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Zittauer Tennis-Damen steigen auf

Die Nummer 1 ist dabei Zittaus neue Zahnärztin. Und die kann viel mehr als „nur“ toll Tennis spielen.

© SZ Thomas Eichler

Von Reiner Seifert

Riesenjubel beim Tennisclub Zittau-Weinau. Die Frauenmannschaft hat sich am Wochenende in den Aufstiegsspielen in die Verbandsliga gegen die Bezirksmeister aus Chemnitz und Leipzig durchgesetzt. Der TC Zittau-Weinau, Meister der Dresdner Bezirksliga, bezwang im Heimspiel am Sonnabend den Chemnitzer TC Küchwald mit 6:3 und ließ am Sonntag ein souveränes 7:0 in Torgau folgen.

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Das Spiel am Sonnabend stand dabei lange auf Messers Schneide. In den sechs Einzelspielen punkteten Christiane Slansky, Melanie Liersch und die Polin Natalia Lewinska, während sich Heike Pursche in zwei sowie Klaudia Witas und die 17-jährige Gina Knötschke in drei Sätzen geschlagen geben mussten. Beim Spielstand von 3:3 mussten die Doppel über Sieg und Niederlage entscheiden. „Das verspricht spannend und eng zu werden. Zwei Doppel müssen wir schon gewinnen“, hofften nicht nur die Zuschauer. Spannend machte es aber nur das Doppel Slansky/Pursche im ersten Satz (7:6), um anschließend den zweiten mit 6:0 zu gewinnen. Überraschend deutlich entschieden auch die Doppel Liersch/Witas (6:1, 6:0) und Natalia und Kamila Lewinska (6:2, 6:0) die Matches zu ihren Gunsten. Da Torgau gegen Chemnitz bereits mit 2:7 verloren hatte, konnte Zittau am Sonntag mit einem Sieg den Aufstieg perfekt machen Christiane Slansky (6:3, 6:2), Heike Pursche (6:4, 6:2), Natalia Lewinska (6:0, 6:0), Melanie Liersch (6:0, 6:0), Klaudia Witus (6:0, 6:0) und Kamila Lewinska (6:2, 6:0) fackelten auch nicht lange und fegten ihre Einzel-Gegnerinnen mit 6:0 Punkten, 12:0 Sätzen und 72:14 Spielen förmlich vom Platz. Damit waren Spiel und Aufstieg in die Verbandsliga zugunsten von Zittau entschieden, die ausstehenden drei Doppel nur noch Formsache. Für beide Teams Grund genug, auf die Fortsetzung der Partie zu verzichten und damit auch dem einsetzenden Regen zu entgehen.

Riesenanteil an diesem tollen Erfolg hat Christiane Slansky. Die 29-jährige Olbersdorferin blieb in dieser Saison sowohl in den fünf Bezirksliga- als auch in den zwei Aufstiegsspielen ungeschlagen. Die Nummer eins des Zittauer Damenteams legte mit sieben Einzel- und sechs Doppelsiegen den Grundstein für den Bezirksmeistertitel und den Aufstieg in die zweithöchste sächsische Spielklasse. Christiane Slansky spielt seit ihrem siebenten Lebensjahr Tennis. Und das mit Erfolg, wie die zahlreichen Titel- und Medaillengewinne auf Landes- und Bezirksebene beweisen. Darüber hinaus stand sie einige Jahre in den Reihen der Regionalligisten in Magdeburg und Leipzig sowie beim TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz. Zu den Stärken der studierten Zahnärztin gehören ihre ausgesprochen sichere Spielweise und ihre Schnelligkeit, womit sie schon so mancher Gegnerin im sportlichen Sinne den Zahn gezogen hat.

Christiane Slansky genießt aber auch den Ruf einer Allrounderin, die neben Tennis weitere vier Sportarten betreibt. Mit drei, vier Jahren stand sie beim ASVL Waltersdorf bereits auf Skiern und raste den Lauschehang hinunter. Mehrere Sachsen-meistertitel im Slalom und Riesenslalom sowie zwei deutsche Meistertitel in der Ski-Tennis-Kombination holte sie ins Zittauer Gebirge. Neben Skiern und Tennisschlägern gehört auch das Mountainbike zu ihren Sportgeräten. Beim Oberlausitzer MTB-Marathon oder beim Bluestone-Bergzeitfahren gehörte sie schon mehrmals zu den Siegerinnen. Beim Zittauer Gebirgslauf steht sie ebenfalls in den Start- und Siegerlisten und belegte unter anderem zwei erste und zwei zweite Plätze über 17 Kilometer. Im Crosstriathlon spielt sie ihre Stärken auf der Mounbtainbike- und Laufstrecke aus, gewann dreimal in Folge die O-See Classic (1,1 km Schwimmen/30 km MTB/9 km Lauf) und wurde von den O-See-Triathleten für ihre Erfolge und ihr Engagement als erste Frau mit der „Beißerwade“ ausgezeichnet.

Nach der Geburt ihres Sohnes Jonathan im Vorjahr legte sie eine kurze Wettkampfpause ein, stand aber in dieser Saison wieder auf dem Tennisplatz, startete beim Zittauer Gebirgslauf und belegte bei der O-See Challenge auf Anhieb den dritten Platz. „Diese Vielseitigkeit macht mir viel Spaß, und ich werde mich auch zukünftig nicht auf eine Sportart festlegen“, sagt Christiane Slansky, die sich beruflich hingegen für eine „Disziplin“ entschieden hat, kürzlich ihre Promotionsarbeit einreichte und im Januar eine Zahnarztpraxis in Zittau eröffnet.

Das Damenteam vom TC Zittau-Weinau blieb in den fünf Meisterschaftsspielen der Bezirksliga Dresden mit 10:0 Punkten und 66:24 Sätzen ungeschlagen und verwies den USV TU Dresden auf den zweiten Platz. Neben Christiane Slansky trugen unter anderem auch die 26-jährige Melanie Liersch (4 Einzel/4Siege, 4 Doppel/4 Siege), die 25 Jahre ältere Heike Pursche (4/3, 4/3), die 19-jährige Polin Klaudia Witas (5/4, 5/4) und die 14-jährige Julia Müldener (3/2, 2/2) wesentlich zum Titelgewinn bei. Ähnlich wie die Zittauer Herren bilden auch die Damen ein „Team Dreiländereck“, das sich im Wesentlichen aus sieben Zittauerinnen, drei Polinnen und einer Tschechin zusammen-setzt. „Um uns zu verstärken, nutzen wir die unmittelbare Nähe zu unseren Nachbarn, ohne dabei den eigenen Nachwuchs zu vernachlässigen“, erklärt Michael Böhme das Anliegen des Vereins.