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Erster Schulneubau seit der Wende startet

Das steht auf der Bauliste der öffentlichen Hand für Zittau in diesem Jahr: Schulen, Sporthallen, Turbo-Internettrassen, Lade-Stationen, die Hochwaldbaude...

So soll der Neubau an der Zittauer Parkschule an der Max-Müller-Straße stehen.
So soll der Neubau an der Zittauer Parkschule an der Max-Müller-Straße stehen. © Stadtverwaltung Zittau

Die öffentliche Hand wird auch 2021 einen zweistelligen Millionenbetrag in Hoch- und Tiefbauten sowie Infrastruktur in Zittau stecken. Bei der jährlichen Vergabekonferenz haben die Stadtverwaltung, der Landkreis, der Trink- und der Abwasserzweckverband sowie die kommunalen Tochterfirmen Stadtwerke, Wohnbaugesellschaft und SachsenEnergieAG potenziellen Auftragnehmern aus der Baubranche vorgestellt, was sie in diesem Jahr und teilweise auch im nächsten Jahr vorhaben. Ein Überblick:

Neubau: Parkschule erhält Anbau

Noch steht der Haushalt der Stadt nicht und damit ist das Projekt noch nicht sicher. Aber Zittaus Bauamtsleiter Ralph Höhne geht davon aus, dass der Anbau an die Parkschule und damit der erste Schulneubau der Stadt nach der Wende in diesem Jahr mit den Vorbereitungen starten kann. Die Schüler sollen 2023 einziehen. 3,5 Millionen Euro veranschlagt die Stadt für das Projekt. Nach SZ-Informationen sind die Fördermittel schon bestätigt. Nötig wird der Bau, weil die Stadt zu wenig Platz für Oberschüler hat. Seit der Wende hat Zittau nur Schulen saniert und abgerissen.

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Die neue Sporthalle der Weinau-Schulen soll in diesem Jahr fertiggestellt werden. Dafür sollen unter anderem noch der Sportboden und der Prallschutz eingebaut werden.

Die Stadtwerke wollen in diesem Jahr für 800.000 Euro eine neue Kundenzentrale auf dem Gelände ihres Stammsitzes in der Friedenstraße errichten.

Sanierungen: Hochwaldbaude, Stadthäuser, Sporthallen, Schulen

Eigentlich sollte die Kantstraßen-Sporthalle, die offiziell an der Lisa-Tetzner-Straße steht, schon abgerissen werden. Da die Stadt aber klamm bei Kasse ist und ein Neubau einer gleichgroßen Halle viel teurer wäre, wird die Sportstätte nun komplett saniert. 2,2 Millionen Euro will sich die Stadt die bis 2022 dauernden Arbeiten von Bauarbeitern, Elektrikern, Sanitärinstallateuren und anderen Fachleuten kosten lassen.

Der Pächter hat schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass an der Hochwaldbaude etwas passieren muss. Seit Jahren ist bekannt, dass Baufehler beim Wiederaufbau der Baude nach einem Brand im Jahr 1937 und bei späteren Sanierungsarbeiten zu DDR-Zeiten dazu geführt haben, dass ständig Wasser in die Grundmauern und in den steilen Hang eindringt, auf dem die Baude wie ein Vogelnest thront. Im Hang gibt es bereits Unterspülungen, Ausspülungen, Hohlräume. Der Baugrund ist mittlerweile derart instabil, dass sich in den Mauern der Baude schon Risse gebildet haben. Nun will die Stadt als Besitzer der Baude loslegen und bis Ende 2022 für mehr als eine Million Euro die Gründung sichern und das Gebäude entwässern. In diesem Jahr sollen die Vorbereitungen laufen, ab nächstem Jahr die Bauarbeiter loslegen.

Auch die Sakristei der Zittauer Kreuzkirche ist in Not. Die Statik ist nicht mehr in Ordnung. Es haben sich schon große Risse gebildet. Für 150.000 Euro will die Stadt nun ihre Fastentuch-Sakristei sichern.

Reichlich 16 Jahre nach der Eröffnung der Sporthalle Am Ottokarplatz gibt es Handlungsbedarf: Die Fassade muss saniert, der Hallenboden ausgetauscht, technische Anlagen erneuert werden. Ab April gibt der Landkreis dafür reichlich 600.000 Euro aus. Ebenfalls ab April steckt der Landkreis rund 900.000 Euro in die Erneuerung von Fachkabinetten in seinem Christian-Weise-Gymnasium.

