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Wer kümmert sich künftig um Zittaus Weinau-Stadion?

Die Sportstätte könnte zehn Jahre nach der Sanierung von der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft bewirtschaftet werden. Stadtrat Dietrich Thiele sieht darin eine große Chance.

Blick aus der Luft auf das Weinaustadion in Zittau.
Blick aus der Luft auf das Weinaustadion in Zittau. © Jens Neumann-Weinbeer/www.zittau

Vor zehn Jahren wurde das Weinau-Stadion in Zittau nach dreijähriger Sanierung, die gut 4,4 Millionen Euro gekostet hatte, wiedereröffnet. Der damalige SZ-Bericht trug den Titel "Weinau-Stadion gehört wieder dem Sport". Damit waren nicht die wahren Besitzverhältnisse gemeint: Die Sportstätte war und blieb im Eigentum der Stadt Zittau.

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Daran soll sich auch zehn Jahre nach dem Stadionumbau nichts ändern. Allerdings sollte die Stadt die Bewirtschaftung und Pflege des Weinau-Stadions der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft (SDG) übertragen. Diesen gemeinsamen Vorschlag machen die Stadtratsfraktionen der Freien Unabhängigen Wähler (FUW), der Freien Wähler und der FDP. Der Zittauer Stadtrat stimmte einer Prüfung dieses Vorschlages einstimmig zu.

"Eine Prüfung hat bisher noch nicht abschließend stattgefunden", teilt Stadtsprecher Kai Grebasch auf SZ-Nachfrage mit. Die Prüfung laufe noch und werde auch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, so Grebasch.

Für die drei vorschlagenden Fraktionen liegen die Vorteile auf der Hand. Sie erwarten eine Kostenreduzierung bei der technischen Ausstattung und eine Effizienzsteigerung bei der Personalplanung. Insbesondere eine Entlastung bei der technischen Ausstattung durch die Technik der SDG sei aktuell denkbar, findet der Stadtsprecher. "Bei den Personalkosten sind aufgrund der Tarifbindung der Mitarbeiter eher weniger Synergieeffekte zu erwarten", glaubt Grebasch.

Es gehe nicht darum, Personal abzubauen, beruhigt Dietrich Thiele (FUW). Die drei Mitarbeiter der Stadt in der Weinau sollen künftig bei der SDG angestellt sein und dort besser eingesetzt werden. Jetzt seien sie, so Thiele, nur für das Gelände des Stadions zuständig, während die Flächen außerhalb von den Mitarbeitern der SDG sauber gehalten werden. "Das sollte alles in eine Hand kommen", findet der 78-Jährige.

Es gebe Situationen, die könne er nicht nachvollziehen, meint Thiele. So schieben die Stadtmitarbeiter im Winter den Schnee auf dem Parkplatz am Stadion. Der sich anschließende Rad- und Gehweg rund ums Stadion wird allerdings von der SDG geräumt, die dafür extra mit Geräten und Maschinen aus Zittau-Süd anrücken muss. Dabei könnten das die Stadtmitarbeiter mit ihrem Maschinenpark mit erledigen, findet der ehemalige Sportbeiratschef. So lassen sich Personal und Maschinen effizienter einsetzen. Und das führe am Ende zu Kosteneinsparungen, steht für Thiele fest.

Und die Ausgaben der Stadt Zittau für das Weinau-Stadion und seine Pflege sind nicht unerheblich - Dietrich Thiele schätzt sie auf 270.000 bis 300.000 Euro im Jahr, einschließlich der Personalkosten.

Ausgaben zu reduzieren, sei aber nur ein Punkt, findet der Zittauer Stadtrat. Auf der anderen Seite sollte das Stadion besser vermarktet und dadurch mehr Einnahmen erzielt werden. Das würde ebenfalls den Stadthaushalt entlasten.

Das Weinau-Stadion wurde vor zehn Jahren modernisiert, um es für internationale und nationale Wettkämpfe fit zu machen. Einige Monate nach dem Abschluss der Sanierung fand die Senioren-Leichtathletik-EM statt. Seitdem, kritisiert Thiele, habe es keine ähnlich großen Veranstaltungen mehr gegeben. In anderen Stadien werden dagegen regelmäßig Meisterschaften in Wurf- oder Sprungdisziplinen abgehalten, so der 78-Jährige. Für diese Vermarktung - wie auch weitere Aufgaben - sollte seiner Meinung nach die Stelle eines Sportverantwortlichen im Rathaus geschaffen werden.

Die Bewirtschaftung des Weinau-Stadions könnte probeweise für ein Jahr an die SDG übertragen werden. Anhand der tatsächlichen Einsparungen könnte danach über eine dauerhafte Bewirtschaftung durch die SDG entschieden werden, findet Thiele.

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