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Schließt nun auch Bonita in Zittau?

Der Modehändler ist insolvent. Laut Medienberichten soll jede dritte Filiale geschlossen werden. Auch die am Markt?

Auch am Zittauer Markt betreibt Bonita eine Filiale - wie lange noch?
Auch am Zittauer Markt betreibt Bonita eine Filiale - wie lange noch? © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Erst Colloseum, dann Klier und nun Bonita. Schon wieder hat ein großes Unternehmen Insolvenz angemeldet. Davon könnte auch Zittau betroffen sein - die Bonita GmbH betreibt hier eine Filiale am Markt. Erst im Februar 2016 eröffnete der Damenmodehändler das Geschäft direkt neben der Johanniskirche. In dem Laden war zuvor über 20 Jahre Colloseum präsent, das Ende 2015 geschlossen wurde und später auf der Bautzner Straße wiedereröffnete.

Stehen die Geschäftsräume bald wieder leer? Laut einem Bericht der Österreichischen Textilzeitung sollen im Zuge der Unternehmenssanierung rund 200 der mehr als 600 Bonita-Filialen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden und Belgien geschlossen werden. Auch mehrere Hundert Stellen werden dem Bericht zufolge gestrichen.

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Dass unprofitable Filialen geschlossen werden sollen, bestätigte Bonita zwar der Textilzeitung, auf eine Zahl wollte sich das Unternehmen aber nicht festlegen. Stattdessen gab es die Versicherung, dass um jede Filiale und jeden Arbeitsplatz gekämpft werde. Ähnliche Aussagen gab es jüngst auch von der insolventen Friseurkette Klier. Konkrete Aussagen zum Zittauer Salon hat die von der Klier Hair Group beauftragte Presseagentur nicht gemacht.

Insgesamt 20 Standorte in Sachsen

Die gleiche Presseagentur, die Dictum Media GmbH, bearbeitet nun auch Anfragen von Journalisten zu Bonita. Und Medienberaterin Elke Schmitz geht diesmal explizit auf das Zittauer Geschäft ein. Demnach soll diese Filiale erhalten bleiben und fortgeführt werden - im Gegensatz zu anderen Niederlassungen in Sachsen. So hatte das Unternehmen bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass in Dresden die drei Bonita-Filialen im Kaufpark Nickern, im Elbepark und in der Prager Straße schließen. Ob weitere Bonita-Geschäfte in Sachsen dicht gemacht werden, wollte das Unternehmen auf erneute SZ-Anfrage nicht mitteilen. Der Damenmodehändler ist bis jetzt an insgesamt 20 Standorten im Freistaat präsent, in der Region gibt es noch weitere Filialen in Bautzen, Görlitz und Hoyerswerda.

Die Geschäfte sind jetzt erst einmal zu - aber das nicht wegen der Insolvenz, sondern aufgrund des erneuten Corona-Lockdowns. Der dauert vorerst bis zum 10. Januar. Früher wird die Zittauer Bonita-Filiale also nicht wieder öffnen.

Ob im Markt 14 tatsächlich weiter Damenmode verkauft wird - wie vom Unternehmen zugesichert, zeigt sich wohl endgültig erst nach dem Ende des Lockdowns. Dafür sprechen auch frühere Aussagen von Unternehmenssprecherin Erika Kirsten, die den damals neuen Standort in Zittau als besonders gute regionale Ergänzung im Dreiländereck bezeichnete.

Immerhin hatte Bonita auch schon vorher mal Interesse, sich in Zittau niederzulassen. 2007 war eine Filiale in dem geplanten Einkaufszentrum auf der Neustadt im Gespräch. Das Center wurde bekannterweise bis heute nicht gebaut und so konnte auch der Damenmodehändler dort kein Geschäft eröffnen. Die Chance dazu bot sich erst nach dem Colloseum-Rückzug.

Neue Investoren gefunden

Das Bonita-Geschäft in exponierter Lage zählt zu den Ankermietern am Zittauer Markt. Eine Schließung wäre deshalb ein weiterer Rückschlag für Zittaus Innenstadthandel. Erst vor Kurzem hatte Schuhhof sein seit knapp 30 Jahren bestehendes Geschäft am Rathausplatz geschlossen.

Dass es durchaus eine Zukunft für die Zittauer Bonita-Filiale geben könnte, zeigt auch die Meldung, dass neue Investoren für das Unternehmen gefunden wurden. Zum Investoren-Team um Bonita-Geschäftsführer Karsten Oberheide gehören ausgewiesene Spezialisten der Mode- und Finanzbranche, die mit ihrem Fortführungskonzept den Gläubigerausschuss überzeugt hatten. Die Investoren wollen die Marke wieder auf Damenoberbekleidung für Frauen mittleren und gehobenen Alters fokussieren. Selbst für die Filialen, deren Schließung bereits angekündigt wurde, könnte es noch weitergehen. So werden mit Vermietern Verhandlungen geführt, um Geschäfte, deren Mietverträge bereits gekündigt wurden, zu retten und fortzuführen, teilt Bonita mit.

Die 1969 gegründete Modemarke Bonita gehörte seit 2012 zur Tom Tailor Gruppe in Hamburg. Die zweite Konzerntochter, die Tom Tailor GmbH, wurde mittlerweile an den chinesischen Fosun-Konzern verkauft.

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