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Zittau: Mandaustraße bleibt weiter halb gesperrt

Die geplante Notsicherung der Mandaustraße 2 ist abgeblasen. Das Gebäude ist zwangsversteigert worden.

Die Mandaustraße 2 in Zittau.
Die Mandaustraße 2 in Zittau. ©  Rafael Sampedro (Archiv)

Die Mandaustraße 2 in Zittau ist bei der Zwangsversteigerung am Amtsgericht Görlitz an eine Privatperson versteigert worden. Nach Angaben von Ulrich von Küster, Sprecher des Gerichts, wurde "die Immobilie für 15.000 Euro ohne Übernahme von im Grundbuch bislang bestehenden Lasten versteigert." Zum Erwerber darf er aus Datenschutzgründen keine Angabe machen. Laut eines Augenzeugen soll es sich um einen Mann aus Königswartha handeln. "Der Kaufpreis ist bis zum Verteilungstermin am 1. September zu zahlen", teilte von Küster auf SZ-Anfrage mit. "Erfolgt keine Zahlung, kann gegen den Erwerber vollstreckt werden und es folgt unter Umständen eine weitere Versteigerung."

Nach Angaben der Zittauer Stadtverwaltung, die die Zwangsversteigerung veranlasst hatte, schuldete ihr der bisherige Eigentümer 22.100 Euro. Sie hofft, beim Verteilungstermin 12.500 Euro zu bekommen. Die restlichen 2.500 Euro sind Gerichtskosten.

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Die Stadt hatte das Verfahren 2020 eingeleitet, nach dem der Besitzer das Gebäude jahrelang verfallen ließ, sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht um die Sicherung kümmerte und im Januar 2019 ein Passant von herabfallenden Teilen verletzt worden war. Zur Sicherung ließ die Stadt unter anderem ein Baugerüst samt Netz aufstellen, das weitere eventuell herabfallende Teile auffangen soll. Aus diesem Grund ist die Mandaustraße seit mehr als zwei Jahren halbseitig gesperrt. Der Besitzer zahlte auch die der Stadt dadurch entstandenen Kosten nicht. Ob sie die Differenz zwischen den aufgelaufenen Schulden und der Summe aus dem Verteilungstermin bekommt, ist fraglich.

Die Mandaustraße bleibt trotz der Zwangsversteigerung bis auf Weiteres halbseitig gesperrt. Die von der Stadt geplante Notsicherung ist verschoben worden. "Die Ausschreibungsergebnisse lagen wesentlich über der ursprünglichen Kostenschätzung des Ingenieurbüros", teilte Rathaussprecher Kai Grebasch auf Anfrage mit. "Hier machen sich die allgemeine Kostensteigerung im Bau und der Mangel an geeigneten Firmen bemerkbar." Aufgrund der angespannten Haushaltssituation sei die Ausschreibung aufgehoben und im Hinblick auf den Termin zur Zwangsversteigerung vorerst kein Auftrag an eine Firma vergeben worden. Nun hofft die Stadt, dass sich der neue Eigentümer um das Gebäude und dessen Sicherheit kümmert. (SZ/tm)

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