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Das muss Zittau in den Ortsteilen anpacken

Die Ortschaften haben große und kleine Wünsche an die Stadt. Auf deren Erfüllung warten sie manchmal schon seit Jahren.

Der Erhalt ihrer Schwimmhalle gehört für die Hirschfelder zu den Hauptanliegen.
Der Erhalt ihrer Schwimmhalle gehört für die Hirschfelder zu den Hauptanliegen. © Matthias Weber (Archiv)

Diskutieren konnten die Hirschfelder Räte über ihre Wünsche an die Stadt Zittau noch nicht - zuletzt waren zwei Sitzungen des Ortschaftsrates ausgefallen. Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW) hält sich deshalb zurück mit Aussagen. Die braucht es eigentlich nicht, die größten Wünsche der Hirschfelder sind ohnehin bekannt.

Da ist der Erhalt der Schwimmhalle. 2019 hat die Stadt ein Sparkonzept vorgelegt, in dem die Schließung der Halle vorgeschlagen wird. Nachdem fast eineinhalb Jahre das Thema ruhte, sollte kurz vor dem Jahresende das Schwimmhallen-Aus beschlossen werden. Sollte, aber wurde nicht. Denn der Hirschfelder Rat hatte sich wegen der Corona-Beschränkungen nicht getroffen und konnte so kein Votum abgeben. Durch den erneuten Ausfall des Ortschaftsrates im Januar wurde das Thema Schwimmhalle auch im letzten Stadtrat nicht behandelt. Die Hirschfelder wissen aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das geplante Schwimmhallen-Aus wird sie weiter beschäftigen.

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Aktuell bewegt die Hirschfelder ebenso das Ende ihrer Postfiliale. Nachdem am Freitag die Boutique am Markt für immer schloss, können die Hirschfelder dort keine Briefe und Pakete mehr abgeben oder abholen oder Briefmarken kaufen. Dafür müssen sie nun nach Zittau kommen. Vorerst, denn es gibt Bemühungen, einen anderen Unternehmer zu finden, der künftig die Postdienstleistungen anbietet.

Dittelsdorf: Sanierung Bachmauern hat oberste Priorität

Während die Wünsche der Hirschfelder überschaubar sind, haben die Nachbarn in Dittelsdorf bereits 2014 eine Maßnahmenliste erarbeitet, die nun für das aktuelle Jahr fortgeschrieben wurde. "Für uns steht die Problematik der Sanierung von Bachmauern an oberster Stelle", erklärt Ortsbürgermeister Christian Schäfer. So wird unter anderem die Sicherung und Sanierung der Stützmauern entlang des Dittelsdorfer Wassers und des Ziegelscheunenbaches im Bereich des Sportplatzes und am Grundweg gefordert.

Darüber hinaus gelte es, so der Ortschef, weitere Wege und Straßenabschnitte in der Ortschaft zu sanieren. Dazu gehöre beispielsweise die Straße Am Gebirge. "Weiterhin sind Maßnahmen für einen Hochwasserschutz der Ortschaft erforderlich", erklärt Schäfer. Das Augenmerk liege dabei vor allem auf dem Bereich des Viebigs. Er erinnert an das Hochwasser 2011. Es jährt sich jetzt zum 10. Mal - ohne das seitdem viel passiert sei, um eine erneute Katastrophe zu verhindern.

Hinsichtlich der Wünsche für 2021 gebe es noch keine verbindlichen Aussagen von der Stadt, so Schäfer. Es gebe aber Planungen für die Erneuerung von Bachmauern im Niederdorf.

Einen großen Wunsch kann ihnen die Stadt Zittau nicht erfüllen: Die Sanierung der Brücke am ehemaligen Gemeindeamt und des angrenzenden Abschnittes der Dorfstraße bis zum Gasthof. Denn sie liegt in der Verantwortung des Landkreises Görlitz. Seit über zehn Jahren gibt dazu Planungen und Gespräche. Die Maßnahme wurde aber von Jahr zu Jahr verschoben. "Der Zustand des Bereiches birgt Gefahren", warnt Schäfer.

Eichgraben: Gemeindezentrum muss saniert werden

Auch die Eichgrabener kämpfen seit Jahren für einzelne Vorhaben. "Unser immer gleicher Wunsch ist die Sanierung des Gemeindezentrums", teilt Ortsbürgermeister Sven Ehrig (FDP) mit. Seit ungefähr einem Jahr sei der Raum für die Sitzungen des Ortschaftsrates und der Vereine wegen massivem Schimmelbefall gesperrt. "Mittlerweile fällt auch der Außenputz des Gebäudes ab", beschreibt der Ortschef die Situation. Der vor einigen Jahren nachträglich aufgebrachte Sanierungsputz am Gebäudeteil, der von der Feuerwehr genutzt wird, löse sich ebenfalls auf.

Der bisherige Sitzungsraum des Ortschaftsrates werde auch dringend für die stetig wachsende Jugendfeuerwehr gebraucht, mahnt Sven Ehrig. Außer verbalen Willensbekundungen sei bisher nichts passiert, kritisiert er. "Wenn das die nächsten Jahre so weitergeht, fault uns das Gebäude regelrecht von unten weg", so Ehrig.

Schlegel: Jugendclub braucht neues Domizil

Auch die Schlegler Ortschaftsräte haben mehrere Wünsche. So sollte der Jugendclub bei der Suche nach einem neuen Domizil unterstützt werden, fordern zwei der jüngeren Räte. Darüber hinaus sollten die Wasserqualität des Schlegler Teiches verbessert und sanitäre Anlagen für die Feuerwehr gebaut werden.

Einen neuen Lebensmittelmarkt wünschen sich die Räte ebenso. Der bisherige, kleine Dorfladen ist vor einigen Wochen geschlossen worden. Aus Sicht der Räte würde ein neuer Markt die Lebensqualität im Ort wieder erhöhen. Das gilt auch für das Spartenheim, das seit dem Frühjahr geschlossen ist. Die Stadt fand in der Zwischenzeit einen neuen Pächter. Der aktuelle Corona-Lockdown verhindert bisher einen Neustart.

Hartau: Spielplatz ist Herzensangelegenheit

Für die Hartauer ist vor allem die Fertigstellung des Spielplatzes am Birkenhof wichtig. "Dieses Projekt ist für uns als Ortschaftsrat eine Herzensangelegenheit, um auch das Dorf für die jüngsten Bewohner und dessen Familien attraktiv zu gestalten, sowie zum Verweilen einzuladen", erklärt Ortsbürgermeisterin Carola Zimmer.

Des Weiteren soll der Hartauer Sportplatz verschönert werden. Dort sollen das Fußballfeld begradigt und das Spielfeld mit einem Ballfangnetz versehen werden. Auch ein paar Sitzgelegenheiten sollten angeschafft werden, damit der Sportplatz ebenso für Zuschauer ein Anziehungspunkt wird, sagt Carola Zimmer.

Wittgendorf: Festplatz herrichten

Die Herrichtung des Festplatzes im ehemaligen Bad ist für die Wittgendorfer die wichtigste Forderung an die Stadt Zittau. Im Blick haben sie dabei vor allem das 700-jährige Ortsjubiläum von Wittgendorf, das hier im kommenden Jahr steigen soll.

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