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Online-Handel boomt - Krusekopf baut an

Das 125 Jahre alte Hirschfelder Unternehmen investiert in Corona-Zeiten und stellt Mitarbeiter ein. Inzwischen ist auch die fünfte Generation dabei.

Carmen und Thomas Krusekopf halten trotz Online-Boom auch an ihren Geschäften wie dem "La Fleur" auf der Frauenstraße in Zittau fest. Ihre Tochter Emily arbeitet seit Januar mit im Unternehmen.
Carmen und Thomas Krusekopf halten trotz Online-Boom auch an ihren Geschäften wie dem "La Fleur" auf der Frauenstraße in Zittau fest. Ihre Tochter Emily arbeitet seit Januar mit im Unternehmen. © Matthias Weber (Archiv)

Täglich kommen Produkte dazu, täglich verschwinden welche. Ob Geschenk-, Deko- oder Lifestyle-Artikel: Rund 6.000 hat die Hals-ueber-Krusekopf GmbH aus Hirschfelde ständig verfügbar, die im eigenen Online-Shop angeboten werden. Schon seit Jahren ist das digitale Geschäft der Umsatztreiber des vor 125 Jahren als Gärtnerei gestarteten Familienunternehmens, das auch drei Blumenläden betreibt. Während viele Geschäfte geschlossen bleiben müssen, hat die Corona-Zeit seinem Online-Handel noch einmal einen kräftigen Schub gegeben: Einen 60 Prozent höheren Verkauf verzeichnet Geschäftsführer Thomas Krusekopf. Einige 10.000 Kunden bestellen regelmäßig - und das europaweit.

Von Kurzarbeit blieben seine Beschäftigten somit nahezu verschont. Wer bisher in den Läden tätig war, hat Urlaub genommen, Überstunden abgebaut und im digitalen Geschäft mitgeholfen. Nur zwei Frauen mussten der Kinder wegen zu Hause bleiben. "Es war wichtig, eine positive Prognose zu geben," so der 58-Jährige. Und die ist so positiv, dass der Geschäftsführer im Januar sogar noch zwei Mitarbeiter eingestellt hat. Eine davon: Tochter Emily. Sie hat dafür ihren Job bei einer Bank in Dresden gekündigt, wohnt mit ihrem Partner inzwischen in Zittau. Beide stammen aus Hirschfelde. Dort soll die Tochter nun alle Stationen in der Firma durchlaufen. Dazu gehören Buchhaltung, Kundendienst, Auftragsbearbeitung und Marketing. "Die Zusammenarbeit macht außerordentlich viel Spaß", sagt Thomas Krusekopf, der wie seine Frau Carmen glücklich über die Entscheidung ist - aber noch lange nicht ans Aufhören denkt.

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Allerdings stößt der Firmensitz in Hirschfelde inzwischen an räumliche Grenzen, immerhin läuft von dort die gesamte Logistik. "Wir brauchen mehr Platz, um die Ware aufbereiten zu können", sagt der 58-Jährige. Deshalb investiert er einen sechsstelligen Betrag in einen Neubau auf dem Grundstück, der über 400 Quadratmeter mehr Lager- und Bürofläche bietet. Diesen Freitag legt der Geschäftsführer den Grundstein dafür. Dann will er in eine Kapsel neben einer Ausgabe der Sächsischen Zeitung, Dokumenten zur Firmengeschichte, einer Publikation vom Zittauer Museum sowie einem Mund-Nasen-Schutz einen persönlichen Brief hineinstecken. "Vielleicht freuen sich Nachfahren darüber zu erfahren, was in dieser Zeit passiert ist", so der Geschäftsführer. Bis September soll das Gebäude dann fertig sein.

So sieht der Neubau am Firmenstandort in Hirschfelde aus.
So sieht der Neubau am Firmenstandort in Hirschfelde aus. © Oliver Johne

Auch in seine Blumenläden - wie am Rathausplatz und in der Frauenstraße - hat Thomas Krusekopf in den vergangenen Jahren immer wieder investiert. Der stationäre Handel sei wichtig für lebendige Innenstädte. Und irgendwann gebe es auch eine Zeit nach Corona. Eine, über die sich nach seiner Auffassung jetzt aber schon Gedanken gemacht werden sollte. Beispielsweise über Regeln zu Gestaltungen und Gebühren, die Einzelhändler betreffen. "Sonst wird es eng für viele." Für ihn sind die Städte der Zukunft auch keine reinen Verkaufsstraßen mehr, sondern Entertainment-Zonen. Je eher man sich darauf einstelle, desto besser seien die Chancen, dass sich Einzelhandel halte und neuer ansiedele. Das Zittauer Publikum jedenfalls sei ein sehr aufgeschlossenes, treues und dankbares. Die persönliche Komponente in so einer kleinen Stadt mache den Charme aus. Gründe, warum Thomas Krusekopf am stationären Handel festhält. "Durch das Online-Geschäft holen wir uns die Kraft dafür", sagt er.

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