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Trotz Denkmalschutz: Werden die Häuser jetzt abgerissen?

Von den Gebäuden an der Zittauer Albertstraße steht nur noch die Fassade. Der Eigentümer plant neue Wohnungen. Das Stadtforum reagiert entsetzt.

Von diesen beiden Stadthäusern an der Zittauer Albertstraße steht nur noch die Fassade.
Von diesen beiden Stadthäusern an der Zittauer Albertstraße steht nur noch die Fassade. © Jana Ulbrich

Der Anblick irritiert dann doch gewaltig: Die Abrissarbeiten an den beiden denkmalgeschützten Gebäuden in der Albertstraße am Rande der Zittauer Neustadt sind in vollem Gange. Inzwischen steht nur noch die Fassade zur Neustadt hin. Kann das im Sinne der Denkmalpfleger sein?

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Offensichtlich ja. "Der bisher bekannte Umfang der Rückbauarbeiten entspricht der genehmigten Planung", teil Zittaus Stadtsprecher Kai Grebasch auf Nachfrage mit. Selbstverständlich seien die Untere Denkmalschutzbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege einbezogen. Ziel sei es nach wie vor, so viel historische Bausubstanz wie nur irgend möglich zu erhalten. Ob das hier überhaupt noch der Fall ist, sei derzeit noch unklar und müsse sich im Laufe der Abrissarbeiten zeigen.

Denn von den beiden Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert, die schon seit Jahrzehnten leer stehen und dem Verfall preisgegeben sind, ist nicht mehr viel zu retten, so Grebasch. Schon vor Jahren waren Gebäudeteile eingestürzt und mussten zurückgebaut werden. Weil ein weiterer Einsturz droht, sei der private Eigentümer jetzt im Zugzwang. Der Abriss sei inzwischen unumgänglich.

Beim Stadtforum Zittau hat man mit Bestürzung auf die tiefgreifenden Eingriffe an den historischen Gebäuden reagiert. „Ein Großteil der historischen Bausubstanz geht damit unwiederbringlich verloren“, so der stellvertretende Vorstand Thomas Göttsberger. Das Haus Albertstraße 16 aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sei städtebaulich, hausgeschichtlich und baugeschichtlich von Bedeutung. Bei der Albertstraße 18 handele es sich um einen städtebaulich bedeutenden schlichten klassizistischen Bau.

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"Die aktuelle Herangehensweise mit ihren brachialen Eingriffen in die Bausubstanz negiert die Bedeutung dieser Denkmale eklatant, zumal für die Baumaßnahmen auch öffentliche Gelder in Höhe von 1,25 Millionen Euro fließen", erklärt Göttsberger. Der Stadtrat hatte das bereits 2018 beschlossen. Die Stadt unterstützt das Bauvorhaben mit Fördermitteln aus dem Bund-Länder Programm Stadtumbau Ost - mit der Begründung, "diese Gebäude im Stadtkern unbedingt zu erhalten". Der Eigentümer will an der Stelle zwei Wohngebäude errichten. Nach Angaben der Stadt beläuft sich die Investitionssumme auf insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro.

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