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30 Jahre Digades: Wie's um das Unternehmen steht

In Kittlitz gegründet und seit Jahren in Zittau tätig ist der Automobil-Zulieferer inzwischen zu einem Weltmarktführer geworden. Eine turbulente Geschichte.

Familie Berger bei der Grundsteinlegung des Digades-Entwicklungszentrums in Zittau: Mutter Kerstin, Vater Lutz mit den Söhnen Sascha (links) und Tim.
Familie Berger bei der Grundsteinlegung des Digades-Entwicklungszentrums in Zittau: Mutter Kerstin, Vater Lutz mit den Söhnen Sascha (links) und Tim. © digades

Digades durchlebt aktuell unruhige Zeiten. Chipkrise und Corona verlangen dem Zittauer Unternehmen einiges ab. Bisher konnte sich der Automobil-Zulieferer aber gut behaupten. "Wir haben die Unternehmensprozesse mit unseren Mitarbeitern so angepasst, dass wir schnell auf Marktänderungen reagieren und so weiter optimistisch in die Zukunft blicken können", berichtet Sascha Berger.

Er leitet mit seinem Bruder Tim seit März 2021 das Unternehmen allein, nachdem Vater Lutz die Funktion im März aufgab. Er bleibt seinen Söhnen aber weiter als Gesellschafter und Beiratsmitglied erhalten, genauso wie dessen Frau Kerstin in der Geschäftsleitung sowie als Prokuristin des Familienunternehmens.

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Das kann inzwischen auf eine 30-jährige Geschichte zurückblicken. Nach der Wende gründete Lutz Berger mit anderen die damals nach eigenen Worten "unscheinbare Firma", die ihre Anfänge in der Bahnhofstraße 24 in Kittlitz hat.

Schon ein Jahr danach brachten die Funktechnik-Ingenieure ihr erstes Produkt auf den Markt, ein vielseitig einsetzbares Datensende- und Empfangsmodul. Eine Reifendruckkontrolle für Pkw und Lkw, Infotainment-Fernbedienungen für Luxus-Autos, zahlreiche Standheizungs-Funkfernbedienungen, der Umzug nach Zittau sowie der Bau einer eigenen Fertigungshalle folgten. Digades wuchs zum "Hidden Champion" und Weltmarktführer im Bereich von Fernbediensystemen zur Fahrzeugklimatisierung heran. Mittlerweile beliefert der Elektronikhersteller fast alle europäischen Automobilmarken.

Um der Nachfrage gerecht zu werden, erweiterte das Unternehmen seinen Hauptsitz in Zittau um weitere Produktions- und Entwicklungsflächen. Mittlerweile hat es auch Standorte in Nordhausen und Dresden.

Seit 2011 führte Lutz Berger Digades als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. Bereits im Mai 2018 übernahm Sohn Sascha als gleichberechtigter Geschäftsführer Aufgabenbereiche seines Vaters.

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Im Frühjahr 2020 musste Digades seine Mitarbeiter coronabedingt in Kurzarbeit schicken. Das Unternehmen bedankte sich aber später mit Prämien-Zahlungen. Die Firma setzt laut eigenen Angaben auf ein verantwortungsvolles, agiles Team. Selbst in diesen schwierigen Zeiten könnten so gewohnte Strukturen durchbrochen werden, meint Tim Berger. "Um sich am Markt langfristig zu behaupten ist es wichtig, anpassungsfähig zu sein, auch mal Neues zu wagen." Man sei stolz auf das gemeinsam Erreichte. Und das Familienunternehmen fährt mit dieser Strategie zahlreiche Erfolge ein: Die Auftragsbücher für die kommenden Jahre füllen sich bereits. (SZ)

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