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Immer wieder Ärger mit Taubenkot

In der Inneren Weberstraße in Zittau gibt es Probleme mit den Vögeln und ihren stinkenden Hinterlassenschaften. Nicht zum ersten Mal. Nun wird gehandelt.

Tauben sorgen in Städten immer wieder für Ärger - wegen ihrer stinkenden Hinterlassenschaften.
Tauben sorgen in Städten immer wieder für Ärger - wegen ihrer stinkenden Hinterlassenschaften. © Uwe Zucchi/dpa

Tauben und ihr Kot können wirklich lästig sein. Das stellen derzeit auch Claudia und Wolfgang Huth fest. Rund um ihr Zittauer Optikergeschäft in der Inneren Weberstraße liegen Unmengen weißer Taubendreck und graue Federn. Regelmäßig putzt, kratzt und schrubbt Claudia Huth die stinkenden Hinterlassenschaften weg. Doch kaum ist der Taubenkot entfernt, liegt neuer auf dem Fußweg vor dem Laden oder im angrenzenden Feuergässchen.

Vergangene Woche hat Claudia Huth wieder einmal den Besen aus der Ecke geholt und sauber gemacht. Mit heißem Wasser löste sie die Kot-Reste, um sie dann wegzuschrubben. Ein paar Tage später ist davon kaum noch was zu sehen. Eine regelrechte Kot-Spur zieht sich erneut durch das Feuergässchen. Wer hier entlang läuft, hat sofort einen stinkenden Geruch in der Nase.

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Seit zwei Monaten ist es richtig schlimm

Zu Dutzenden haben sich die Vögel auf den Häusern Innere Weberstraße 7 und 9 eingenistet. Vor allem vor dem Laden sei es in den letzten zwei Monaten richtig schlimm geworden, beklagt sich Claudia Huth. Im Feuergässchen ärgern sich die Anwohner sogar noch länger über den Taubenkot. 

Auch Margitta Knakowski, die in der Inneren Weberstraße 9 wohnt, ist darüber nicht erfreut. Sie hat sich mit dem Eigentümer des Gebäudes, einer Firma aus Münster-Nienberge in Verbindung gesetzt. Im Frühsommer kontaktierte sie erstmals den Hausbesitzer, schickte wenig später auch aussagekräftige Bilder von den Verunreinigungen. 

Am Donnerstag wird nun gehandelt: Im Auftrag des Eigentümers bringt die Hygiene-Service GmbH Zittau auf den Fensterbrettern Taubenabwehr an. Damit sollen die Vögel vergrämt werden. Margitta Knakowski weiß, dass der Eigentümer schon im August angefragt hatte, aber erst jetzt ein Termin verfügbar war.

Das Feuergässchen in Zittau ist gesäumt von einer Taubenkot-Spur.
Das Feuergässchen in Zittau ist gesäumt von einer Taubenkot-Spur. © Foto: Jan Lange

Eine solche Maßnahme würden sich die Huths auch für ihr Haus wünschen. Sie selbst können nichts machen, sie sind nur Mieter. Ihren Vermieter wiesen sie bereits auf das Taubenproblem hin. Auch bei der Stadt meldeten sie sich. In der Verwaltung gehen hin und wieder Beschwerden wegen Taubenbelästigung und Kot ein, wie Stadtsprecher Kai Grebasch erklärt. Doch die Stadt sieht die Hauseigentümer in der Verantwortung.

Die Eigentümer sind nach der städtischen Straßenreinigungssatzung auch für die Entfernung des Taubenkots direkt vor ihren Häusern verantwortlich. Wenn sie dem nicht nachkommen, droht ein Verwarn- oder Bußgeld. Da Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Taubenkot als Verunreinigungsgrund nicht gesondert erfasst werden, kann die Verwaltung auch nicht sagen, ob deswegen Bußgelder verhängt wurden. Anlieger an den betroffenen Straßen wurden jedoch schon vom Ordnungsamt aufgefordert, die Gehwege zu reinigen. Bei strittigen Zuständigkeiten wie kleinen Gassen wurde die Städtische Dienstleistungsgesellschaft mit der Reinigung beauftragt, teilt Grebasch mit.

Schon vor einigen Jahren hatten sich Anwohner beschwert

Mit der Beseitigung des Taubenkots ist das Problem aber nicht gelöst. Wie Bürgeramtsleiter Uwe Pietschmann vor einigen Jahren erklärte, könne die Stadt das Taubenproblem nicht lösen. Seinerzeit beschwerten sich ebenfalls Anwohner der Inneren Weberstraße über das Taubenproblem. Das Zentrum der Verunreinigung lag zwischen der Inneren Weberstraße 13 und 21. Nun scheinen die Vögel ein neues Quartier gefunden zu haben.

Als sie mal vier Tage nicht da waren, sah es richtig schlimm vor ihrem Optikergeschäft aus, berichtet Claudia Huth. Wie, wird am leerstehenden Laden nebenan deutlich. Hier liegen Unmengen an Taubenkot und Taubenfedern vor der Eingangstür. Die Kunden schleppen den frischen Kot in den Laden, sagt Claudia Huth. Auch deshalb greift sie immer wieder zum Besen, um zumindest die größten Kot-Reste zu beseitigen. Das sei aber nicht die Lösung, findet sie.

Tauben zu vergrämen, ist nicht einfach

Wolfgang Huth klatscht immer wieder in die Hände, um die Tauben aufzuscheuchen. Es ist ein verzweifelter Versuch, dem Problem Herr zu werden. Dauerhaft verscheuchen kann er die Vögel damit nicht. Haben Tauben einmal einen Platz gefunden, kommen sie immer wieder. Sie zu vergrämen, ist nicht so einfach. Maßnahmen dürfen nur professionelle Schädlingsbekämpfer einleiten. An den betroffenen Gebäuden können beispielsweise Netze oder Spikes angebracht werden. Die Stadt Zittau ergriff derartige Schutzmaßnahmen beispielsweise am Rathaus. "Die Belastung wurde wesentlich verringert, aber nicht gänzlich beseitigt", erklärt Kai Grebasch.

Dass die Belastung verringert wird, hoffen auch Huths. Profitieren doch alle davon, wenn das Taubenproblem gelöst werde, meinen sie.

Die Anwohner befürchten auch gesundheitliche Schäden, wenn nichts gegen die Taubenplage unternommen wird. Diese Angst ist nicht unbegründet. Durch Taubenkot können krankheitserregende Bakterien, Hefen und Pilze übertragen werden. Nicht zu vergessen die Schäden an den Gebäuden durch die im Taubenkot enthaltene Salpetersäure.

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