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O-See: Baden auf eigene (Corona)-Gefahr

Sachsens Sozialministerium tut sich schwer mit Entscheidungen zu einem Strandbetrieb unter Corona-Bedingungen. Olbersdorfs Bürgermeister reicht's jetzt.

Dem Badevergnügen am Olbersdorfer See soll die Corona-Schutzverordnung nicht im Wege stehen.
Dem Badevergnügen am Olbersdorfer See soll die Corona-Schutzverordnung nicht im Wege stehen. © Matthias Weber

Es hat zwei Wochen gedauert, bis man sich im Sächsischen Sozialministerium zu einer Antwort durchringen konnte auf die Frage, was denn die Corona-Schutzverordnung nun genau für einen Badebetrieb an einem öffentlichen Gewässer bedeutet. Darf wirklich reger Strandbetrieb herrschen? So wie bei schönem Wetter stets am Olbersdorfer See, wo es Rettungsschwimmer, Imbiss und Infrastruktur gibt?

Bisher war das vollkommen unklar: Als die Olbersdorfer Mitte Mai wieder den Vertrag mit den Rettungsschwimmern von DLRG und DRK Wasserwacht schließen wollten, galt noch die Bundesnotbremse: Bei einem Inzidenz-Wert über 100 ist da der Betrieb von Freibädern untersagt. Der Kommunalamtsleiter des Landkreises hatte der Gemeinde deshalb empfohlen, die Rettungswache nicht zu besetzen, da das suggerieren könnte, hier sei ein Badebetrieb möglich.

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Inzwischen sind die Infektionszahlen gesunken und Sachsen erlaubt in seiner neuesten Corona-Verordnung ab Montag die Öffnung von Freibädern - allerdings unter strengen Hygieneregeln. Unter anderem müssen Besucher einen tagesaktuellen Negativ-Test vorweisen und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Wie aber ließe sich das an einem von überall her zugänglichen Badesee kontrollieren?

Wahrscheinlich gar nicht, muss man da auch im Sächsischen Sozialministerium zugeben. Stattdessen wird das Problem aus Dresdener Sicht jetzt so gelöst: Weil die Verordnung das Baden in einem See nicht verbieten kann, müsse eben "alles unterlassen werden, was die Badestelle zu einer Badeanstalt qualifizieren könnte", so erklärt ein Sprecher. Und was heißt das? Keine Rettungsschwimmer? Keine Umkleidekabinen? Kein Imbiss? Kein Spielplatz? Die Antwort bleibt ebenfalls wieder vage: Die Landkreise hätten da Spielraum.

Olbersdorf wird Badesaison nicht unterbinden

Dem Olbersdorfer Bürgermeister reicht es jetzt. Andreas Förster (FDP) wird die Badesaison am See nicht unterbinden. Er setzt stattdessen voll und ganz auf die Eigenverantwortung der Badegäste: "Ich bin davon überzeugt, dass sich die überwiegende Mehrheit der Menschen davon leiten lässt, die zulässigen Kontakte möglichst konstant und klein zu halten und - wo immer möglich - einen Mindestabstand zu anderen Personen zu wahren", sagt er. Jeder trage schließlich für sich, seine Familie und seine Kontakte selbst Verantwortung.

Darüber hinaus, findet Förster, sollte es nun auch mal genug sein, "die Menschen mit überbordenden Bestimmungen zu maßregeln, die einerseits an Zustimmung verlieren und andererseits kaum kontrollierbar sind." Er jedenfalls freue sich jetzt darauf, auch im Sommer 2021 viele Badegäste begrüßen zu dürfen. Ab Juni will die Gemeinde gemeinsam mit der DLRG und der DRK-Wasserwacht auch wieder Rettungsschwimmer einsetzen. Und die Verantwortung zur Öffnung von gastronomischen Angeboten im Außenbereich sowie des Campingplatzes legt der Bürgermeister gern in die bewährten und verantwortungsvollen Hände der Partnern am See.

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