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2022 kein Tag der Sachsen in Zittau

Stadtrat und -verwaltung wollen das Fest mit mehreren Hunderttausend Besuchern aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht ausrichten. Dafür ein anderes Großevent.

Solche Bilder wie hier beim Tag der Sachsen 2001 wird es so schnell in Zittau nicht wieder geben.
Solche Bilder wie hier beim Tag der Sachsen 2001 wird es so schnell in Zittau nicht wieder geben. ©  Wolfgang Wittchen (Archiv)

Die Ablehnung hätte kaum deutlicher sein können: Kein einziger Stadtrat hat am Donnerstagabend dafür gestimmt, dass sich Zittau nach 2001 zum zweiten Mal um die Ausrichtung des "Tages der Sachsen" bewirbt. Drei enthielten sich der Stimme. 

Bereits bei der Vorstellung des Beschlusses am Donnerstag machte die Stadtverwaltung  im Gegensatz zur schriftlichen Vorlage deutlich, dass sie sich nicht mit Begeisterung auf den Weg machen würde. Die Vorbereitungszeit bis 2022 sei zu kurz, die Stadtverwaltung nicht mehr dieselbe wie 2001, so Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) und seine Kulturreferentin Wiepke Steudner. Zumal damals in Größenordnungen Beschäftige in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und aus anderen Bereichen des zweiten Arbeitsmarktes zur Vorbereitung eingesetzt wurden, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus hätte sich die Idee des "Tages der Sachsen" im Lauf der Jahre ein bisschen abgenutzt und gehöre erneuert, hieß es. Auch das finanzielle Risiko - vor dem Hintergrund möglicherweise durch Corona ausbleibender Einnahmen und des ohnehin schon leeren Stadtsäckels - ist derzeit schwer kalkulierbar. Aber die endgültige Entscheidung solle der Stadtrat treffen, sagte der OB.

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Die Ablehnung des Rates war abzusehen, denn seine Ausschüsse und Beiräte hatten sich schon im Vorfeld gegen eine Bewerbung ausgesprochen. Am Donnerstag machten die Stadträte noch einmal deutlich, warum und schlossen sich dabei weitgehend der Verwaltungssicht an. Jens Hentschel-Thöricht (Linke) brachte ein weiteres Argument vor: Die Linken hegen seinen Worten zufolge wegen der Kulturhauptstadtbewerbung "ein tiefes Misstrauen" gegen die Stadtverwaltung. Bevor sie nicht abgerechnet und aufgearbeitet ist, gibt es von den Genossen kein grünes Licht für weitere Events.

Darüber, dass der "Tag der Sachsen" unter anderen Vorzeichen eine große Chance für Zittau bedeutet, waren sich fast alle einig. Deshalb wurden auch Überlegungen laut, ob sich die Stadt nicht für 2024 oder 2025 bewerben soll. Für die erste Diskussion darüber schlug Jörg Domsgen (AfD) eine Zusammenkunft der Fraktionschefs vor. 

Anders sah das bei der Bewerbung zum Landeserntedankfest im Jahr 2022 aus. Eine Nummer kleiner - mit ein paar Zehntausend statt Hunderttausenden Besuchern -  mit weniger Organisationsaufwand und finanziellem Risiko behaftet fand der Antrag auf eine Bewerbung die mehrheitliche Zustimmung. Als kirchliches Fest passt es nach Ansicht des OB unter anderem gut zu Zittaus schönen Kirchen. Außerdem haben bereits Kirchgemeinden ihre Unterstützung signalisiert.

Zittau hat 2001 den Tag der Sachsen ausgerichtet. Damals kamen über 300.000 Besucher. Laut Zenker ist nun Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) unter anderem wegen der Kulturhauptstadtbewerbung auf die Stadt zugekommen und hat ihr die zweite Bewerbung angetragen. Beim Landeserntedankfest war es das Kuratorium für das Fest, das die Stadtverwaltung nach der gescheiterten Bewerbung für das Jahr 2018 angesprochen hat. Eigentlich hätte Zittau - wenn die Stadt den Zuschlag bekommt - die Veranstaltung schon 2021 ausrichten können. Da das diesjährige Fest aber wegen Corona auf das nächste Jahr verschoben wird, geht es nun um die Ausrichtung für 2022.  

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