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Was diese Zittauer Villa besonders macht

In der Oberlausitz gibt es Häuser, die viele Menschen kennen – aber nicht deren Geschichte. Die SZ stellt einige in loser Folge vor. Heute: Die Villa Dannenberg.

Die Villa Dannenberg am Heinrich-Heine-Platz.
Die Villa Dannenberg am Heinrich-Heine-Platz. © Heike Schwalbe

Zu den prächtigen Villen, die das Zittauer Stadtbild zieren, gehört die Villa Dannenberg, Heinrich-Heine-Platz 4, die heute von den Zittauer Euro-Schulen als Stätte der Aus- und Weiterbildung genutzt wird.

Das Gebäude entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge des Abrisses der beengenden Stadtmauern. Der Bebauungsplan sah vor, beiderseits der entstehenden Ringpromenade öffentliche Zweckgebäude und schöne Villen zu errichten. Eines dieser Häuser erbaute 1861 der Kommerzienrat Julius Dannenberg. Er wählte dafür die Form eines Chalets, der „Laubsägeli-Architektur“ aus dem Alpenraum. Das war damals gerade modern. Die Villa erhielt über einem fast quadratischen Grundriss einen Hochbau im Stil des Klassizismus. Auf jeder Seite liegen Eingänge und Terrassen, groß dimensionierte Fenster- und Türrahmen spiegeln Weitläufigkeit wider. Hinter den Giebeln verbirgt sich ein flaches Satteldach. Es gestattete den Einbau eines großdimensionierten Dachfensters. So gelangte wie bei einem Lichthof viel Tageslicht ins Innere. An der Nordseite errichtete man ein Stallgebäude für Pferde und Kutschen, dem Villenstil ähnelnd, mit zwei Terrakotta-Pferdeköpfen an der Fassade.

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Die historische Aufnahme zeigt Gruppen des dort untergebrachten Betriebskindergartens 1956 vor der Villa.
Die historische Aufnahme zeigt Gruppen des dort untergebrachten Betriebskindergartens 1956 vor der Villa. © Heike Schwalbe

1887 wurde Dannenbergs Tochter Hausherrin, als sie Ernst Friedrich Könitzer ehelichte. Ganz in der Nähe lag seine Weberei, die von seinem Vater erbaut und erfolgreich geführt wurde. 1938 kaufte ein Doktor der Medizin namens Ross, ein Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenleiden, die Villa. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Gebäude zum „VEB Mechanische Weberei Zittau“, vom Volksmund nur „de Mechoansche“ genannt.

1954 eröffnete der Betrieb hier am ehemaligen Skagerrakplatz einen Kindergarten. In diesen großen, lichten Räumen fanden die Mädchen und Jungen zum Spielen allen Platz, den sie brauchten. Vielleicht erinnern sich einige Zittauer, die hier ihre Vorschulzeit verbrachten, an die große Stahltreppe ins Obergeschoss. Eine rundumlaufende Galerie ruhte auf verzierten Säulen aus Gussmetall. Andere Treppen führten hinab in den Park mit alten schattenspendenden Bäumen. Klettergerüste und Sandkästen wurden von den Betriebshandwerkern errichtet.

Als die Textilfabrik 1993 für immer das Werktor schloss, folgte auch der Betriebskindergarten. Nun dient die Villa der Bildung. Das Stallhaus, in das auch in der DDR-Zeit Pferde eingestellt wurden, wird als Bürogebäude genutzt.

Zum Weiterlesen: Volker Dudeck/Jos Tomlow – „Der Zittauer Ring. Phantasievoller Städtebau des 19. Jahrhunderts“, Verlag Gunter Oettel Görlitz

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