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Digades an Corona-Projekt beteiligt

Zittaus Elektronikspezialist liefert Geräte, mit denen Infizierte und deren Kontakte schneller ermittelt werden können. Das soll bei Lockerungen helfen.

Die Firma Digades aus Zittau ist an der Entwicklung eines Geräts beteiligt, mit dem Corona-Infizierte und deren Kontaktpersonen zielgerichteter ermittelt werden können. Es soll nun getestet werden.
Die Firma Digades aus Zittau ist an der Entwicklung eines Geräts beteiligt, mit dem Corona-Infizierte und deren Kontaktpersonen zielgerichteter ermittelt werden können. Es soll nun getestet werden. © Matthias Weber

Wie können größere Veranstaltungen wieder stattfinden, Theater, Kinos und Museen geöffnet werden, ohne dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen dadurch signifikant steigt. Diese Frage stellen sich derzeit viele Politiker. Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg, denkt darüber aber nicht nur nach, er will auch einen Praxistest in seiner Stadt machen – und bekommt dabei Unterstützung aus Zittau. Der Elektronik-Spezialist Digades steuert als Teil des Konsortiums "ok2work" für das Pilotprojekt Geräte bei, mit dem Corona-Positive zielgerichteter ermittelt werden können. "Seit einigen Tagen wissen wir, dass wir dabei sind", sagt Christoph Lebelt, der bei der Digades GmbH das Projekt betreut.

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Schon Ende vorigen Jahres war das Zittauer Unternehmen an einem Feldtest in der mittelsächsischen Kleinstadt beteiligt. Damals wurde der sogenannte Corona-Warn-Buzzer auf Funktionalität geprüft. Das System soll nun weiterentwickelt und getestet werden. Ziel ist es, eine Lösung zur intelligenten Kontaktnachverfolgung zu finden, um damit auch die Gesundheitsbehörden zu entlasten.

Derzeit werden bei positiv Getesteten die Kontakte noch manuell verfolgt. Wer hatte mit der betroffenen Person Kontakt? Diejenigen müssen dann angerufen oder anderweitig kontaktiert werden. Das alles soll mit dem neuen Warnsystem einfacher werden.

Nicht mehr alle Besucher in Quarantäne schicken

Bei dem Pilotprojekt in Augustusburg erhalten beispielsweise die Besucher des dortigen Schlossmuseums während ihres Aufenthaltes ein Gerät, mit dem nachverfolgt werden kann, wer wem und wie nahe gekommen ist und auch wie lange. Mittels der elektronischen Eintrittskartennummer können die Kontakte auf konkrete Personen eingeschränkt werden. Mit dem Vorteil, dass man nach einem Infektionsfall nicht mehr alle anderen Besucher - im Schlossmuseum Augustusburg sollen gleichzeitig 70 bis 80 Besucher hineingelassen werden - in vorsorgliche Quarantäne schicken müssen. Besucher, die mit der infizierten Person eine als riskant eingestufte Begegnung hatten, können gezielt identifiziert werden – im Idealfall betrifft es nur ein Bruchteil der Gäste.

Die Eintrittskarten der Besucher werden dafür bei Eintritt wie auch beim Verlassen des Museums eingescannt. So kann der Zeitraum, in dem der jeweilige Besucher in der Einrichtung unterwegs war, genau eingeschränkt werden.

Die Kontakte des positiv Getesteten außerhalb der Einrichtung müssen weiterhin auf bisherige Weise ermittelt werden.

So sieht der Corona-Warn-Buzzer aus, der nun software-seitig weiterentwickelt wird, um eine temporäre Nutzung durch verschiedene Träger zu ermöglichen.
So sieht der Corona-Warn-Buzzer aus, der nun software-seitig weiterentwickelt wird, um eine temporäre Nutzung durch verschiedene Träger zu ermöglichen. © digades

Mit Corona-Warmsystemen ist die Firma Digades bisher nicht in den Vordergrund getreten. Sie hatte vor allem Funksysteme an Automobilhersteller geliefert. Nachdem die Automobilbranche aufgrund der Corona-Pandemie mit Absatzeinbrüchen zu kämpfen hatte, mussten sich auch Zulieferer wie eben Digades nach neuen Absatzfeldern umschauen. Als Systemdienstleister im Bereich Elektronik lag die Entwicklung eines elektronischen Corona-Warngerätes nahe.

Durch die bereits seit Jahren gute Vernetzung des Unternehmens in der sächsischen Wissenschafts- und Unternehmenslandschaft wurde Digades schnell in die Umsetzung der Ideen für den Corona-Warn-Buzzer und die nun hier getestete Anwendung "ok2work" eingebunden. "ok2work" ist ein Konsortium aus neun Unternehmen und Forschungsinstituten aus dem In- und Ausland, das bereits seit dem Frühjahr 2020 an Lösungen für die Corona-Pandemie arbeitet.

Über Bluetooth misst das Gerät den Abstand und überträgt die Daten dann über das Mobilfunknetz. "Von der Technik passt es zu uns", meint Christoph Lebelt. Die Idee zu dem neuartigen Corona-Warngerät gab es laut seinen Angaben schon seit dem Frühjahr 2020. Es sei auch schon länger einsatzbereit gewesen, meint der Digades-Mitarbeiter. Allerdings brauchte es erst Politiker wie Dirk Neubauer, die dem Gerät eine Chance geben. "Die Vorarbeit hat sich jetzt ausgezahlt", sagt Lebelt. Die Hardware, die im Dezember getestet wurde, müsse nun etwas anders programmiert werden. Es sei nur ein minimaler Anpassungsaufwand notwendig.

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