesse” auf SZ-Anfrage an.

Gestartet war das Institut in Zittau im Sommer 2019 mit drei Wissenschaftlern. Inzwischen sind es 16. Auf diese junge Mannschaft sei er schon ein bisschen stolz, sagte Prof. Riedel. Mittelfristig sind 50 bis 60 geplant.

Anzeige
Ausschreibung der Gemeinde Lohsa
Ausschreibung der Gemeinde Lohsa

Wir suchen zur Betreibung der Kindertagesstätten in Lohsa einen Träger.

Bis jetzt arbeiten sie im Haus VII der Hochschule Zittau/Görlitz. Für den Aufbau einer Pilotanlage zur Erforschung von speziellen Hochleistungspumpen ist zudem in der Nähe der Mandauhöfe eine Halle angemietet worden. Ursprünglich war statt der ehemaligen Textilfabrik eine Unterbringung in einem Gebäude am Campus der Hochschule geplant.

Die Mandauhöfe sind allerdings auch nur ein Übergangsdomizil. Das DLR will in Zittau in der Nähe der Forschungshalle neben der Mensa an der Hochwaldstraße bauen. "Ich hoffe auf einen Baubeginn 2022, vielleicht schon 2021", sagte Prof. Riedel. Im günstigsten Fall ist der Neubau 2025 fertig.

Das DLR forscht mit seinem Institut in Cottbus und Zittau unter anderem an Hochtemperatur-Wärmepumpen mit bisher unerreichten Parametern. Ziel ist es, mit diesen Höchstleistungswärmepumpen nachhaltige Prozesswärme für verschiedene Industriebereiche, wie zum Beispiel die Chemie- und Stahlindustrie, zur Verfügung zu stellen. Diese Pumpen verdoppeln auch die Effizienz von Wärmespeicherkraftwerken. Diese sind eine Option, um Überschussstrom aus Sonne und Wind, der zunächst als Wärme gespeichert wird, emissionsfrei in Strom zurückzuverwandeln. Dazu kann der Dampferzeugungsteil ehemaliger fossiler Kraftwerke genutzt werden.

Das Institut arbeitet dabei unter anderem mit Siemens und der Hochschule Zittau/Görlitz zusammen. "Ich bin sehr zufrieden, wie die Zusammenarbeit angelaufen ist", so Prof. Riedel.

Das DLR hatte sich wegen der Energietechnik als Spezialisierung der Hochschule für Zittau entschieden. Darüber hinaus wollten Bund und Land, die das Vorhaben mittelfristig mit einer hohen zweistelligen Millionensumme fördern, das Institut in der Lausitz ansiedeln, um die Region zu stärken und die Suche nach Nachnutzungsmöglichkeiten für die vor dem Aus stehenden Kohlekraftwerke zu unterstützen.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Mehr zum Thema Zittau