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Frust über ständige Vodafone-Störungen

In Zittau fiel am Sonntag stundenlang der Fernsehempfang aus. Nicht das erste Mal. Auch das Oberland kann ein Lied von Ausfällen singen.

In Zittau und Umgebung gab es zuletzt immer wieder Probleme mit dem Vodafone-Netz.
In Zittau und Umgebung gab es zuletzt immer wieder Probleme mit dem Vodafone-Netz. © Federico Gambarini/dpa

Gabriele Berndt ist gefrustet: Schon wieder gab es eine Störung im Vodafone-Netz. Am Sonntag fiel stundenlang der Fernseh- und Radioempfang aus. Verstehen kann die Zittauerin die ständigen Störungen nicht: "Die Menschheit fliegt zum Mond, in Milliardstel-Sekunden fließen die Finanzdaten um den Erdball, künstliche Intelligenz ist überall im Einsatz, aber Vodafone ist nicht in der Lage einen kontinuierlichen und intakten Empfang einzurichten."

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Bei der Störungsstelle halte man die Kunden für dumm, findet Gabriele Berndt. Es liege keine Störung vor, man sollte für fünf Minuten den Stecker vom Netz ziehen und dann noch gute Gesundheit, bekam sie am Telefon zu hören. Auch andere Kunden empfinden den Umgang von Vodafone mit den ständigen Störungen und Ausfällen für eine Frechheit. So hatten sich Bewohner der Dr.-Allende-Straße in Zittau-Nord bei dem Telekommunikationskonzern beschwert und bis heute keine Antwort erhalten.

Gründe für Ausfälle sind vielfältig

Gegenüber der Presse versucht Vodafone zu beschwichtigen. In Deutschland gebe es praktisch in jedem Netz, in jeder Stadt und an jedem Tag sehr unterschiedliche Einschränkungen bei einzelnen Kunden. Die Gründe dafür seien sehr vielfältig und liegen oftmals gar nicht in der Verantwortung der Netzbetreiber. Meist lasse sich im Dialog zwischen dem Kunden und dem Technischen Kundenservice die Einschränkung beim TV-Empfang, der Internetnutzung oder der Telefonie beheben. Manchmal sei aber auch der Einsatz von Technik-Spezialisten vor Ort notwendig - teilweise mit aufwendigen Tiefbauarbeiten.

Die Kunden halten das für Ausreden. Denn erst am Mittwoch voriger Woche mussten Tausende Zittauer im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre gucken. Im Vodafone-Kabelglasfasernetz gab es lokale Einschränkungen, wie das Unternehmen bestätigte. Rund 6.400 Haushalte sind laut Vodafone betroffen gewesen. Sie konnten vorübergehend nicht das Kabel-TV empfangen. Die Ursache sei eine defekte Baugruppe in einer lokalen Betriebsstelle im Bereich Clara-Zetkin-Straße/Schillerstraße gewesen, heißt es vonseiten des Telekommunikationskonzerns. Nach wenigen Stunden war die Störung behoben und der TV-Empfang stand wieder vollständig zur Verfügung.

Vodafone bittet die betroffenen Kabelkunden zwar um Entschuldigung, dennoch steigt der Unmut. Denn die Störung vom Sonntag ist die mittlerweile neunte im Vodafone-Netz – seit Anfang des Jahres, wie Frank Schwarz bei Facebook berichtet. Eine Anwohnerin der Dr.-Allende-Straße, die ungenannt bleiben will, kann das nur bestätigen. Vor fünf Wochen sei der Bildschirm bis in den Abend schwarz geblieben, berichtet sie. Danach traten alle paar Tage Probleme auf - mal war nur der Fernsehempfang betroffen, ein anderes Mal auch das Telefon.

Bei anderen Netzbetreibern gibt es laut Aussage mehrerer Facebook-Nutzer keine oder nur ganz wenige Probleme.

Direkt an Netzanbieter wenden

Bei der Störung am dritten Februar-Wochenende waren keine großen baulichen Maßnahmen erforderlich. Nach dem Wechsel auf ein Ersatzgerät war die Störung im Kabelglasfasernetz behoben. Für die Kunden war es dennoch ärgerlich. Beinahe das ganze Wochenende funktionierten bei etwa 1.500 Kunden weder Internet noch Telefon. Bei einigen Kunden gab es zudem stundenlange Einschränkungen beim TV-Empfang.

Nur fünf Tage später, am 26. Februar, haben sich Mieter der Zittauer Wohnbaugesellschaft (WBG) gemeldet und erneute Probleme gemeldet, wie Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke berichtet. Betroffen seien an diesem Tag Bewohner der Innenstadt sowie aus Zittau-Süd und Zittau-Nord gewesen. Es liege die Vermutung nahe, dass diese Einschränkungen mit dem Großausfall einige Tage zuvor zu tun hatten.

Die WBG kann die Beschwerden aber auch nur weiterleiten. Besser ist es, auftretende Störungen gleich an Vodafone zu melden. Dafür steht der Kundendienst telefonisch unter der Nummer 0800 172 1212 zur Verfügung. Alternativ können Störungen auch über die Vodafone-Webseite gemeldet werden, weist Pressesprecherin Heike Koring hin.

Die Kunden müssen sich aber nicht damit zufriedengeben, die Störungen nur weiter zu melden. Es besteht auch die Chance auf Ausgleichszahlungen für den digitalen Lockdown. Dies sei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der individuellen Verträge der Kunden geregelt.

Der stundenlange Ausfall vom 20. bis 22. Februar war aber auch nicht der erste Störungsfall bei Vodafone. Im Raum Ebersbach waren einige Tage zuvor ebenfalls Tausende Kunden betroffen - wie schon einige Male davor. Und am 2. Februar konnten Vodafone-Kunden aus Zittau, Eichgraben, Pethau und Olbersdorf weder im Internet surfen, noch Fernsehen schauen. Gerade in Zeiten von Home-Office und Home-Schooling sorgte der Netzausfall für reichlich Ärger bei den Kunden.

Auch Gabriele Berndt hofft, dass die ständigen Ausfälle bald abgestellt werden. Denn Fernsehen gehöre zur Lebensqualität und gerade in Corona-Zeiten sei es oft die einzige Möglichkeit, am Leben teilzunehmen, findet die Zittauerin.

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