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Bollwerk gegen die asiatische Cholera

1831 grassierte jenseits des Zittauer Gebirges eine furchtbare Seuche. Die Grenze durfte nur mit Gesundheitspässen passiert werden.

Cholera kann dort auftreten, wo hygienische Bedingungenschlecht sind - und es an sauberem Trinkwasser mangelt
Cholera kann dort auftreten, wo hygienische Bedingungenschlecht sind - und es an sauberem Trinkwasser mangelt © ZB

Wie Corona begann vor 190 Jahren der Name einer anderen furchtbaren Pandemie auch mit C: 1831 grassierte im böhmisch-sächsischen Grenzgebiet die Cholera. Dabei handelte es sich um die sogenannte asiatische Cholera, die vor allem in den Orten jenseits des Zittauer Gebirges zahlreiche Opfer forderte.

Die Behörden versuchten, mannigfaltige Vorkehrungen zu treffen. Im „Handbuch der Geschichte von Zittau“ von Christian Adolph Pescheck kann man darüber nachlesen: „Schon am 12. Juni kam hier eine Oberamtsregierungs-Verordnung an, durch welche auf Antrag der preußischen Regierung ein Gränzcordon (polizeiliche oder militärische Absperrung) zwischen Böhmen und Sachsen gezogen ward.“ Demnach durften Reisende aus Böhmen nur mit Gesundheitspässen und allein in Lückendorf, Seifhennersdorf und Neu-Gersdorf passieren. Reichenau und Ullersdorf bekamen Grenzkommandos. Am 18. Juni wurde die Straße bei der Zittauer Papiermühle mit einem Gitter geschlossen.

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Zur Gewährleistung dieser Grenzkontrollen wurden Einwohner anliegender Gemeinden dienstverpflichtet. Vom 19. Juni bis 19. September mussten zum Beispiel Bertsdorfer nach Jonsdorf, um an der dortigen Grenze zeitweilig Posten zu beziehen und das dort stationierte Militär zu unterstützen. Für den Ernstfall hatte man vorsorglich das Zittauer Schießhaus als Lazarett eingerichtet. Allerdings hob man bereits am 5. September 1831 die strengen Absperrungen wieder auf, nachdem eine Kommission aus Ratsherren und Ärzten das für vertretbar gehalten hatte.

Der Erreger überschritt also zum Glück die Grenze nicht, so dass die besonders gefährdete Oberlausitz verschont blieb. Dreimal habe allerdings akute Gefahr bestanden, berichtete Pescheck, da sich erkrankte Personen im Umkreis von einer Meile zur Stadt Zittau befunden hätten.

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