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Gibt es jetzt mehr Falschparker?

Seit der Schließung der Zittauer Hauptpost strömt alles zum neuen Post-Shop in der Reichenberger Straße. Droht deshalb ein Parkchaos?

Viele Fahrzeuge parken vorschriftswidrig auf der Reichenberger Straße.
Viele Fahrzeuge parken vorschriftswidrig auf der Reichenberger Straße. ©  Rafael Sampedro

Der Kleinwagen bremst ab und hält in Höhe des Post-Shops an. Die Fahrerin steigt aus und verschwindet in dem kürzlich eröffneten Postladen auf der anderen Straßenseite. Nach ein paar Minuten kommt sie wieder heraus und wenig später rauscht der Wagen die Reichenberger Straße in Richtung Stadtring. Diese Szene hat sich in den vergangenen Tagen immer wieder so oder ähnlich abgespielt.

Was auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich erscheint, hat dennoch einen Haken. Denn dort, wo die Fahrzeuge anhalten, darf eigentlich nicht geparkt werden. Gegenüber des neuen Post-Shops auf der Reichenberger Straße gilt ein Parkverbot - die öffentliche Parkzone beginnt etwa 20 Meter weiter. Doch viele Autofahrer ignorieren das Verbot. Man wolle doch nur schnell ein Paket abholen oder abgeben, heißt es abwehrend.

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Situation wird unterschätzt

Droht der Reichenberger Straße nach der Schließung der Hauptpost auf dem Haberkornplatz nun ein Parkchaos? Diese Frage hatten sich Mitarbeiter der Stadt und Stadträte bereits im Dezember gestellt, als über die finanzielle Unterstützung für den neuen Post-Shop beraten und beschlossen wurde. Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) bezweifelte damals, dass alle bedacht haben, was mit der Ansiedlung in der Reichenberger Straße verbunden sei. Die Post würde die Situation unterschätzen, so seine Vermutung.

Die Befürchtungen scheinen sich nun zu bewahrheiten. Dabei ist Falschparken gar nicht nötig, so der Eindruck der Stadtmitarbeiter. Die öffentlichen Parkplätze sind in den vergangenen Tagen nur selten voll belegt gewesen. "Der gebührenpflichtige Parkplatz auf der rechten Seite stadtauswärts war mit einem einzigen Fahrzeug belegt, alle anderen Plätze waren frei", beschreibt Stadtsprecher Kai Grebasch die Situation, die sich bei einem Vor-Ort-Termin am Montag offenbarte. Das gleiche Bild habe sich auch am Dienstag geboten. Die SZ hat die Aussagen überprüft, mit dem Ergebnis, dass am Dienstagnachmittag gegen 16.30 Uhr mehr als die Hälfte der Parkplätze frei war.

Trotzdem haben während des gut 20-minütigen Vor-Ort-Termins einige Autos die Postfiliale angesteuert und in der Parkverbotszone noch vor dem Parkplatz geparkt, so Kai Grebasch weiter. Selbst die Tatsache, dass zwei uniformierte Kollegen vor Ort waren und auch die Ansprache durch den Leiter des Zittauer Bürgeramtes hinsichtlich des ordnungswidrigen Verhaltens und der Hinweis auf die freien Parkplätze sei von den betroffenen Verkehrsteilnehmern mit Unwillen quittiert worden. "Die Antworten sind kaum zitierfähig", so der Stadtsprecher.

Wiederholt blockierte in den vergangenen Tagen ein Postfahrzeug den linken Gehweg vor dem Post-Shop vollständig, um eine Vielzahl von Paketen auszuladen.

Auch in der Poststelle im Zittauer Rewe-Center ist ein deutlich stärkerer Andrang seit der Schließung der Hauptpost zu verspüren, wie Mitarbeiter berichten. Vor dem Rewe-Center an der Hochwaldstraße ist die Parksituation deutlich entspannter, was einige Kunden auch veranlasst, dort nun die Postdienstleistungen zu nutzen.

Kann die Parkzone verlängert werden?

Verstärkt kontrollieren werden die Ordnungshüter in der Reichenberger Straße aber nicht, teilt Grebasch mit. Bisher gebe es dafür keinen speziellen Auftrag. Die Überprüfung erfolge im Rahmen der üblichen Streifentätigkeit. "Allerdings liegt die Reichenberger Straße im Nahbereich des Ordnungsamtes und es kann zu stärkerer Präsenz von Bediensteten kommen als in anderen Bereichen der Stadt", weist Zittaus Pressesprecher hin.

Kann die Parkzone nicht einfach um ein paar Meter verlängert werden? Um genau das zu prüfen, habe es am Montag den besagten Ortstermin mit Vertretern der Verkehrsbehörde, der Feuerwehr und des Ordnungsamtes gegeben. Eine Ausweitung der Parkzone wird es nicht geben. "Die erforderliche Aufstellfläche für die Feuerwehr zur Gewährleistung des zweiten Rettungsweges über die Drehleiter für die Wohnhäuser ist dann nicht mehr gewährleistet", begründet Grebasch die Entscheidung. Außerdem reiche die verbleibende Fahrbahnbreite nicht mehr für den im Gegenverkehr zulässigen Radverkehr aus.

Die Anwohner der Reichenberger Straße mussten schon in der Vergangenheit immer wieder mit Falschparkern leben. So weichen beispielsweise an besonderen Einkaufstagen wie dem Bummelsamstag viele Autofahrer auf die Reichenberger Straße aus, weil hier an Wochenenden das Parken kostenlos ist.

Weil dort die Parkmöglichkeiten günstig sind, nutzen mehr Kunden jetzt auch den Postshop im Rewe-Center in Süd. Dort ist seit der Schließung der Hauptpost am Montag schon deutlich mehr Zulauf.

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