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Ostritzer Altenheim soll erweitert werden

Die Caritas hat Häuser neben dem St.-Antoni-Stift erworben. Der Standort soll neu entwickelt werden - was sich auf andere Gebäude auswirkt. Inklusive Abriss.

Von Jan Lange
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Die Görlitzer Straße 9 und 11 (vorn) in Ostritz hat der Caritasverband Oberlausitz erworben. Die Nummer 9 soll saniert, die 11 abgerissen und neu gebaut werden.
Die Görlitzer Straße 9 und 11 (vorn) in Ostritz hat der Caritasverband Oberlausitz erworben. Die Nummer 9 soll saniert, die 11 abgerissen und neu gebaut werden. © Matthias Weber/photoweber.de

Einladend sieht das Haus Görlitzer Straße 11 in Ostritz nicht aus. Seit Mitte der 1990er Jahre steht das Gebäude an der B99 leer und verfällt. Das soll sich bald ändern. Das seit 2015 im Besitz der Stadt Ostritz befindliche Haus wurde an den Caritasverband Oberlausitz verkauft. Der katholische Wohlfahrtsverband erwarb ebenso das Nachbarhaus, die Görlitzer Straße 9.

Die beiden Stadthäuser sollen in das Gelände des benachbarten Altenheims integriert und das Quartier "neu gedacht werden", heißt es von der Caritas. Das St.-Antoni-Stift wird vom Caritasverband betrieben. Nach den ersten Überlegungen soll die Görlitzer Straße 9 in ihrer Grundstruktur im Wesentlichen erhalten bleiben. Die Görlitzer Straße 11 soll dagegen abgerissen werden, die Genehmigung dafür habe die Caritas bereits. An dieser Stelle ist ein Neubau vorgesehen, der mit dem Nachbarhaus verbunden sein wird.

Erste Ideen sehen einen eingeschossigen Neubau mit Flachdach vor. Das stößt bei Denkmalschützern auf Kritik. "Auch wenn aktuell seitens der Caritas wohl kein Flächenbedarf im ersten Obergeschoss des Eckhauses besteht, sollte, so denn unbedingt ein Abriss favorisiert wird, das Bauwerk mit erstem Obergeschoss und konventionellem Dach errichtet werden", findet Thomas Göttsberger, der für die Wählervereinigung "Siedlung" im Ostritzer Stadtrat sitzt.

Diese Lösung wäre seiner Meinung dem Stadtbild zuträglicher. Zudem stünden Flächenreserven für einen etwaigen zukünftigen Bedarf zur Verfügung, so Göttsberger.

Das St.-Antoni-Stift in Ostritz wurde 1997 neu gebaut. Seit einigen Jahren wird es vom Caritasverband Oberlausitz betrieben.
Das St.-Antoni-Stift in Ostritz wurde 1997 neu gebaut. Seit einigen Jahren wird es vom Caritasverband Oberlausitz betrieben. © Archivfoto: Matthias Weber

Das Altenheim mit den Häusern an der B99 soll zu einem Gemeindeversorgungszentrum entwickelt werden, wie der frühere Geschäftsführer des Caritasverbandes, Andreas Oschika, im Sommer im Ostritzer Stadtrat erklärt hatte. Die Caritas will dafür ihre Sozialstation vom Ostritzer Markt verlagern. In der Görlitzer Straße 9/11 sollen Büro- und Beratungsräume sowie im Obergeschoss Sozialräume entstehen.

Die Ostritzer Gesellschaft Bauen & Wohnen ist als Eigentümerin schon an einer Nachnutzung der bisherigen Räume der Sozialstation in Objekt Markt 18/19 dran, wie Geschäftsführerin und Bürgermeisterin Marion Prange erklärt.

Mit der Zusammenführung von Altenheim und Sozialstation an einem Standort sollen Synergien genutzt werden. Gleichzeitig will die Caritas damit auf eine veränderte Nachfrage reagieren. Laut Oschika sei es für Senioren heutzutage nicht die erste Option, in ein Doppelzimmer im Altenheim zu ziehen. Erst wenn es nicht mehr geht, kommen sie ins Altenheim. Dadurch verkürze sich auch die Verbleibedauer der Bewohner. Dadurch müsse auch die Caritas umdenken, so deren frühere Geschäftsführer Andreas Oschika.

Bis Ende 2022 soll das Projekt baulich fertig werden, so Oschika in der Ratssitzung. Derzeit werde der Bauablauf geplant, teilt sein Nachfolger Torsten Bognitz auf Nachfrage mit. Die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) ist froh, dass für einen schwierigen Standort eine gute Lösung gefunden wurde.