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Zittau

Zittau: teure Wiesen, teure Grundstücke

Vor 100 Jahren debattierte der Stadtrat über hohe Pachten und unverschämte Hausbesitzer.

Symbolbild
Symbolbild © Monika Skolimowska/dpa

Diesmal mit auf der Tagesordnung: die Wiesenverpachtungen. Das Bemerkenswerte an ihnen waren die erzielten Preise, die die Friedenspreise um circa 700 Prozent übersteigen. Für Wiesen, die früher 31 Mark gekostet hatten, gab derselbe Pächter diesmal 240 Mark. Wo soll das hinführen? Solche Preise können die Kleintierhalter natürlich nicht zahlen, und sie sind daher gezwungen, ihre Tiere zu verkaufen. Das Haus war einmütig in der Verurteilung dieses „Wuchers“, der gar nicht streng genug bestraft werden kann. An wem? Selbstverständlich in erster Linie an den, der diese Preise nimmt, also an der – Stadt. Und doch wurden die Pachtverträge genehmigt; nur Stadtverordneter Junge stimmte dagegen. Er wollte sich scheinbar nicht strafbar machen.

Außerdem kam eine umfangreiche Korrespondenz zwischen Oberbürgermeister Dr. Külz und einem Herrn Freund zur Verlesung. Der Mann sollte und wollte zwei Grundstücke an die Stadt verkaufen, aber um 1.000 Mark teurer, als man ihm bewilligt hatte. Aber die Stadt wird nicht kaufen, sondern den Weg der Zwangsenteignung beschreiten, wenn die Grundstücke gebraucht werden sollten. Und dann wird der geschäftstüchtige Besitzer wahrscheinlich recht schlecht wegkommen.

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Entdeckt in „Zittauer Rundschau“, unabhängige Wochenschrift für Zittau und Umgebung, 1919

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