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Einnahmen hoch, Kosten runter

Wie kann die Schwimmhalle Hirschfelde effektiver genutzt werden? Diese Frage treibt die Hirschfelder um. Ab September werden die Öffnungszeiten gekürzt.

So voll wie am Aktionstag zur Rettung der Halle Anfang Februar wird es in der Schwimmhalle Hirschfelde erst Ende August wieder. Bis dahin ist sie geschlossen.
So voll wie am Aktionstag zur Rettung der Halle Anfang Februar wird es in der Schwimmhalle Hirschfelde erst Ende August wieder. Bis dahin ist sie geschlossen. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Wie kann man mehr Gäste in die Schwimmhalle Hirschfelde locken? Oder die Kosten für die Halle senken? Diese Fragen treiben Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW) seit Monaten um. Denn der Sporteinrichtung droht die Schließung. Ende Februar stimmte im Zittauer Stadtrat eine Mehrheit von AfD, Linken und FFF-Fraktion gegen das Aus der Halle. Doch das Thema ist damit nicht vom Tisch.

Müller regte in der Diskussion selbst an, den Beschluss ein Jahr zu verschieben und bis dahin Verbesserungen zu probieren. Vorschläge sind gemacht worden. So regte Hirschfeldes Ortschaftsrat Alexander Sterz (FUW) an, das öffentliche Schwimmen im Stadtbad und das Vereins- und Schulschwimmen sowie Kurse in Hirschfelde zu konzentrieren. Auch ein teilweiser Umbau wurde vorgeschlagen, um das Becken für bestimmte Nutzergruppen attraktiver zu machen.

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Im Zittauer Sportbeirat wurde jetzt über Maßnahmen zur effektiveren Nutzung der Schwimmhalle Hirschfelde informiert. Der Bericht sei unbefriedigend gewesen, findet Stadtrat und Sportbeirat Dietrich Thiele (FUW).

Es gebe von der Städtischen Beteiligungsgesellschaft (SBG), in deren Verantwortung die Bäder liegen, keine richtigen Vorschläge, wie die Einnahmen erhöht werden könnten, kritisiert er. "Wir wissen, dass es Geld kostet, die Halle attraktiver zu machen", sagt der 78-Jährige. Aber das allein könne kein Grund sein, alle Vorschläge abzulehnen, meint Thiele. Mit der Bundespolizei könnte geredet werden, warum sie in Görlitz schwimmen geht und nicht in Hirschfelde, wo sie doch im Ort ihren Sitz hat, findet der FUW-Stadtrat. Die SBG müsse mal klar sagen, was sie bereit ist, zu tun, fordert er.

Öffentliche Schwimmzeiten werden gekürzt

Ab September werden die öffentlichen Schwimmzeiten verkürzt, teilt SBG-Geschäftsführer Matthias Hänsch mit. Aufgrund der geringen Auslastung entschied sich die SBG für diesen Schritt. "Dadurch werden zwei Personalstellen eingespart. Es ergeben sich Einsparungen beim Betriebsführungsentgelt für die SBG, die den möglichen Rückgang der Einnahmen deutlich übersteigen", erklärt er. Derzeit ist das Bad noch geschlossen.

Der Umbau des Beckens mit einem stufenartigen Einstieg wurde ebenfalls geprüft. "Er ist relativ teuer und es ist fraglich, ob diese Kosten wirtschaftlich über die Nutzungsentgelte gedeckt werden können. Die Entscheidung wurde verschoben", so Hänsch. Außerdem gibt es regelmäßige Überprüfungen sowie damit verbundene Optimierungen beim Energie- und Wasserverbrauch. Über weitere Maßnahmen werde laut Hänsch beraten, dazu gebe es noch keine Ergebnisse.

Mehr Einnahmen kann es über den Eintritt geben. Zum 1. Januar 2021 wurden neue Preise beschlossen, die mit Wiedereröffnung der Bäder greifen. "Das ist aufgrund der Kostenentwicklung notwendig, um die Verluste nicht weiter ansteigen zu lassen", begründet der SBG-Chef.

Bernd Müller strebt schon seit Monaten ein gemeinsames Treffen des Ortschaftsrates und der SBG-Geschäftsleitung an, um über Lösungen für die Schwimmhalle zu beraten. Er hofft, dass es in den nächsten Wochen endlich stattfindet.

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