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Zittau: Ein weiteres Jahr mit Klassenzimmer-Not

Die Zahl der Oberschüler in Zittau ist laut neuester Zahlen wieder deutlich höher als vorhergesagt. Ab Herbst 2022 soll das Problem gelöst werden.

Von Thomas Mielke
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Symboldbild.
Symboldbild. © SZ Archiv/Uwe Soeder (Symbolfoto)

Auch im neuen Schuljahr gehen deutlich mehr Schüler an die drei staatlichen Oberschulen in Zittau als ursprünglich vorhergesagt. Nach Angaben des Landratsamtes war in der Schulnetzplanung damit gerechnet worden, dass jetzt 1.007 Jugendliche die Weinau-, die Park- und die Schlieben-Oberschule besuchen. Tatsächlich sind es aber nach aktuellen Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung 1.085.

Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Bereits in den Schuljahren 2017/18 bis 2020/21 waren es in der Spitze bis zu 169 Schüler pro Jahr mehr als vorhergesagt. Diese Zahlen bestätigen ein Argument der Stadtverwaltung aus der Zeit, als wegen der Raumnot an den Oberschulen um den Anbau an die Parkschule gerungen wurde. Sie hatte mehrfach betont, dass Platz für mehr Schüler gebraucht wird als die Prognose der Schulnetzplanung des Landkreises vorsieht. Schon diese geht davon aus, dass die Kapazität an Oberschul-Räumen in Zittau mittelfristig nicht ausreicht.

Für die Differenz zwischen Prognose und Real-Schülerzahl gibt es mehrere Gründe. Die Prognose wird auf Basis der geborenen Kinder ermittelt. So sind zum Beispiel die Zahl der polnischen und tschechischen Schüler oder die der Sitzenbleiber zum Zeitpunkt der Vorhersage noch nicht absehbar. Zudem sind nach Angaben der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren einige Kinder und Jugendliche mehr nach Zittau gezogen als fortgegangen.

Insgesamt ist die Zahl der unterrichteten Oberschüler von 2017 bis 2020 um 71 auf 1.106 gestiegen. Nach der kleinen Delle in diesem Jahr soll es aller Voraussicht ab kommenden Herbst weiter nach oben gehen und der Höhepunkt der Entwicklung erreicht werden.

Der Zittauer Stadtrat hatte den Anbau an die Parkschule trotz Empfehlung von Landkreis und Landesamt abgelehnt. Diese Entscheidung wurde durch einen Bürgerentscheid gekippt. Der Anbau soll nun voraussichtlich im Herbst 2022 starten.