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Hilferuf einer Friseurmeisterin

Die Salons von Susanne Leyer auf dem Eigen, in Ostritz und Görlitz sind zwangsweise zu. Sie hat keine Einnahmen, aber hohe Kosten. Nun schlägt sie Alarm.

Susanne Leyer in ihrem erst vor Kurzem eröffneten Friseursalon in Schönau-Berzdorf.
Susanne Leyer in ihrem erst vor Kurzem eröffneten Friseursalon in Schönau-Berzdorf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de (Archiv)

Die Friseursessel sehen noch ganz neu aus. Nur wenige Kunden haben bisher darauf gesessen. Erst am 8. Dezember hatte Susanne Leyer den Salon in Schönau-Berzdorf eröffnet. Eine Woche später war er schon wieder zu - unfreiwillig. Bundesweit mussten die Friseure wegen des Corona-Lockdowns schließen.

Seit vier Wochen hat Susanne Leyer keinen Kamm und keine Schere bewegt. "So lange bin ich und meine Firma ohne Einnahmen", sagt sie. Gleichzeitig fallen aber Fixkosten für Miete, Krankenkasse, Rentenversicherung und anderes mehr an - auf etwa 10.000 Euro belaufen sich diese im Monat. "Da fragt niemand, wie man das finanziell stemmen soll", ist die Friseurmeisterin verärgert.

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Bisher tut sie es aus privaten Rücklagen und durch die Unterstützung der Familie. Doch einen solchen Betrag schüttelt man nicht aus der Tasche, sagt Susanne Leyer. Denn viel ansparen, könne niemand in ihrer Branche, fügt sie hinzu. Auch wegen der Preise, die gerade im ländlichen Raum nicht zu hoch sein dürfen.

Kreishandwerkerschaft soll helfen

Mit einem öffentlichen Hilferuf wandte sich die Friseurmeisterin, die insgesamt drei Salons in Schönau-Berzdorf, Ostritz und Görlitz-Königshufen betreibt, deshalb nun an die Kreishandwerkerschaft Görlitz. Sie soll sich, so ihre Forderung, dafür einsetzen, dass der Staat umgehend Hilfe leistet. Der Bund beschloss zwar, die vom Corona-Lockdown betroffenen Betriebe zu unterstützen, doch Geld hat Susanne Leyer bis jetzt noch keines bekommen.

Lange warten kann sie nicht mehr - denn jeden Tag fallen weitere Kosten an. Deshalb solle der Staat Voraus-Abschlagszahlungen ausreichen, um die Liquidität der Unternehmer zu gewährleisten. "Denn, wer bitte in unserer Branche hat einen ewig langen Atem?" Sie spricht damit offen aus, was die meisten Friseure denken.

Während des erstes Corona-Lockdowns im Frühjahr konnte die Soforthilfe relativ unproblematisch beantragt werden und wurde auch schnell ausgezahlt, berichtet die Schönau-Berzdorferin.

Dieses Mal ist es anders. Für den Dezember erhält sie keinen finanziellen Ausgleich. "Da wir im Monat Dezember alle Kunden mit Friseurdienstleistungen glücklich gemacht haben, gibt es keinen Umsatzrückgang zum Vorjahr 2019", erklärt sie. In den letzten beiden Tagen vor der Zwangsschließung am 16. Dezember arbeiten sie und ihre Mitarbeiterinnen in den Salons in Schönau-Berzdorf und Görlitz-Königshufen von 8 bis 21 Uhr. "Dennoch war es nur ein halber Monat, das heißt, es wäre noch vieles gekommen", findet Susanne Leyer.

Beantragung erst im Februar

Die Überbrückungshilfe für Januar könne erst im nächsten Monat über ihr Steuerbüro beantragt werden, sagt die Friseurmeisterin. Und dann heißt es noch mal warten, bis die Summe ausgezahlt wird. Bis dahin muss sie weiter privates Geld "reinbuttern".

Das gilt im Übrigen auch für das Kurzarbeitergeld ihrer sieben Mitarbeiter. Es ist zwar beantragt und auch bewilligt, aber sie muss erst mal in Vorkasse gehen und bekommt es später zurück. Bis jetzt sei noch nichts angekommen.

Für sie selbst gibt es keinen Ausgleich des entgangenen Unternehmerlohnes. Dabei habe sie auch private Kosten, klagt Susanne Leyer. Hinzu kommt, dass sie auch Kredite für die jüngsten Investitionen abstottern muss. In das neue Friseurgeschäft in Schönau-Berzdorf mit seinen fünf Frisierplätzen hat sie immerhin 15.000 Euro gesteckt. Auch im Salon Görlitz No.3 erfolgten im November Modernisierungsmaßnahmen im Umfang von 4.000 Euro.

Inzwischen zog sie erste Konsequenzen. Ihre Miete stundete sie sich kurzerhand selbst. Vorerst zahlt sie nur die Nebenkosten. Dass ihr die Läden deswegen gekündigt werden, glaubt sie nicht. "Meine Vermieter wissen, dass ich eine gute Mieterin bin", meint Susanne Leyer.

Sie hofft, dass sich wenigstens nach dem 7. Februar die Türen ihrer Salons wieder öffnen dürfen. Andernfalls seien die Konsequenzen nicht abzusehen. Das könnte die Schließung einzelner Friseurgeschäfte bis hin zur Insolvenz des gesamten Unternehmens bedeuten.

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