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Deutliche Worte zu Hitler als Ehrenbürger

In Ostritz distanzieren sich Unabhängige Bürger, CDU, FDP, Wählervereinigung und Bürgermeisterin von Beschlüssen aus 1933, die Hitler und Nazi-Größen würdigen.

Die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange gehört zu den Initiatoren zu der Stellungnahme zu den Ehrenbürgerschaften aus der NS-Zeit.
Die Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange gehört zu den Initiatoren zu der Stellungnahme zu den Ehrenbürgerschaften aus der NS-Zeit. © Rafael Sampedro/SZ-Archiv/foto-sampedro.de

Selten wird während einer Stadtratssitzung ein Dokument unterzeichnet, das danach sofort ein Amtssiegel erhält und der Ortschronik der Stadt beigefügt wird. Wenn das so ist, wie auf der Stadtratssitzung in Ostritz jetzt geschehen, muss es etwas sehr Wichtiges sein. Und das war es für die Stadträte und Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) auch. Sie wollten klar Stellung beziehen, zu den Ehrenbürgerschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus in ihrer Stadt.

Wie die SZ bereits berichtete, hatte es im Vorfeld teils kontroverse Diskussionen zu den Ehrenbürgerschaften aus der Zeit gegeben.

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Außer dem AfD-Stadtrat haben alle anwesenden Stadtratsmitglieder der Unabhängigen Bürgerinnen und Bürger für Ostritz und Leuba (UB), CDU, Nichtorganisierten Wählervereinigung Siedlung (NWS) und FDP sowie der Bürgermeisterin jetzt zu diesen Ehrenbürgerschaften eine Stellungnahme unterschrieben. Zwei Stadträte, die entschuldigt fehlten, ließen über ihre Fraktion extra ausrichten, dass sie in den nächsten Tagen unbedingt ins Rathaus zum Unterschreiben kommen.

Mit der Stellungnahme setzen sie ein Zeichen. "Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern aktiv gegen Ausgrenzung und für ein friedliches Zusammenleben und Miteinander eintreten, die im Grundgesetz festgeschriebenen Grund- und Menschenrechte wahren, gegen Hass, Gewalt, Diskriminierung und Intoleranz vorgehen sowie uns für ein soziales und vielfältiges Miteinander stark machen", heißt es darin.

Egal, ob mit dem Tod eine Ehrenbürgerschaft erlischt

Die Ehrenbürgerschaften aus der NS-Zeit sind ein trauriges Kapitel aus der deutschen Geschichte, wie auch der Gegenwart, steht in dem Dokument. 

Unabhängig der rechtlichen Würdigung, ob mit dem Ableben eines Ehrenbürgers die Ehrenbürgerschaft erlischt, distanzieren sich der Stadtrat und die Bürgermeisterin von Ostritz ausdrücklich und in aller Form zu den im Jahr 1933 in Ostritz gefassten Beschlüssen. Sie gehen dabei konkret auf die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers und all derer ein, die die Ideologie des Nationalsozialismus verherrlicht haben und dieser gefolgt sind.

"Wir alle stehen in der Verantwortung unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu verteidigen", heißt es in der Stellungnahme. In Ostritz ist kein Platz für Gewalt, Hetze, Diskriminierung sowie für extremistische, rassistische und menschenverachtende Ideologen. Dafür wollen sie sich mit ihrer Unterschrift einsetzen.

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Dass das in der Stadt nicht nur leere Worte sind, haben die Ostritzer erst am vergangenen Wochenende zum wiederholten Male bewiesen. Mit dem Friedensfest wurde in der Stadt erneut ein Zeichen für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz gesetzt. Trotz Dauerregen gab es für die Besucher ein abwechslungsreiches Programm von einer Podiumsdiskussion mit dem Ministerpräsidenten, verschiedenen Angeboten bis hin zu Konzerten. "Und anhand der ausgegebenen Einlassbändchen können wir auch genau sagen, wie viele Besucher wir beim diesjährigen Friedensfest hatten", sagt Marion Prange. Trotz Dauerregen kamen immerhin 956 Besucher.

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