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Wer ist der Favorit der CDU-Basis?

Heute wählt die Partei einen Bundesvorsitzenden. Sachsen wird eine Vorliebe zu Friedrich Merz nachgesagt. Wie sieht das in der Region Löbau/Zittau aus?

Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet (v.l.n.r.) bewerben sich um den CDU-Vorsitz. An der Basis in der südlichen Oberlausitz gibt es keinen klaren Favoriten.
Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet (v.l.n.r.) bewerben sich um den CDU-Vorsitz. An der Basis in der südlichen Oberlausitz gibt es keinen klaren Favoriten. © Michael Kappeler/dpa

Dass alle drei Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz aus Nordrhein-Westfalen kommen - wie er selbst auch -, macht die Wahl eines Favoriten für Michael Meaubert nicht leichter oder schwerer. "Norbert Röttgen kommt allerdings aus Stieldorf, ein Dorf weiter als mein Heimatort", sagt der Zittauer CDU-Chef. "Dem würde ich auch meine Stimme geben, wenn ich Delegierter wäre."

Michael Meaubert gehört nicht zu den insgesamt 30 sächsischen Wahlmännern, die über den neuen CDU-Bundesvorsitzenden entscheiden. Mit seiner persönlichen Einstellung zählt er auch nicht unbedingt zur Mehrheitsmeinung der sächsischen CDU-Basis. Der wird nachgesagt, Friedrich Merz zu favorisieren. "Ich weiß aus zuverlässigen Quellen, dass in der sächsischen CDU wohl Friedrich Merz der Favorit zu sein scheint, der seine Anhänger wohl insbesondere unter den jüngeren CDU-Mitgliedern hat", so Meaubert.

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Keine klare Mehrheit für Merz

Auf Nachfrage bei den CDU-Gemeindeverbänden im Zittauer und Löbauer Raum wird dies nicht unbedingt deutlich. Auch wenn sich nur vier von neun Vorsitzenden gegenüber der SZ äußern, sprechen sich nur zwei für den ehemaligen Chef der CDU-Bundestagsfraktion aus. "Persönlicher Favorit ist für mich Herr Merz für den CDU-Vorsitz. Einige der ausschlaggebenden Kriterien sind der wirtschaftliche Sachverstand und die Klarheit der Aussagen zu angefragten Themen", teilt Matthias Lehmann, Vorsitzender des Stadtverbandes Neusalza-Spremberg/Oppach und einige Jahre auch CDU-Kreischef, mit.

Auch Steffen Blaschke sieht Friedrich Merz als Favoriten. "Persönlich halte ich alle drei Kandidaten für erfahrene Politiker, die das Amt bekleiden könnten", sagt der Ostritzer, der betont, dass er nur für sich selbst und nicht für seinen Ortsverband spreche. "Von jedem der drei Herren gibt es Aussagen, die ich unterschreiben könnte, aber auch solche die ich kritisch sehe."

Froh, nicht abstimmen zu müssen

Dass er nicht mit abstimmen muss, darüber ist Markus Kranich froh. Denn eine Entscheidung fällt dem Vorsitzenden des Gemeindeverbandes Zittauer Gebirge sehr schwer. Armin Laschet kann sich der Großschönauer aber schwer als neuen CDU-Chef vorstellen. Ähnlich äußert sich Michael Meaubert für die Zittauer. "Armin Laschet ist ein guter Ministerpräsident in NRW. Als Vorsitzender der CDU in Deutschland halte ich ihn jedoch nicht für repräsentativ genug."

Markus Kranich schwankt zwischen Norbert Röttgen und Friedrich Merz. "Mein Herz sagt so, mein Verstand so." Sein Zittauer CDU-Kollege hält Friedrich Merz für jemanden, der zu sehr auf Applaus für seine Person aus ist. "Zwischen ihm und Frau Merkel besteht für mich ein zu großer Kontrast", sagt Meaubert. Dass er sich für Röttgen ausspricht, macht er aber nicht nur an der Nähe zu seinem Heimatdorf abhängig. "Er hat für mich in den vergangenen Kandidatenvorstellungen sehr gut aufgeholt, was die Darstellung seiner Persönlichkeit, seines Wissens und auch seiner Absichten und Sichtweisen angeht", so Meaubert weiter. "Ich halte ihn für sympathisch und ausgewogen. Er ist jemand, der zum Beispiel mit vergangenen Niederlagen ganz anders umgegangen ist als Friedrich Merz."

Auch wenn er sich Norbert Röttgen als Parteivorsitzenden gut vorstellen kann, als künftigen Bundeskanzler sieht Meaubert ihn aber nicht.

Wie auch immer die Entscheidung am Wochenende ausfällt, man werde mit ihr leben können, meint Markus Kranich.

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