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Fotoatelier für Zittaus Theater geopfert

Dem Musentempel musste vor 85 Jahren das "Stephanische Haus" weichen. Von ihm blieb aber wenigstens etwas erhalten.

Das „Stephanische Haus“ am Ring kurz vor seinem Abriss. Es musste Zittaus neuem Theater Platz machen. Das Foto von 1936 stammt von einem Fotografen der „Zittauer Nachrichten“.
Das „Stephanische Haus“ am Ring kurz vor seinem Abriss. Es musste Zittaus neuem Theater Platz machen. Das Foto von 1936 stammt von einem Fotografen der „Zittauer Nachrichten“. © Repro Heike Schwalbe

Das Stephanische Haus – ein eigenwilliger Name. Aber wo stand dieses Gebäude in Zittau, warum hieß es so, wie sah es aus, barg es Besonderheiten?

Nur die älteren Zittauer konnten dieses Haus noch mit eigenen Augen sehen. Man kennt es aus deren Erzählungen oder von schriftlichen Aufzeichnungen. Es stand direkt an der Augustusallee (heute Theaterring) gegenüber der Pestalozzischule und trug die Nummer 12. Der Rechteckbau aus einem Parterre- und einem Obergeschoss hatte eine beträchtliche Länge mit jeweils elf Fenstern an der Straßenfront. Von wildem Wein bewachsen, besaß das Gebäude ein Krüppelwalmdach mit Giebelfenstern. Im Inneren gab es sogar Stuckdecken. 

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Dennoch war es ein einfaches Wohnhaus, solide gebaut. Der Fotograf Theodor Stephani hatte hier seine Räume. Als seine Eltern das Anwesen an die Stadt verkauften, behielt Stephani hier sein Atelier. Als Fotograf war er bekannt und erhielt von der Stadt 1901 den Auftrag, eine Fotodokumentation der Zittauer Altertumsausstellung anzufertigen, die im Bürgersaal des Rathauses zu sehen war. Sicherlich nutzte Stephani auch den großen Garten hinter dem Haus für seine fotografischen Arbeiten. Viele Generationen fühlten sich hier wohl, und mehrere hätten folgen können.

Abriss im Sommer 1936

Doch der Abriss war beschlossen, da auf diesem Grundstück das neue Zittauer Theater entstehen sollte. Am 6. Oktober 1935 wurde im Stephanischen Garten der Grundstein dafür gelegt. Im Sommer 1936 wurde der Abbruch des Gebäudes begonnen. Zuletzt nutzte hier das Baubüro des neuen Theaters Räume, bevor es in den zweiten Stock des Bühnenhauses umzog, um den Bauabschluss zu begleiten. Am 27. September 1936 war es soweit, das neue "Grenzlandtheater" wurde eröffnet. Vom Stephanischen Haus blieben nur zwei Fenstergitter aus dem Erdgeschoss und kunstvoll gearbeitete Schlösser. Sie nahm das Städtische Museum in seinen Bestand auf.

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