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B178: Jetzt kann weitergebaut werden!

Der Freistaat hat für den Abschnitt von Oderwitz bis Oberseifersdorf grünes Licht gegeben - nach 14 Jahren Planung. So soll er aussehen und es nun weitergehen.

Bisher endet die B178 bei Oderwitz. Das wird sich nun ändern.
Bisher endet die B178 bei Oderwitz. Das wird sich nun ändern. © Rafael Sampedro (Archiv)

Nach mehrfachen Verzögerungen nun mal vorfristig: Die Landesdirektion Sachsen hat den Neubau der B178 zwischen Oderwitz und Oberseifersdorf heute und damit anders als angekündigt vor dem Jahresende genehmigt. Das teilte die Oberste Rechtsaufsichtsbehörde des Freistaates heute mit. "Diese Straßenverbindung hat überragende Bedeutung für den grenzüberschreitenden Verkehr im Freistaat Sachsen", so Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion. "Der Neubau schafft zugleich eine deutliche Entlastung der Bürgerinnen und Bürger vom Durchgangsverkehr und damit von Lärm und Abgasen. Auch das ist eine gute Nachricht für die Region!"

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) teilte dazu mit: „Ich freue mich sehr, dass endlich dieser wesentliche Schritt zur Vollendung dieser wichtigen Verkehrsanbindung erfolgt ist. Wir haben lange darum gerungen, viele Belange der verschiedenen Betroffenen abgewogen und einen guten Kompromiss gefunden. Ich hoffe, dass der heutige Beschluss der Landesdirektion jetzt schnell vollzogen wird."

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Landtagsabgeordneter Stephan Meyer (CDU), der den Planungsprozess seit Jahren begleitet, zeigte sich heute über den Beschluss erfreut. "Damit kommen wir endlich mit dieser wichtigen Verkehrsader voran und schaffen eine zügige Verbindung", teilte er mit. "Das lange Verfahren, welches nicht durch fehlendes Geld, sondern durch zahlreiche Einsprüche und Klagen verzögert wurde, zeigt, dass eine rechtssichere Planung viele Aspekte berücksichtigen muss." Und er fordert für die Zukunft: "Für den noch ausstehenden Abschnitt zur Autobahn erwarte ich von den Vorhabensträgern eine enge Einbeziehung der Landeigentümer und pragmatische Lösungen, um eine perspektivische Spurbreitenerweiterung insbesondere bei Brückenbauten zu ermöglichen."

Nach Angaben der Behörde "besteht sofort vollziehbares Baurecht". Allerdings haben auch noch Kritiker die Möglichkeit zur Klage gegen den sogenannten Planfeststellungsbeschluss. Sechs Wochen können sie laut Sachsens Verkehrsministerium nun darüber nachdenken. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Klage den weiteren Bau verzögert. Der Beschluss wird demnächst in Löbau, Herrnhut, Seifhennersdorf, Ostritz, Zittau, Großhennersdorf, Mittelherwigsdorf, Oderwitz, Kottmar, Obercunnerdorf und Niedercunnersdorf öffentlich ausgelegt.

Sollte keine Klage eingehen, rechnet das Ministerium mit dem Baustart 2022. Das noch ein Jahr bis dahin vergeht, liegt an der vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibung der Arbeiten. Gebaut werden soll bis 2024. Danach fehlt zur Fertigstellung der Straße nach drei Jahrzehnten noch der Abschnitt von Nostitz bis zur Autobahn bei Weißenberg. Wann der gebaut wird, kann noch niemand verlässlich sagen.

So ist der Neubau-Abschnitt geplant.
So ist der Neubau-Abschnitt geplant. © SZ-Grafik

Der nun genehmigte Plan enthält laut der Landesdirektion eine dreistreifige Bundesstraße mit einer Breite von 15,5 Metern zwischen der Nordspange bei Zittau sowie der Weiterführung nach Tschechien und Polen auf der einen Seite und dem Stück von Oderwitz über Löbau bis Nostitz auf der anderen. Der Abschnitt ist sechs Kilometer lang. Die Fahrtrichtungen werden wie bei den anderen durch einen Mittelstreifen voneinander getrennt. Ebenso ist wieder der Wechsel von zwei- und einstreifigen Stücken vorgesehen, um sichere Überholmöglichkeiten zu schaffen. Am Schnittpunkt mit der alten B178 bei Oberseifersdorf entsteht ein Knoten wie es ihn bereits an vielen Stellen der neuen Straße gibt. Damit auch dort der Winkel stimmt und nicht zu viel Flächen in Anspruch genommen werden müssen, wird die alte B178 ebenfalls ein Stück verlegt.

Der Neubau verläuft überwiegend auf Flächen, die bisher von Landwirten genutzt wurden. Er umfasst sechs Brückenbauwerke, von denen drei als Passagen für Tiere und als Korridore für Fledermäuse vorgesehen sind. Die Landesdirektion verspricht auch, dass die Straße so weit von den Orten entfernt ist, dass keine Störungen durch Lärm und Abgase entstehen. "Umfangreiche landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen gewährleisten eine vollständige Kompensation der Eingriffe in die Umwelt", heißt es in der Mitteilung aus Dresden. "Allein für den dauerhaften Waldverlust von rund 4.000 Quadratmetern findet eine Wiederaufforstung bei Kottmarsdorf auf knapp 69.000 Quadratmetern statt."

2005 - als die gesamte Straße eigentlich schon fast fertig sein sollte - begann die Planung des Abschnitts von Oberseifersdorf bis Niederoderwitz. Wegen des Widerstandes von Kritikern und Betroffenen musste sie drei Planungsschleifen durchlaufen.

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