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Wie Zittaus Tierpark entstanden ist

Nach tausenden freiwilligen Arbeitsstunden und Geldspenden konnte die Anlage 1965 öffnen. Bald schon kam die Zoo-Prominenz der DDR hierher.

Während der Zittauer Konferenz der Zoodirektoren am 2. Oktober 1975 unter Leitung von Prof. Dr. Heinrich Dathe (Mitte), Berlin.
Während der Zittauer Konferenz der Zoodirektoren am 2. Oktober 1975 unter Leitung von Prof. Dr. Heinrich Dathe (Mitte), Berlin. © Sammlung Rolf Hill

Der Zittauer Tierpark in der Weinau, der „Zoo am Dreiländereck“, wie er sich selbst nennt, hat seit seiner Gründung vor 55 Jahren nichts an Popularität verloren, im Gegenteil.

Der erste symbolische Spatenstich fand genau am 17. Januar 1965 statt, nachdem auf der ersten Stadtratssitzung jenes Jahres der Bau von den Stadtverordneten abgesegnet worden war. Dem vorausgegangen war Anfang der 1950er Jahre ein Beschluss, die Weinau als Erholungspark auszubauen. Kultureinrichtungen sowie die Erweiterung eines bereits vorhandenen kleinen Tierparks waren vorgesehen.

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Die Projektierung des Heimattierparks Zittau erfolgte schließlich im Sommer 1963 durch den Zooarchitekten Tempel und ein Kollektiv der Ingenieurschule für Bauwesen. Die erforderliche fachliche Unterstützung kam vom damals bereits international bekannten Dresdner Zoodirektor Prof. Dr. Wolfgang Ullrich.

Der Bau selbst wurde im sogenannten Nationalen Aufbauwerk der DDR (NAW) in mehr als 6.000 freiwilligen Arbeitsstunden realisiert. Außerdem waren Spenden in Höhe von 50.000 Mark eingegangen. Betriebe errichteten Käfige und Gehege, Tiere wurden von den Partnerzoos aus Liberec (Reichenberg) und Leipzig gespendet. Günstig wirkte sich ein Patenschaftsvertrag mit dem Textilkombinat Zittau (TKZ), Werk 5, aus, der weitere Unterstützung beinhaltete. Bereits nach drei Jahren verfügte der inzwischen umzäunte und gesicherte Tierpark über 41 Gehege. Mit rund 160.000 Besuchern seit seiner Gründung war er Anfang der 70er Jahre die meistbesuchte Kultur- und Erholungsstätte Zittaus.

Auch internationale Gäste hat der Tierpark immer wieder angezogen, hiereine Delegation aus Italien im Jahre 1971.
Auch internationale Gäste hat der Tierpark immer wieder angezogen, hiereine Delegation aus Italien im Jahre 1971. © Sammlung Rolf Hill

Welche Wertschätzung die Arbeit des damaligen Direktors Werner Brunzel und seiner Mitarbeiter genoss, zeigte sich zum zehnjährigen Bestehen der Anlage: Am 2./3. Oktober 1975 tagte hier die Konferenz der Zoo- und Tierparkdirektoren der DDR unter Leitung des legendären Direktors des Berliner Tierparks, Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe. Die Beratung beschäftigte sich vorrangig mit der Weiterentwicklung aller Zoologischen Gärten in der DDR. Zu dieser Zeit verfügte der Zittauer Tierpark bereits über 78 verschiedene Arten mit rund 180 Tieren, darunter Hängebauchschweine, Rot- und Damhirsche, Siam- und Perserkatzen, Esel, Ponys, Pfau, Lamas, Nandus, viele Enten- und Gänsearten, attraktive Stelzvögel wie Flamingos, Jungfern- und Kronenkraniche.

Schon damals war das „Meerschweinhäuschen“ mit seiner buntscheckig wimmelnden Kinderstube ein besonderer Anziehungspunkt für die jüngsten Besucher. Allein im Tierpark-Jubiläumsjahr 1975 kamen 77.000 Besucher. Einen Wechsel an der Spitze gab es 1986: Nach Werner Brunzel, der seinen Dienst aus Altersgründen beendete, übernahm Bernd Großer als Direktor die Leitung. Nach 34 erfolgreichen Jahren und dem Erreichen des Rentenalters hat er sein Amt nun an seinen langjährigen Stellvertreter Andreas Stegemann übergeben.

Die Ursprünge des Zittauer Tierparks

  • Die Ursprünge eines Tierparks in der Zittauer Weinau gehen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. 1907 entstand ein Vogelhaus, in dem 80 bis 100 Vögel Unterkunft fanden. Es wurde durch einen Verein betreut.
  • Als es im Rehgehege Schwierigkeiten mit der Tierhaltung gab, da Krankheiten und Seuchen den Bestand der Rehe stark dezimierten, waren alle Förster aufgerufen, aufgefundene Rehkälber im Park abzugeben.
  • Zu renommierten Zoos pflegte die Zittauer Anlage bereits in frühen Jahren gute Beziehungen, so zum Zoologischen Garten Leipzig. Auch der Dresdner Zoo bot dem Weinaupark Geier, Kraniche, Rostgänse, einen zahmen Schneeleoparden, einen Luchs und zwei Wildkatzen zum Preis von 1.500 Mark an.
  • Quelle:  Rudolf Durand „Chronik der Weinau“, erschienen 1976.

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