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Neuer Ort für anonyme Bestattungen

Im Zittauer Krematorium wurde der Urnenhof umgestaltet. Hier finden nun anonyme Beerdigungen statt. Aber auch andere.

Stefan Winkler vor dem umgestalteten Urnenhof im Zittauer Krematorium.
Stefan Winkler vor dem umgestalteten Urnenhof im Zittauer Krematorium. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Begräbniskultur ist im Wandel. Immer mehr Familien entscheiden sich für Gemeinschaftsgräber oder die "grüne Wiese", auf der anonym bestattet wird. Man will den Nachfahren nicht zur Last fallen, ist oft die Begründung für eine anonyme Bestattung. Oder die Hinterbliebenen leben in der Ferne, können sich nicht um die Pflege eines Grabes kümmern. Auch das ist für manchen ein Grund - genauso wie finanzielle Überlegungen.

Im Zittauer Krematorium gibt es im Jahr etwa 80 Beerdigungen auf der anonymen Urnengemeinschaftsanlage, erklärt Stefan Winkler, Bereichsleiter Bestattungswesen der Städtischen Dienstleistungs-GmbH. Zuletzt wurde dafür die große Wiese unweit der Hauptzufahrt von der B99 genutzt. Diese Fläche sei nun voll, so Winkler. Mehr als 10.000 Verstorbene fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

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Es ist die vierte Urnengemeinschaftsanlage

Die Friedhofsverwaltung hat nun eine neue anonyme Urnengemeinschaftsanlage geschaffen - die mittlerweile vierte. Auf den ersten beiden Flächen wird seit Jahrzehnten niemand mehr beigesetzt. Für die dritte Anlage wurden bis Ende September Bestellungen angenommen. Wer sich ab jetzt anonym beerdigen lassen will, der wird auf der neuen Fläche bestattet, weist Winkler hin. Die erste Beerdigung ist hier am Montag.

Auf der Fläche der vierten Urnengemeinschaftsanlage standen früher Einzel- und Familiengräber, verteilt auf mehrere Reihen. Doch immer mehr Gräber wurden aufgelöst, der Leerstand nahm zu. In einzelnen Reihen war zuletzt eine von sieben Grabstellen belegt. Deshalb entschied sich die Friedhofsverwaltung, die Fläche umzugestalten. 

Die letzten Gräber wurden 2018 umgebettet

Ein Prozess, der seine Zeit braucht. 2018 wurden die letzten verbliebenen Gräber - gut 50 - umgebettet. "Da wir keine großen Freiflächen für Urnengemeinschaftsanlagen haben, mussten wir eine bestehende Anlage 'freiräumen'", erklärt Winkler.

Die entstandene grüne Wiese darf von den Angehörigen der Verstorbenen nicht mehr betreten werden. Das war auch bei den früheren Anlagen der Fall, nur hielten sich wenige daran. Die "grüne Wiese" war übersät mit bunten Blumen. Diese sollen die Angehörigen nun am Rand ablegen, zum Beispiel an den Namenstafeln.

Auf der neuen Anlage sind jetzt auch teilanonyme Bestattungen möglich. Es gibt weiterhin keinen Grabstein, die Angehörigen können aber den Namen des Verstorbenen auf einer Tafel eingravieren lassen. Vier Tafeln wurden aufgestellt. Platz ist für 14.

1.200 Bestattungen sind möglich

1.200 Beisetzungen sind auf der neuen Urnengemeinschaftsanlage möglich, die Fläche könnte also etwa sieben bis zehn Jahre genutzt werden. "Das hängt davon ab, wie sich die Zahl der anonymen Bestattungen entwickelt. Ob sich mehr dafür entscheiden, weil man nun den Namen nennen kann, oder ob es weniger werden, weil die Angehörigen nicht mehr auf die Wiese dürfen", sagt Stefan Winkler.

Bei Bedarf können die Nachbarflächen für anonyme Bestattungen genutzt werden. Hier gibt es derzeit noch Einzel- und Familiengräber. Der Leerstand liegt bei gut 50 Prozent.

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