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Zittau ist Seniors Liebling

Laut einer Studie zählt die Stadt zu den bundesweit "Top 50" der seniorenfreundlichsten Städte - weit vor Görlitz.

Blick auf Zittauer Markt und Rathaus vom Aussichtsturm der Johanniskirche.
Blick auf Zittauer Markt und Rathaus vom Aussichtsturm der Johanniskirche. © Matthias Weber

Die Kreisstadt Görlitz galt schon zu Zeiten des Kaiserreichs als "Pensionopolis" - als beliebter Alterswohnsitz wohlhabender Ruheständler. Aber nun im 21. Jahrhundert sollte sich vielleicht Zittau anschicken, um die Gunst geldiger Zuzügler zu werben. Laut einer frisch vorgelegten Studie ist nämlich Zittau die seniorenfreundlichste Stadt weit und breit - und Görlitz landet in diesem Ranking nur unter "ferner liefen".

Das unter Mitwirkung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes herausgegebene Fachmagazin "Kommunal" hat für ein deutschlandweites Ranking rund 600 Städte auf ihre Seniorenfreundlichkeit hin untersucht und nun unter dem Titel "Das ist Deutschlands Seniorenparadies" veröffentlicht. Unter den Top 50 ist Sachsen darin eh überdurchschnittlich vertreten - im Landkreis Görlitz allerdings nur mit einer Kommune: Zittau auf Rang 36. Görlitz folgt erst auf Rang 186.

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Zittau stark in Gesundheitswesen und Kultur

Untersucht wurden 585 deutsche Mittelstädte. Laut dieser Studie ist Sachsen ohnehin Seniors Liebling. 73 Prozent der untersuchten Mittelstädte stuft die Studie hier als Seniorenparadies ein. Der deutschlandweite Topwert vor Thüringen (68), Mecklenburg-Vorpommern (57) und Bayern (46). Eines der Hauptkriterien für die Seniorenfreundlichkeit sind die Lebenshaltungskosten, insbesondere die Wohnkosten. Teure Mieten können sich viele nicht leisten, "weshalb die regionalen Wohnkosten die Lebensqualität massiv beeinflussen können", so die Studie. Herangezogen wurden zur Ermittlung der Wohnkosten die jeweiligen Baulandpreise.

Darüberhinaus sei das Wohnumfeld wichtig. "Ein Hinweis darauf, dass eine Stadt seniorenfreundlich ist, ist der Anteil der älteren Menschen in einer Stadt. Leben viele Rentner in einer Stadt, so ist davon auszugehen, dass sich eine Stadt gut auf die Bedürfnisse der älteren Menschen eingestellt hat", schreibt die Studie. Insbesondere in Kleinstädten sind die Menschen auf ein eigenes Auto angewiesen.

Entscheidend für die Seniorenfreundlichkeit ist laut der Studie auch die soziale Infrastruktur. Wo es etwa viele Geschäfte, Cafès und Restaurants gebe, hätten auch Senioren bessere Möglichkeiten zum sozialen Austausch. "Soziale Bindungen haben maßgeblichen Einfluss darauf, wie zufrieden Menschen sind", heißt es in der Studie. Die Anzahl der Beschäftigten in den Bereichen Gastronomie und Einzelhandel seien deshalb ein Indikator für eine Vielfalt der Angebote vor Ort. Da Senioren oft auch eingeschränkt mobil sowie auf Betreuung angewiesen sind, gilt die Anzahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in den Heimen als Hinweis darauf, wie stark dieser Bereich in der jeweiligen Kommune ausgebaut ist. Im Gesundheits- und Sozialwesen und außerdem im Kunst- und Kultursektor liegt die Zahl der Beschäftigten in Zittau deutlich über dem Schnitt der untersuchten Kommunen.

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