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Neue Tagespflege gegen Einsamkeit

Das Ehepaar Jonas betreibt seit Kurzem den "Sonnenschein" am Bergblick in Olbersdorf - und bietet noch freie Plätze.

Robert Malek fühlt sich in der Olbersdorfer Tagespflege Sonnenschein sehr wohl. Dass es allen Gästen so geht, ist das Ziel von Geschäftsführer Torsten Jonas und seiner Frau.
Robert Malek fühlt sich in der Olbersdorfer Tagespflege Sonnenschein sehr wohl. Dass es allen Gästen so geht, ist das Ziel von Geschäftsführer Torsten Jonas und seiner Frau. © Matthias Weber/photoweber.de

Robert Malek freut sich auf die Zeit in der Tagespflege Sonnenschein. "Das ist etwas anderes als immer nur zu Hause zu sitzen", sagt er. Hier würden sie viel unternehmen. Er mag vor allem die Spaziergänge und Körperübungen, aber auch das Basteln von Sternen aus Frühstückstüten sei mal etwas anderes. Dazu kämen die gute Gemeinschaft mit den anderen Gästen und eine gute Betreuung. Der Olbersdorfer jedenfalls fühlt sich hier rundum gut versorgt.

Hilfe im Alltag, Gesellschaft und - soweit nötig - eine professionelle Versorgung ihrer Gäste sind Nicole und Torsten Jonas wichtig. Sie haben im September die Tagespflege Sonnenschein im Olbersdorfer Neubaugebiet als Angebot für ältere Mitmenschen eröffnet. Mit zunehmendem Alter nehme oft auch die Einsamkeit zu, sagen sie. Diese Isolation begünstige oft depressive Verstimmungen. Auch der Pflegezustand könne sich in dieser Situation durchaus verschlechtern.

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In der Tagespflege hätten die Menschen wieder regelmäßige Strukturen, die ihnen im Alltag helfen können. Noch viel wichtiger sei aber die Gesellschaft. Hier treffen sie Leute, die eine ähnliche Lebenserfahrung wie sie selbst haben, können gemeinsam etwas unternehmen und sich austauschen. Das bestätigen auch andere Gäste. Sie kämen gern hierher, sagen etwa drei Damen, die ebenfalls Sterne basteln. Eine kommt sogar extra aus Jonsdorf, um den Tag hier zu verbringen.

Probetag kann vereinbart werden

Trotz der vielen Angebote könne jeder Gast selbstverständlich jederzeit eigene Interessen verfolgen, sagt Geschäftsführer Torsten Jonas. Viele würden sich ihr Strickzeug mitbringen, manche klöppeln sogar, während wieder andere ein Buch lesen oder sich miteinander unterhalten. Speziell in der Tagespflege am Bergblick hätten sich schon etliche getroffen, die sich über die Zeit aus den Augen verloren hatten, sagen Nicole und Torsten Jonas. So konnten schon einige alte Freundschaften aufleben. Hier hätten auch die Pflegekräfte mehr Zeit für jeden als das bei der Pflege zu Hause möglich wäre. Nicht zuletzt sei das auch für pflegende Angehörige entlastend, die durch die Tagespflege Zeit für andere wichtige Dinge bekommen.

Diese Vorteile einer Tagespflegeeinrichtung seien auch in der derzeitigen Corona-Krise wichtig. Das junge Ehepaar tut deshalb alles ihnen Mögliche, das Risiko von Ansteckungen zu verringern. Das Hygienekonzept reicht von der sorgfältigen Händedesinfektion beim Betreten der Einrichtung bis zum häufigeren Reinigen aller relevanten Bereiche. Die Zahl der Tagesgäste sei reduziert und alle, die hier aus- und ein-gehen, getestet - bisher negativ. Sollte jemand auch nur geringe Anzeichen von Erkältungssymptomen zeigen, bleiben er oder sie sofort zu Hause. Bisher hätten alle diese Maßnahmen gut funktioniert.

Daher kann das Ehepaar auch weiterhin seine Einrichtung öffnen und sogar neue Gäste aufnehmen. Wer das einmal ausprobieren möchte, kann einen Probetag vereinbaren. Nicole und Torsten Jonas kümmern sich auch um die Abrechnung, wenn das gewünscht wird und bieten zudem eine Pflegegradberatung an. Es müsse auch niemand Angst haben, sich durch die Tagespflege den Pflegedienst zu Hause nicht mehr leisten zu können. Diese werde zusätzlich bezahlt, sagen sie.

Geld ist zwar wichtig, aber längst nicht alles. Nicole und Torsten Jonas wollen ihren Gästen vor allem Zeit und Aufmerksamkeit schenken und sie so behandeln, wie sie sich das selber wünschen würden. "Mit wenigen Dingen kann man hier viel erreichen", sagen sie. Die Dankbarkeit, die sie längst nicht nur dafür bekommen, sei das Schönste an ihrem Beruf. So ist es für sie selbstverständlich, am Heiligabend zu öffnen, um ihren Gästen ein Weihnachtsfest in Gemeinschaft zu ermöglichen.

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