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So will Zittau noch mehr Energie sparen

Die Mandaustadt will ihre Energiebilanz weiter verbessern. Dabei spielen auch Abrisse eine Rolle.

Im ehemaligen Zittauer Armeegebiet wurde zuletzt das Gebäude Villingenring 2 abgerissen.
Im ehemaligen Zittauer Armeegebiet wurde zuletzt das Gebäude Villingenring 2 abgerissen. © Matthias Weber/photoweber.de

Was hat der Abriss von alten Armeegebäuden mit Energiesparen zu tun? Einiges. Davon ist das Energieteam der Stadt Zittau überzeugt. Das Gremium, dem unter anderem Mitarbeiter der Stadt, der Stadtwerke und Stadträte angehören, sieht darin ein wichtiges Projekt, um die Energiebilanz Zittaus weiter zu verbessern. Das gelinge nicht allein durch den Abriss der Gebäude, sondern vor allem durch die naturnahe Begrünung der entstehenden Freiflächen. Durch den Abbruch der alten Armeegebäude wird auch eine Frischluftschneise vom Gebirge zur Stadt geschaffen.

Dass weitere Kasernengebäude verschwinden, ist ein Baustein auf dem Weg zu einer besseren Energiebilanz. Optimierungspotenzial sieht das Energieteam ebenso in anderen Bereichen.

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  • Weitere Reserven gibt es bei der Straßenbeleuchtung

Die Straßenbeleuchtung soll in den nächsten Jahren weiter auf energieeffiziente Leuchtmittel wie LED umgestellt werden. Zuletzt hatte die Stadt Zittau unter anderem die Beleuchtung entlang der Schliebenstraße, dem Külzufer und der Lindenstraße erneuert und damit deren Energieeffizienz erhöht.

  • Zu den Optimierungspotenzialen gehört auch die Senkung des Energieverbrauchs in den städtischen Liegenschaften

Ziel ist es, die Preissteigerungen im Energiesektor vor allem durch die Verringerung des Verbrauchs auszugleichen. Dafür braucht es eine Erfassung des genauen Verbrauchs. Bereits 2015 führte Zittau ein Energie-Management ein, das die monatliche Erfassung und Überwachung des Heizenergie-, Strom- und Wasserverbrauches beinhaltet.

Neben dem Verbrauch werden Baumängel, die sich ungünstig auf den Energieverbrauch auswirken, erfasst. Gleichzeitig wird das Einsparpotenzial beim Betrieb der Liegenschaften, das sich mit geringen Investitionen umsetzen lässt, erschlossen. Zu den größeren Maßnahmen der Vorjahre gehört die energetische Sanierung der Parkschule. Positive Einsparergebnisse erwartet die Stadt von der Erneuerung der Rathausfenster, der momentan noch läuft. Gleiches gilt für die Sanierung der Sporthalle an der Lisa-Tetzner-Straße, die unmittelbar bevorsteht.

Begleitet werden die großen Maßnahmen durch kleinere - so die Dämmung von Warmwasser- und Heizleitungen.

Im energieeffizienten Betrieb der städtischen Liegenschaften sieht die Leiterin des Energieteams die größten Einsparpotenziale für die kommenden Jahre.

  • Großes Potenzial liegt im Bereich des kommunalen Fuhrparks

Die Stadtverwaltung beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Frage des Einsatzes effizienter, umweltfreundlicher Fahrzeuge. Elektrofahrzeuge besitzt die Stadtverwaltung noch keine. "Hierbei spielten bisher vor allem die Anschaffungskosten eine Rolle", erklärt Energieteam-Leiterin Ines Hirt und fügt hinzu: "Beim Ersatz älterer Fahrzeuge ist künftig über effiziente und umweltfreundlichere Fahrzeuge nachzudenken, hier könnte vor allem bei Fahrzeugen für kurze Strecken der Elektroantrieb gewählt werden. Dies betrifft aber nicht nur Autos, sondern auch den Einsatz von E-Bikes."

  • Stärkung des Radverkehrs innerhalb des Stadtgebietes

Seit Jahren steht als eine wichtige Aufgabe bei der Verkehrsentwicklungsplanung die Fortschreibung des Rad- und Fußgängerverkehrs sowie Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf der Agenda, informiert Ines Hirt. Diese Planung steckt unter anderem den Rahmen für die Fahrradfreundlichkeit der Stadt und damit für den Ausbau der künftigen Infrastruktur ab.

Möglich ist beispielsweise die Errichtung von Radstreifen. Die Stadt bevorzugt Radstreifen auf der Fahrbahn statt separaten Radwegen, da diese billiger sind. In den vergangenen Jahren sind unter anderem entlang der Äußeren Weberstraße, der Süd- und Schrammstraße Radstreifen entstanden. Bereits angekündigt ist auch ein Radstreifen im Bereich Hochwald-/Schliebenstraße.

Die Stadt prüft ebenso die Einrichtung von Fahrradstraßen. Bis September 2021 sollen Ergebnisse vorgelegt werden, beschloss der Stadtrat. Auf konkrete Straßen hat er sich aber noch nicht festgelegt.

Ines Hirt legt sich nicht auf konkrete Maßnahmen fest. Darüber sei bei der Erstellung des neuen Energiepolitischen Arbeitsprogramms (EPAP) zu beraten, teilt sie mit.

Weniger Prozente als vor vier Jahren

Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte sich die Stadt Zittau zur Teilnahme am international verbreiteten Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem "European Energy Award" entschieden. Die Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Kommune werden aller vier Jahre von unabhängiger Seite überprüft. Nachdem die Stadt Zittau vor vier Jahren knapp 74 Prozent der möglichen Punkte erreicht hatte, waren es bei der jüngsten Re-Zertifizierung rund 68 Prozent. Das Zertifizierungsverfahren werde kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden zur Erreichung der Klimaziele von EU und Bund auch die Bewertungskriterien verschärft, begründet Frau Hirt den Rückgang.

Nur zehn Prozent der möglichen Punkte erreicht Zittau beim Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch. "Um diese Bewertung künftig verbessern zu können, sind zum Beispiel Abstimmungen mit den Zittauer Stadtwerken zur Herkunft des Ökostroms zu führen und reiner Ökostrom zu beziehen", sagt Ines Hirt. Das Ökostromzertifikat der Stadtwerke, mit Bezug zu Wasserkraft skandinavischer Herkunft, wird bisher im Sinne des "European Energy Award" nicht anerkannt.

Möglich wäre auch die Stromerzeugung für einzelne städtische Gebäude durch eigene Solaranlagen. Das seien aber reine theoretische Betrachtungen, betont Frau Hirt.

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