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Es werde licht auf der Mandaubahn

Der Betreiber macht die Strecke wieder zwischen Seifhennersdorf und Eibau fit - das weckt Hoffnungen.

Der Streckenbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn hat die Strecke der Mandaubahn zwischen Seifhennersdorf und Eibau bereits freigeschnitten.
Der Streckenbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn hat die Strecke der Mandaubahn zwischen Seifhennersdorf und Eibau bereits freigeschnitten. © privat

Die Natur hatte sich die Strecke der Mandaubahn zwischen Seifhennersdorf und Eibau beinahe schon wieder zurückgeholt - doch stillgelegt ist die Strecke keineswegs. In den letzten Wochen nun hat sich der Streckenbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) daran gemacht, die Trasse vom Wildwuchs zu lichten. Ein erster Schritt dahin, dass hier bald wieder Züge rollen könnten - wenn auch nicht unbedingt solche des Öffentlichen Nahverkehrs.

In Sachen Bahnanschluss ist "Geduld" so etwas wie der zweite Vorname von Seifhennersdorfs Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS) - notgedrungen. Inständig hatte sie gehofft, dass nach einer Probefahrt der Länderbahn im Januar der Trilex ab 1. März wieder den Bahnhof ihrer Stadt anfahren würde. Nun, der 1. März kam und ging - und es fährt kein Zug nach Nirgendwo. Das liegt aktuell aber hauptsächlich an Corona. "Wir haben einen Notfahrplan mit Bussen zwischen Seifhennersdorf und Zittau", sagt Berndt - den tschechischen Zipfel von Varnsdorf lassen diese Linienbusse aus. Dennoch: Dass Züge wieder bis Seifhennersdorf kommen, glaubt Karin Berndt erst, wenn es wirklich soweit ist.

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Theoretisch geht's wieder bis Eibau

Indes, in den Wochen seit jener Probefahrt tut sich was auf einem Streckenabschnitt der Mandaubahn, der absehbar gar nicht für die Nutzung zum öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen ist - nämlich dem Abschnitt zwischen Seifhennersdorf und Eibau, wo die Mandaubahn in die Trilex-Strecke Zittau-Ebersbach mündet. "Wir haben die Strecke in den letzten Wochen freigeschnitten", sagt Gerhard Curth, Chef des Streckenbetreibers DRE.

Diese Maßnahme ist Teil der Bedingung, unter der der Bahnverkehr zwischen Varnsdorf und Seifhennersdorf überhaupt wieder aufgenommen werden darf. "Bei der Probefahrt hat die Eisenbahnaufsicht der DRE die Hausaufgabe aufgegeben, auch diesen Streckenabschnitt betriebsfähig vorzuhalten", sagt Karin Berndt. Und Gerhard Curth bestätigt diese Rechtspflicht: "Rechtlich hat die Strecke von der Staatsgrenze bis Eibau den gleichen Status - egal ob darauf Verkehr bestellt ist oder nicht", erklärt er. Das bedeute, dass die Mandaubahn auch auf dieser gesamten Länge betriebsbereit gehalten werden müsse. "Dafür müssen noch einige Schwellen ausgetauscht und Bahnübergänge technisch in Betrieb genommen werden, dann steht unsererseits der Aufnahme von Bahnverkehr nichts mehr im Wege", sagt Curth. Er glaubt, dass alle nötigen Arbeiten bis Ende März erledigt sein werden.

Leutersdorf sieht keine Zukunft für die Bahn

Dann könnten dort auch wieder Züge aller Art fahren. "Jedes Eisenbahnverkehrsunternehmen kann sie nutzen", sagt Curth - das könnten etwa auch die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde mit touristischen Sonderzügen sein. Seifhennersdorfs Bürgermeisterin Karin Berndt dagegen hofft, dass sich für diesen Streckenabschnitt der Mandaubahn auch wieder ein Unternehmen finden lässt, das dort Personennahverkehr anbietet. Dann sei Seifhennersdorf nicht bloß wieder schnell an Ebersbach und Dresden angeschlossen, sondern perspektivisch gar auch über Rumburg an die Sächsische Schweiz - ein touristischer Gewinn für die Region.

Bürgermeister Bruno Scholze (CSU) von der Mandaubahn-Anrainergemeinde Leutersdorf glaubt nicht an eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft dieser Idee. "Viele sehen die Bahn gerne fahren, aber niemand nutzt sie", sagt er - jedenfalls betreffend seine Gemeinde. Für die weitaus meisten Einwohner von Leutersdorf in den weit verstreuten sechs Ortsteilen sei der Leutersdorfer Bahnhof mehrere Kilometer entfernt - und damit unattraktiv. Er setzt lieber auf kostengünstiger zu schaffende und dazu noch schnellere Busverbindungen in seinen Ortsteilen. Und Scholze spricht aus Erfahrung: "Als die Bahn hier noch gefahren ist, haben sie nicht einmal die Schüler benutzt, die zum Gymnasium oder damals noch zur Oberschule nach Seifhennersdorf gefahren sind. Die Züge waren leer."

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