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Wird die Schwimmhalle 2022 abgerissen?

Der Zittauer Stadtrat soll aus Spargründen über die Zukunft des Hirschfelder Beckens entscheiden. Das wären die Auswirkungen - zum Beispiel für elf Grundschulen.

Grundschüler planschen im Becken der Hirschfelder Schwimmhalle.
Grundschüler planschen im Becken der Hirschfelder Schwimmhalle. © Matthias Weber (Archiv)

Wird die Schwimmhalle Hirschfelde jemals wieder öffnen? Sollte der Lockdown länger als erwartet dauern und der Zittauer Stadtrat am Donnerstag die entsprechende Entscheidung fällen, bleibt sie für immer zu. Und nicht nur das: Dann könnte die Schwimmhalle 2022 sogar abgerissen werden. Oder muss einer anderen Nutzung zugeführt werden. So steht es in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Rat.

Aktuell ist die Sportstätte wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Der Stadtrat soll den Oberbürgermeister mit der "Stilllegung der Schwimmhalle Hirschfelde zur Sommerpause 2021" beauftragen. Zur Begründung heißt es, dass die Schließung, die damit verbundene Einsparung beim Stadtkonzern sowie die daraus folgende höhere Einnahme der Stadt Teil des beschlossenen Konzepts zur Haushaltskonsolidierung ist und umgesetzt werden soll. Zumal kurzfristig eine Viertel Million Euro in die Sanierung zu stecken wären. Zittau hat seit Längerem ein finanzielles Problem.

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Nach Angaben der Verwaltung sind alle Versuche, Kosten zu sparen, ausprobiert oder geprüft worden und gescheitert. Letztendlich nutzen zu wenige Freizeit-Schwimmer die Halle. 2019 waren es durchschnittlich 191 pro Woche.

Auch die Auswirkungen einer Schließung beschreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage. Dazu gehören unter anderem:

  • Mehreinnahmen für die Stadt in Höhe von über 70.000 Euro pro Jahr
  • Wegfall der öffentlichen Schwimmstunden ohne Ersatz im Stadtbad
  • Weniger Aquakurse
  • Grundschüler aus Hirschfelde können im Stadtbad schwimmen lernen
  • Eltern/Schulleiter der Kinder in den anderen zehn Grundschulen aus dem Südkreis Görlitz müssen sich anderweitig kümmern
  • Blockheizkraftwerk nicht mehr ausgelastet

Die Diskussion über die Zukunft der Halle ist schon rund zwei Jahre alt. Mit mehreren Aktionen hatten Hirschfelder, Schwimmer und andere gegen die Pläne protestiert.

Zittau hatte die Halle im Zuge der Eingemeindung von Hirschfelde 2008 übernommen. Im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt sollte sie erhalten bleiben, heißt es im Eingemeindungsvertrag. Die Stadt übergab sie an ihren Konzern SBG. Er sanierte sie mit dem Ziel, sie weitere zehn Jahre zu betreiben.

  • Termin, öffentliche Stadtratssitzung: Donnerstag, 17 Uhr Bürgersaal im Rathaus

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