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Zittau

Premiere: In Zittau startet gemeinsamer Reli-Unterricht

Am Christian-Weise-Gymnasium testen evangelische und katholische Kirche erstmalig in Sachsen, wie religiöses Wissen vermittelt werden kann.

Am Christian-Weise-Gymnasium wird das Modellprojekt zwei Jahre getestet.
Am Christian-Weise-Gymnasium wird das Modellprojekt zwei Jahre getestet. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Mit Beginn des Schuljahres bieten evangelische und katholische Kirche den Reli-Unterricht erstmals in Sachsen gemeinsam an - und das am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau. Ein Modellversuch.

Der Grund für die Wahl: Die Religionslehrer an der Schule haben schon seit Jahren gute und vielfältige Erfahrungen mit fächerverbindenden und teilweise öffentlichen Projekten sammeln können. So wird beispielsweise die Reformationsgeschichte der Oberlausitz im Lehrplan des Gymnasiums aufgegriffen, das in der humanistischen Bildungstradition des frühaufklärerischen Wirkens des protestantischen Theologen, Philosophen und Pädagogen Christian Weise (1642-1708) steht. Die Toleranz der Zittauer Bürger in der nachreformatorischen Zeit hat die Kultur- und Bildungstraditionen der Stadt Zittau nachhaltig geprägt.

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Der Oberlandeskirchenrat und Bildungsdezernent in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Burkart Pilz freut sich nach eigenen Angaben, im Bereich des Religionsunterrichts neue Erfahrungen zu sammeln, "wie religiöses Wissen in Kooperation von katholischen und evangelischen Lehrkräften vermittelt werden kann."

Für den Ordinariatsrat und Leiter der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen im Bistum Dresden-Meißen Christoph Bernhard geht's nicht darum, ein neues Fach zu schaffen, sondern das Lernangebot für den konfessionellen Religionsunterricht gemäß Grundgesetz und Verfassung des Freistaates Sachsen zu verbessern. "Dabei sollen die Gemeinsamkeiten der Konfessionen hervorgehoben und bestehende Unterschiede ökumenisch sensibel erklärt sowie der gute Umgang mit Unterschieden eingeübt werden", sagt er.

Dafür haben Lehrer und Fachberater für Evangelische und Katholische Religion sowie Vertretern des Bischöflichen Ordinariates und des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes die Lehrpläne der Klassen 7 und 8 überarbeitet und auf die Situation vor Ort angepasst. Auf Basis dessen hat der Freistaat den Modellversuch genehmigt. Er gilt für die kommenden zwei Schuljahre.

Bereits 2002 haben das Bistum Dresden-Meißen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens eine Vereinbarung zur konfessionellen Kooperation unterzeichnet, die eine "ökumenische Verpflichtung" und "Notwendigkeit konfessioneller Kooperation" der beiden Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion festlegt. Im Positionspapier von 2019 sprachen sich Bischof Heinrich Timmerevers vom Bistum Dresden-Meißen und der damalige Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Carsten Rentzing dafür aus, in ausgewählten Modellschulen den Reli-Unterricht in konfessionell-kooperativer Form zu erproben.

Das Projekt am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau soll ein Beispiel und Anreiz für andere Schulen werden, neue Formen der Unterrichtsorganisation auszuprobieren. Daher ist auch eine Evaluierung geplant. Über die Fortsetzung entscheiden Sachsens Kultusministerium, das Landesamt für Schule und Bildung, das Bistum Dresden-Meißen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen auf Basis der Ergebnisse. (SZ)

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