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Mandau: Strömung reißt Frau 100 Meter mit

Das Ehepaar Conrad aus Großschönau hat am Mittwoch eine 55-Jährige aus dem Fluss gerettet - und berichtet auf SZ-Bitte. Ein Verdacht bestätigte sich nicht.

An dieser steilen Treppe ist die Frau in die Mandau gelangt.
An dieser steilen Treppe ist die Frau in die Mandau gelangt. © xcitepress

An einer Steiltreppe am Niederen Mandauweg in Großschönau hat der dramatische Vorfall am Mittwochabend seinen Anfang genommen. Von hier aus riss die Strömung der Mandau eine 55-jährige Einwohnerin etwa 100 Meter mit.

Als Retter in der Not erwies sich das Ehepaar Conrad. Das wohnt ganz in der Nähe. "Wir machten gerade einen Abendspaziergang, als wir Hilferufe hörten", erzählt Heike Conrad. Etwas entfernt sah sie zwei Frauen und dachte zuerst, dass es ein Treffen ist und der Ruf von dort kam. Doch schnell merkte Heike Conrad, dass die Stimme von der Mandau herüberschallte. "Als wir in den Fluss sahen, schwamm dort jemand", beschreibt sie die Notsituation. Da das Paar aber an dieser Stelle nicht zur Mandau herunterkam, rannte es einige Meter nach vorne, wo es eine Böschung gab. Die Frau stieg ins Wasser und packte die 55-Jährige an ihrer Jacke, um sie ans Ufer zu ziehen.

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"Wir haben dann selber laut um Hilfe geschrien, da wir gerade kein Handy einstecken hatten", erzählt Heike Conrad weiter. Sonst habe sie das Mobiltelefon immer dabei - nur ausgerechnet in dieser Notlage nicht. Heike Conrad half der geretteten Frau aufzustehen und meinte zu ihr, dass sie sich bewegen solle, um nicht zu frieren. "Ein anderer Anwohner hatte eine Decke und Tee gebracht", berichtet Heike Conrad. Auch die Polizei wurde verständigt.

Wenn jede Minute zählt

Um 19.27 Uhr alarmierte die Rettungsleitstelle schließlich die Feuerwehr. Doch die ursprüngliche Meldung lautete: "Kind aus Mandau gezogen, bewusstlos." Für die Kameraden zählte nun jede Minute. Sie rückten zu zehnt und zwei Fahrzeugen an. Vor Ort angekommen, konnten die Feuerwehrleute um Leiter Fabian Hälschke aufatmen: Ein Kind war nicht betroffen. Und die Frau sei bei Bewusstsein und wohlauf gewesen. "Da ist uns ein Stein vom Herzen gefallen", berichtet er. Ersthelfer hätten die 55-Jährige versorgt. Allerdings machte sie auf ihn einen etwas verwirrten Eindruck. Die Feuerwehr musste am Ende nur noch die Einsatzstelle ausleuchten. Die Frau kam vorsorglich in ein Krankenhaus. "Man vermutet, dass sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand", so Polizeisprecher Kai Siebenäuger.

Der letzte derartige Einsatz für die Feuerwehr Großschönau liegt über 20 Jahre zurück. Damals war ein Betrunkener in die Mandau gefallen und musste gerettet werden. Dann ist schnelles Handeln gefragt. Deshalb bittet Fabian Hälschke in solchen Fällen auch sofort den Notruf zu verständigen - und nicht zuerst die Polizei. "Um dass keine Zeit verloren geht", so der Feuerwehrleiter. Gerade jetzt biete die Mandau eine hohe Strömung. "Es gibt viele Stellen, wo die Frau hätte unter Wasser gezogen oder sich verletzen können", sagt er. "Sie hatte Glück."

Die 55-Jährige soll ebenfalls in der Nähe der Unglücksstelle wohnen. Sie sei aber wohl erst zugezogen, meinen die Retter zu wissen. Für Heike Conrad und ihren Mann steht nach dem Vorfall fest, dass man bei Hilferufen immer reagieren sollte. Denn es kann sich tatsächlich um einen Notfall handeln, bei dem schnelles Reagieren wichtig ist. Künftig will Heike Conrad das Handy immer einstecken haben, auch wenn sie nur mal kurz um die Häuser geht.

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