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Frühere Linken-Stadträtin gestorben

Ramona Gehring gehörte fünf Jahre dem Zittauer Stadtrat an. Sie engagierte sich für sozial benachteiligte Familien und Flüchtlinge. Nun ist sie mit 57 gestorben.

Ramona Gehring bleibt als engagierte Kämpferin in Erinnerung. Die Zittauerin setzte sich beispielsweise für Erwerbslose und Flüchtlinge ein. Fünf Jahre war sie Mitglied im Zittauer Stadtrat.
Ramona Gehring bleibt als engagierte Kämpferin in Erinnerung. Die Zittauerin setzte sich beispielsweise für Erwerbslose und Flüchtlinge ein. Fünf Jahre war sie Mitglied im Zittauer Stadtrat. © Lausitznews/Toni Lehder

Wenn es darum ging, für eine Sache einzutreten, dann nahm Ramona Gehring kein Blatt vor den Mund. Offen, teilweise provokant vertrat die Linken-Politikerin ihre Meinungen. Dafür musste sie viele Anfeindungen über sich ergehen lassen. Einschüchtern ließ sie sich davon aber nicht. Bei Facebook hatte die Zittauerin einmal geschrieben: "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Nun kann sie nicht weiter kämpfen: Ramona Gehring ist vor Kurzem mit 57 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Das erfuhr die SZ aus ihrem Bekanntenkreis. Die Familie bestätigte ihren Tod.

Politische Weggefährten sind geschockt. Mirko Schultze, Landtagsabgeordneter der Linken, äußerte sich, dass ihm immer noch die Worte fehlen. Er kenne Ramona Gehring seit gut 30 Jahren. Sie habe ganz viel bewegt und er sehr hohe Achtung vor ihr. Andere Linken-Politiker schließen sich diesen Worten an.

Die Zittauerin setzte sich unter anderem für die Verbesserung der Lebenssituation von Erwerbslosen und sozial Benachteiligten ein. 2007 gehörte sie zu den Initiatoren der "Bürgerinitiative gegen Strompreiswillkür". Auch für ausländische Mitbürger engagierte sie sich - und das lange bevor 2015 die großen Flüchtlingsströme nach Europa kamen. Als 2010 Asylbewerber nach längerer Unterbrechung wieder in Zittau untergebracht wurden, war sie sofort zur Stelle und unterstützte die neu angekommenen Familien.

2014 in den Stadtrat gewählt

Zwischen 2014 und 2019 stritt Ramona Gehring im Zittauer Stadtrat für ihre politischen Überzeugungen. Nach einer Wahlperiode kandidierte die Linken-Politikerin 2019 nicht mehr für das Stadtparlament. Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Stadtrat wurde ein Anschlag auf sie verübt. Ein Täter konnte nicht ermittelt werden - die Staatsanwaltschaft hat deshalb kürzlich das Verfahren eingestellt.

Schon vor der Arbeit im Stadtrat und auch danach blieb sie engagiert. Sie leitete viele Jahre den Tamara-Bunke-Verein und gehörte dem Vorstand des Zittauer Stadtverbandes der Linken an. "Ich verneige mich vor Ramona und verspreche ihr Andenken zu wahren, und ihren Kampf für eine bessere Welt auch in ihrem Namen fortzusetzen", sagt Mirko Schultze.

Die verstorbene Linken-Politikerin soll in den kommenden Tagen im engsten Familienkreis in Zittau beerdigt werden. (SZ/jl)

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