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Neuer Chefarzt am Zittauer Krankenhaus

Nach dem tragischen Tod von Wolfgang Eipperle hat die Klinik für Innere Medizin wieder einen Chef. Warum der Neue lieber in Zittau als in München arbeitet.

Dr. Kolja Reifenrath ist neuer Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Zittauer Krankenhaus.
Dr. Kolja Reifenrath ist neuer Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Zittauer Krankenhaus. © Matthias Weber/photoweber.de

Dr. Kolja Reifenrath muss seinen Arbeitsplatz gar nicht wechseln. Wie immer trifft man den 49-jährigen Internisten auch an diesem Donnerstagmorgen bei seinem Visite-Rundgang durch die Patientenzimmer im Zittauer Krankenhaus. Nur eines ist an diesem Donnerstag anders als bisher: Reifenrath, der langjährige Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin, ist jetzt hier der Chef.

Die Chefarzt-Stelle war seit dem tragischen Tod seines Vorgängers unbesetzt. Dr. Wolfgang Eipperle ist Mitte März an Corona gestorben. Kolja Reifenrath hat es miterlebt. Und er hat mitgekämpft um das Leben vieler Covid-Patienten. Die Ärzte und Pflegekräfte haben in dieser Zeit bis an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gearbeitet. Das hat auch bei dem erfahrenen Internisten Spuren hinterlassen. „Carpe diem – nutze den Tag“, so sagt es Reifenrath seither. "Ich habe so viele, auch junge Menschen, sterben sehen, dass ich zu schätzen weiß, wie wichtig das Leben ist."

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Kolja Reifenrath ist Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Internistische Onkologie, ausgebildeter Palliativmediziner und Notarzt. Seit vielen Jahren arbeitet er zudem ambulant im Medizinischen Versorgungszentrum und ist den Patienten durch seine Vorsorgeuntersuchungen, vor allem Magen- und Darmspiegelungen, bekannt - auch weit über Zittau hinaus. Als neuer Chefarzt der Klinik für Inneres hat er sich zum Ziel gesetzt, die interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit in der Klinik zu vertiefen.

Und er hat auch schon Pläne: „Ich möchte – wenn wir das organisatorisch hinbekommen – eine gemeinsame OP-internistische Station aufbauen, in der wir internistische Patienten sowohl klassisch-konservativ behandeln, also ohne Operation, als auch operieren und dann hier weiterbehandeln - je nach Krankheitsbild", erklärt er.

Reifenrath lobt seinen Vorgänger Wolfgang Eipperle und die langjährige Chefärztin der Inneren, Heidrun Zeißig. Eipperle hatte geplant, die geriatrische Versorgung, also die Behandlung älterer Patienten, weiter auszubauen. Kolja Reifenrath will an die Pläne anknüpfen. Er möchte auch die Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken der Region vertiefen. Und er will den Kontakt zu den niedergelassenen Kollegen weiter ausbauen.

Aber auch die gute Zusammenarbeit mit den Pflegekräften ist ihm sehr wichtig. „Gerade die letzten Monate haben uns gezeigt, was die Pflegekräften leisten und wie hoch emotional belastet diese Arbeit ist“, sagt er. "Das wird oft noch nicht ausreichend gewürdigt."

Bayer ist Oberlausitzer geworden

Kolja Reifenrath ist in München aufgewachsen. Aber schon als Arzt im Praktikum kam er in den 1990er Jahren nach Zittau. Der Liebe wegen. Aus dem Bayern ist längst ein Oberlausitzer geworden. Reifenrath ist mittlerweile Vater von vier Söhnen. "Familie ist mir unglaublich wichtig", sagt er, "auch wenn die erste große Liebe inzwischen zerbrochen ist." Für seine Söhne aus erster Ehe ist er weiterhin da. Der Älteste studierte Medizin, der Zweite Sport und Ernährung. Seine zweite Frau hält ihm den Rücken für die Arbeit frei. Die beiden jüngeren Söhne gehen in die Grundschule.

Reifenrath schätzt die hohe Lebensqualität in der Region, die Möglichkeiten für Familien und nicht zuletzt die kollegiale Atmosphäre im Klinikum Oberlausitzer Bergland. "Es ist ein wunderbares Arbeiten", sagt er. "Wir wissen ja alle, wie wichtig ein Krankenhaus vor Ort ist." Das alles mache das Leben und Arbeiten hier unvergleichlich, sagt er. Und deshalb habe er es auch nie bereut, dass er heute nicht Arzt in München, sondern in Zittau ist. „Die Natur hier ist wunderschön und die Lebensqualität ganz anders als in den heillos überfüllten Großstädten“, findet er. In dieser Hinsicht könne Zittau also sehr gut mit München mithalten.

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