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Eichgrabener Festplatz wird zur Baustelle

Die Fläche vor der Kegelhütte wird nach Erdsenkungen saniert. Einen Teil der Arbeiten übernahmen die Mitglieder des Eichgrabener Kulturvereins selbst.

Von Jan Lange
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Horst Werner auf dem Festplatz in Eichgraben.
Horst Werner auf dem Festplatz in Eichgraben. © Matthias Weber/photoweber.de

Ein Rasengitterstein wiegt allein mehr als 30 Kilogramm, rund Hundert solcher Steine haben die Mitglieder des Eichgrabener Kulturvereins vor der Kegelhütte ausgebaut und palettenartig aufgestapelt. Sie sollen später wiederverwendet werden. Doch zuerst muss der Boden zwischen Kegelhütte und Kegelbahn in einer Tiefe bis 60 Zentimetern ausgehoben, danach verdichtet und neu verfüllt werden.

Durch Erdbewegungen hatte sich die Fläche über die Jahre so stark gesenkt, dass ein stolperfreies Laufen kaum noch möglich war. Deshalb sei schon länger geplant gewesen, den Bereich zu begradigen.

Vereinschef Horst Werner vermutet, dass die Erdbewegungen mit der alten Deponie zusammenhängen, die sich früher auf dem Gelände des heutigen Festplatzes befand. Hier gab es vermutlich Setzungen, die zu der Absenkung geführt haben. Dass es zu solchen Setzungen kommen könnte, war dem Verein bereits bei der Errichtung des Festplatzes und dem Bau der Vereinshütte bewusst. Auch deshalb wurde damals die Fläche vor der Hütte nicht asphaltiert, sondern nur besagte Rasengittersteine verlegt. Eine gute Entscheidung, wie sich heute zeigt.

Da bei starken Regenfällen drohte, dass Wasser unter die Hütte läuft und die Fundamente unterspült, bestand nun dringender Handlungsbedarf. Länger habe man nicht mehr warten können, meint Werner. Eine Hörnitzer Firma wurde mit der Sanierung beauftragt - auch wegen des großen Aufwandes der anfallenden Arbeiten und den Maschinen, die dafür benötigt werden.

Eigentlich sollten auch die Rasengittersteine von der Firma herausgerissen werden. So hatte es zumindest Horst Werner den Vereinsmitgliedern - der Eichgrabener Kulturverein zählt knapp 90 Mitglieder - vorgeschlagen. Doch die jüngeren Mitglieder wollten selbst anpacken. Beim letzten Arbeitseinsatz wurden die Rasengittersteine in Eigenleistung rausgerissen, gewaschen und gestapelt. Der Verein konnte so knapp ein Fünftel der Gesamtkosten - rund 5.000 Euro - einsparen.

Die Rasengitterplatten wurden von den Vereinsmitgliedern in Eigenregie ausgebaut, können aber wieder verwendet werden.
Die Rasengitterplatten wurden von den Vereinsmitgliedern in Eigenregie ausgebaut, können aber wieder verwendet werden. © Matthias Weber/photoweber.de

Das hilft. Denn auch der Eichgrabener Kulturverein hatte durch die Corona-Pandemie Einnahmen eingebüßt. Traditionsreiche Veranstaltungen wie das Erdbeerfest konnten nicht stattfinden. Auch die Einnahmen, die jährlich beim Lückendorfer Bergrennen in die Vereinskasse fließen, fehlen nun bereits das zweite Jahr.

Die Baumaßnahme vor der Kegelhütte könne dennoch finanziell gestemmt werden - durch Rücklagen des Vereins, wie Vorsitzender Horst Werner erklärt.

Mittwoch soll es losgehen. In gut zwei Wochen könnte das Vorhaben abgeschlossen sein, schätzt der Vereinschef. Auf die Nutzung der Kegelhütte haben die Bauarbeiten keine Auswirkung, versichert Werner.

Während der Großteil der Rasengittersteine später wieder eingebaut wird, können einige Steine nicht wiederverwendet werden. Diese Steine gibt der Kulturverein an Interessenten kostenlos ab.