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Wo künftig geparkt werden soll

Durch den Bau der Inneren Weberstraße fallen künftig 17 Parkplätze weg. Zittaus Stadtentwickler haben Alternativen geprüft.

Im unteren Abschnitt der Inneren Weberstraße können auch weiterhin Pkw parken, im mittleren fallen die Parkplätze weg.
Im unteren Abschnitt der Inneren Weberstraße können auch weiterhin Pkw parken, im mittleren fallen die Parkplätze weg. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Die Bauarbeiten auf der Inneren Weberstraße in Zittau kommen gut voran. Auch wenn es im aktuellen Abschnitt zwischen Markt und Innerer Oybiner Straße Verzögerungen gab, wie Stadtsprecher Kai Grebasch mitteilt, ist der Bau weiter im Zeitplan. Denn dafür wurden andere Arbeiten vorgezogen.

Mit dem fortschreitenden Straßenbau wird die neue Aufteilung der Inneren Weberstraße zementiert. Und die sieht Parken nur im oberen Abschnitt bei "Intersport Kunick" sowie im unteren Teil zwischen Innerer Oybiner Straße und Poststraße vor. Statt der vorher 39 Parkplätze gibt es künftig nur 22.

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Anwohner und Händler sammelten deshalb Hunderte Unterschriften für eine Änderung der Planung. Zuletzt lehnte Zittaus Stadtrat die Gestaltung als verkehrsberuhigte Zone ab. Danach wurde mit den Bauarbeiten am zweiten Teilstück begonnen.

Hauseigentümer befürchten durch den Wegfall der Parkplätze eine Abwanderung von Mietern und Händlern. Erst Anfang Juli verlagerte Henryk Haußer-Knabe sein Restaurant "Cavallino" von der Inneren Weberstraße 6 in die Bautzner Straße 8. Zuvor wurde bereits der Beauty-Salon in der Nummer 19 geschlossen. Zusätzliche Parkplätze könnten einen weiteren Schwund verhindern, so die Auffassung der Kritiker. Der Bedarf an weiteren Stellflächen sei aus ihrer Sicht vorhanden.

Einen Mehrbedarf stellt nun auch die Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft (ZSG) fest. Aufgrund laufender und geplanter Gebäudesanierungen - Innere Weberstraße 7, 24 und 31 - rechnet die ZSG mit zunehmendem Stellplatzbedarf. Die ZSG hat deshalb die vorhandenen Parkmöglichkeiten im Weberquartier und mögliche Erweiterungsflächen untersucht. Die Zwischenergebnisse wurden nun im Stadtrat präsentiert.

ZSG führt weitere Zählungen durch

Die vorhandenen Parkmöglichkeiten sind unterschiedlich ausgelastet. Die geringste Auslastung hat das Parkdeck Stadtbad mit 14 Prozent, die höchste die Parkplätze am Töpferberg gegenüber der Weberkirche mit 84 Prozent. Bei Letzterem gibt es nur drei Stellflächen. Die Ergebnisse sind wegen der Pandemie wahrscheinlich nicht repräsentativ, so die ZSG-Einschätzung. Die Zählungen erfolgten im April und Mai, als noch keine Touristen in der Stadt weilten, teilweise noch Einrichtungen und Gaststätten geschlossen waren. Die ZSG führt deshalb weitere Zählungen durch, um ein objektiveres Bild zu bekommen.

Trotzdem sind Varianten für die Erweiterung des Parkplatzangebotes im Weberquartier vorgestellt worden.

- Variante 1: Parken auf dem Johannisplatz

Von Vorteil wäre die Nähe zur Inneren Weberstraße und die zentrale Lage in der Kernstadt. Allerdings werde der städtebaulich und denkmalpflegerisch wertvolle Johannisplatz "zugeparkt" und verliere an touristischer Bedeutung.

- Variante 2: Parken gegenüber der Weberkirche

Auch hier - längs zur Weberstraße vor dem Altenpflegeheim - ist die unmittelbare Nähe zur Inneren Weberstraße von Vorteil. Die Freianlagen vor dem Altenheim müssten aber umgestaltet werden - statt auf eine grüne Ecke falle der Blick dann auf parkende Pkw.

- Variante 3: Aufstockung Parkdeck Stadtbad

Ein bereits genutzter Standort könnte komprimiert werden - ohne neue Versiegelungen. Das Parkdeck ist aber nicht ebenerdig. Und erfahrungsgemäß werden Parkdecks ungern benutzt. Zudem wäre es ein störender Blickfang für die Anwohner. Geklärt werden müsste auch, ob diese Variante bauordnungsrechtlich überhaupt möglich ist.

- Variante 4: Neubau Parkdeck Morawekstraße

Es könnte so eine größere Anzahl Stellplätze in komprimierter Form entstehen. Der Standort ist aber mit am weitesten von der Inneren Weberstraße entfernt. Und auch hier ist noch eine bauordnungsrechtliche Grundsatzbewertung notwendig.

- Variante 5: Parken entlang der Poststraße

Diese Parkplätze würden auch in unmittelbarer Nähe zur Inneren Weberstraße und "im Grünen" liegen. Bei einer gleichzeitigen Neugestaltung des Spielplatzes und der Anpassung der Fuß- und Radwege sind größere Eingriffe in die denkmalgeschützte Parkanlage erforderlich. Die Parkplätze könnten auch ohne weitere Maßnahmen als Schräg- oder Längsparken eingerichtet werden.

Die ZSG hält Variante 5 am geeignetsten. Sie kann mit wenig baulichem und finanziellem Aufwand umgestaltet werden - wenn Spielplatz sowie Rad-/Fußweg außen vorbleiben.

Der Stadtrat hat sich noch nicht auf eine Variante festgelegt. Im Herbst soll es im Technischen und Vergabeausschuss noch mal eine richtige Diskussion geben, kündigt ZSG-Geschäftsführerin Susanne Mannschott an.

Rainer Scholz, Eigentümer der Inneren Weberstraße 24, ist zwar froh, dass der Mehrbedarf an Parkplätzen erkannt wurde, kritisiert aber, dass bei keiner Variante mehr Stellplätze direkt auf der Inneren Weberstraße eingerichtet werden.

Zusätzliche Parkplätze vor der Nummer 29 werden mit dem Hinweis auf die Feuerwehrrichtlinie abgelehnt, ärgert sich der Architekt. Dabei müsse die Stadt darauf überhaupt keine Rücksicht nehmen, behauptet er. "Das Versetzen des Parkschildes würde nur ein paar hundert Euro kosten und für die Feuerwehr wäre hier noch genügend Platz zur Anleiterung", findet Scholz.

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