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Zittau

Der fast vergessene Tiermaler

Die Ausstellung über Rudolf Schramm kann das Zittauer Museum vorerst wegen Corona nicht zeigen. Dafür hat sie etwas anderes im Angebot.

So sieht das Cover zum Ausstellungskatalog aus.
So sieht das Cover zum Ausstellungskatalog aus. © Rolf Hill

Mit der Eröffnung der Sonderausstellung "Natur im Porträt: Rudolf Schramm - Zittau und die Tiermalerei" wollten die Städtischen Museen der Großen Kreisstadt, allen Widrigkeiten zum Trotz, das Jahr gebührend abschließen. Zumal der 70. Todestag des Künstlers anstand. Doch das Vorhaben fiel coronabedingt aus. Nun hat sich das Team um Direktor Peter Knüvener für Interessenten etwas anderes überlegt. Damit will das Museum sowohl auf die bereits im Heffterbau aufgebaute Ausstellung neugierig machen, als auch ein Geschenk für Weihnachten bieten.

So gibt's einen Katalog zur Ausstellung. Auf 96 Seiten – illustriert durch zahlreiche aussagekräftige Abbildungen – gibt Kuratorin Katrin Bielmeier einen einfühlsamen Überblick zum Schaffen des Künstlers und seines Werdegangs sowie auch über die unbedingt sehenswerte Exposition selbst. Obwohl der 1874 in Zittau geborene Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bedeutenden deutschen Spätimpressionisten gehörte und auch weit über die Grenzen Anerkennung fand, geriet er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend in Vergessenheit. Völlig zu Unrecht sollte man meinen, wenn man vor seinen oft großformatigen Bildern steht und von deren Aussagekraft, Lebendigkeit und Detailtreue gefangen genommen wird. Vermutlich resultiert ein Großteil dieses Desinteresse und der Verschwiegenheit zu DDR-Zeiten daraus, dass der Maler zwar kein glühender Verehrer des Nationalsozialismus war, aber dem Regime auch nicht ablehnend gegenüberstand.

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Ehrenmal aus dem Bürgersaal

Die malerischen Qualitäten Schramms, der seinem Namen selbst den Zusatz "Zittau" gab, sind beachtlich und zeugen von seiner Liebe zur Natur. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder das "Federvieh". Neben Enten, Gänsen, Hühnern und Puten stehen Wildtiere wie Fuchs, Reh und Hirsch im Fokus seiner Darstellungen. Auch davon liefert der Katalog eindrucksvolle Beispiele.

Neben den vielen in der Ausstellung gezeigten privaten Leihgaben sind Werke Schramm-Zittaus im Fundus der hiesigen Museen selbst zu finden. Allen voran wäre da das sogenannte, einst im Bürgersaal des Rathauses platzierte Ehrenmal "Der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen" zu nennen. Völlig zu recht geht deshalb auch die Kuratorin in einem gesonderten Kapitel näher auf dieses Werk und seine Bedeutung ein. Das soll an dieser Stelle genügen, um die Neugier und das Interesse geweckt zu haben.

Zum Angebot der Städtischen Museen im Zusammenhang mit der Ausstellung gehört der gleichzeitig erschienene Wandkalender im Format A3. Auch dieser trägt denselben Titel und umfasst 14 Seiten, auf denen sich zwölf der für die Exposition charakteristischen Tierporträts wiederfinden.

Trotz der Schließung des Museums aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung ist der Museumsshop in der Adventszeit wie folgt geöffnet: Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 14 Uhr, sowie am Sonnabend, 10 bis 16 Uhr.

  • Wandkalender, limitierte Auflage: Natur im Porträt. Rudolf Schramm-Zittau und die Tiermalerei A3 (29,7 cm x 42,0 cm), 14 Seiten, 15 Euro
  • Ausstellungskatalog: Katrin Bielmeier: Natur im Porträt. Rudolf Schramm-Zittau und die Tiermalerei, 96 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN: 978-3-7319-0427-4

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