Die Stadtwerke geben 25.000 Euro in Erhaltungsmaßnahmen für ihren Standort am ehemaligen Gaswerk in der Weststraße aus. 100.000 Euro fließen unter anderem in die Sanierung der Werkstatt auf dem Gelände ihres Stammsitzes an der Friedensstraße.

Die Wohnbaugesellschaft saniert ab April das neu erworbene Wohnhaus Friedrich-Haupt-Straße 10 und ab Juni die Gerhart-Hauptmann-Straße 64. Für beide Gebäude rechnet sie mit Kosten in Höhe von über einer Million Euro.

Abriss: Zwei Gebäude im Armeegebiet fallen

Die Stadtverwaltung will 2021 den Abriss im ehemaligen Armeegebiet in Süd vorantreiben. Für 370.000 Euro sollen die Kaserne Villingenring 4 fallen und Leitungen umverlegt werden. 2,2 Millionen Euro sind für den Abbruch der mit Schadstoffen belasteten ehemaligen Armee-Mensa, Pistoiaer Weg 2, geplant.

Die Stadtwerke bereiten den Rückbau von Versorgungsleitungen in Zittau-Ost vor. Durch den Abriss von mehr als der Hälfte der Wohnblocks ist die unterirdische Wirtschaft überdimensioniert.

Straßenbau: Weiter Großbaustellen und ein sicherer Schulweg

Was das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das sich um die Staats- und Bundesstraßen kümmert, in diesem Jahr vorhat, ist noch nicht klar. Nur, dass die Großbaustellen Äußere Weberstraße und Neusalzaer Straße fortgesetzt werden.

Der Landkreis hat erneut ein Fördermittelproblem und baut deshalb 2021 in Zittau keine Straßen.

Die Stadt wird sicher die Innere Weberstraße fortsetzen. Dazu zieht sie die Sicherung des Schulweges an der Kreuzung Hochwald-/Schliebenstraße vor. Dort sollen unter anderem diverse Querungshilfen und Radstreifen entstehen. In Dittelsdorf werden in diesem und im nächsten Jahr die Straße "Am Gebirge" samt Stützmauer und der Gehweg "Neue Gasse" samt Stützmauer und Fußgängerbrücke erneuert.

Infrastruktur: Ladestationen, Anschluss ans Turbointernet und viele Aufrisse von Straßen

Die Stadtwerke setzen auf die E-Mobilität und erweitern ihr Ladesäulen-Netz. Wie Markus Jeschke, Bereichsleiter Netzbetrieb Strom/Gas/Wasser bei der Videokonferenz sagte, sollen an der Gutenberg-, der Dr.-Sommer-Straße sowie am Stadtbad E-Tankstellen entstehen. Die an der Breite Straße wird nach knapp fünf Jahren derzeit erneuert.

Für die Sanierung von Kanälen und Leitungen reißen Stadt und Stadtwerke in diesem Jahr weit mehr als zehn Straßen auf. Autofahrer wird wohl am meisten die Baustelle Zirkusallee interessieren. Für den Austausch von Wasserleitungen muss dafür der Stadtring halbseitig gesperrt werden. In der Erde buddeln die Stadtwerke auch für neue Anschlüsse an das Christian-Weise-Gymnasium, die Lessing-, die Lisa-Tetzner-, die Park- und die Schliebenschule. Sie sollen dadurch bessere Internetanbindungen bekommen.

Darüber hinaus erneuern die Stadtwerke ihre Schaltstelle an der Hochwaldstraße, erweitern ihr Rechenzentrum am Standort des ehemaligen Gaswerkes und bauen am Stammsitz an der Friedensstraße einen Wärmespeicher. Dafür geben sie insgesamt über 800.000 Euro aus.

So richtig gebuddelt wird auch in Hirschfelde, Schlegel, Dittelsdorf und Wittgendorf. Auf über 18 Kilometer summiert sich die Länge der Leitungen, die die EnergieSachsenAG 2021 in den Zittauer Ortsteilen und entlang der Görlitzer Straße in Zittau verlegen will. Durch diesen geförderten Ausbau sollen rund 300 Haushalte und die Hirschfelder Schule sowie die Weinau-Schulen Turbo-Internet bekommen.

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