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Zittaus Besonderheiten

70 Mal hat die SZ sonnabends Eigenheiten der Stadt beleuchtet. Heute endet die Serie. Liebhaber der Reihe dürfen sich allerdings auf Weihnachten freuen,

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© dpa

Von Thomas Mielke

Das große Zittauer Fastentuch, die Bimmelbahn, die Blumenuhr, der Bürgersaal, das Dreiländereck – Zittau hat viel Außergewöhnliches zu bieten. Doch über diese bekannten Besonderheiten hinaus gibt es noch viele, viele mehr, die nicht so auffällig sind. Rund 1,5 Jahre lang hat die SZ diese „Zittauer Besonderheiten“ aufgespürt und sonnabends veröffentlicht.

Die Krokuswiese am Ring kennt jeder Zittauer, die Krokuswiese auf dem Frauenfriedhof, die an verstorbene Kinder erinnert, nicht.
Die Krokuswiese am Ring kennt jeder Zittauer, die Krokuswiese auf dem Frauenfriedhof, die an verstorbene Kinder erinnert, nicht. © SZ Thomas Eichler
Welcher Bahnhof hat schon ein Gleis 54 wie der Zittauer?
Welcher Bahnhof hat schon ein Gleis 54 wie der Zittauer? © Rafael Sampedro
Sogar einen Wasserfall gibt es: Im Ortsteil Rosenthal.
Sogar einen Wasserfall gibt es: Im Ortsteil Rosenthal. © Archivfoto: Hill
Fußgänger, Autos und Züge auf einer Brücke gibt es auch anderswo, aber eine Straßen-/Schienen-Kreuzung auf einer Brücke nur in Zittau.
Fußgänger, Autos und Züge auf einer Brücke gibt es auch anderswo, aber eine Straßen-/Schienen-Kreuzung auf einer Brücke nur in Zittau. © Bernd Gärtner
Das große Zittauer Fastentuch ist in seiner Art deutschlandweit einmalig. Weltweit gibt es nur noch 18 dieses Typs. Mit seiner Höhe von 8,20 Meter und seiner Breite von 6,80 Meter ist es das drittgrößte überlieferte überhaupt. Zudem hängt es in der größte
Das große Zittauer Fastentuch ist in seiner Art deutschlandweit einmalig. Weltweit gibt es nur noch 18 dieses Typs. Mit seiner Höhe von 8,20 Meter und seiner Breite von 6,80 Meter ist es das drittgrößte überlieferte überhaupt. Zudem hängt es in der größte © Mario Heinke
Deutschlands größtes Pop-Art-Kunstwerk steht in der Innenstadt.
Deutschlands größtes Pop-Art-Kunstwerk steht in der Innenstadt. © Matthias Weber

Die Autoren haben aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf Zittau geschaut. Zum Beispiel aus dem historischen. Dabei kam unter anderem wieder zutage, dass Zittau die erste Stadt in Sachsen war, die eine elektrische Weihnachtsbeleuchtung eingeführt hat. Oder, dass das erste sächsische Kraftwerk 1911 in Hirschfelde erbaut wurde und Strom in die Landeshauptstadt lieferte.

Viele Serienteile beschäftigten sich mit ganz banalen Alltagsfragen, die Zittauer Besonderheiten zur Antwort haben. Warum gibt es zum Beispiel in Zittau zwei Burgstraßen, eine Burgmühle und sogar einen Burgberg – aber keine Burg? Weil vermutlich vor vielen Hundert Jahren eine Burg in Zittau gestanden hat. Oder: Warum führen Schienen in das Haus der ehemaligen Eisenwarenhandlung Zscharn am Markt? Weil darauf ein Wagen fuhr, mit dem schwere Waren vom Pferdegespann oder dem Lastwagen in den Verkaufsraum transportiert wurden. Mit der Straßenbahn, die einst kurz durch Zittau rollte, hatten sie dagegen nichts zu tun.

Ebenso haben die Autoren Prozesse beleuchtet, die problemlos auch als Zittauer Besonderheit gelten dürfen. Da ist zum Beispiel der Kampf um den Bau eines Einkaufscenters in der Innenstadt – der inzwischen 22 Jahre dauert. Ein Ende ist auch heute noch nicht in Sicht. Oder das jahrzehntelange Ringen um die Fleischbänke mit all den Aufs und Abs.

Auch geografische und bauliche Besonderheiten der Stadt haben im Fokus gestanden. Der schnurgerade Verlauf der Mandau auf über 800 Metern durch Zittau ist zumindest in der Region einmalig. Eine Brücke wie die König-Albert-Brücke, unter der drei Wasserläufe aus oder in den Fluss, den sie überquert, fließen, gibt es sicher nicht überall. Und einen Nordpol hat auch nicht jede Stadt. Zittau schon – seit der Eingemeindung von Hirschfelde.

Nach 70 Folgen der „Zittauer Besonderheiten“ ist heute Schluss. Die SZ startet eine neue Serie, die ebenfalls wieder sonnabends veröffentlicht werden soll. Darin soll es um Orte, Gebäude, Menschen gehen, die jeder Zittauer aus dem Sprachgebrauch kennt, die aber abgerissen worden – beziehungsweise verstorben – sind. Wie Fuhrmann Hentschel, Kohlen-Buttig oder das Schlössel an der Stadtgrenze zu Eckartsberg. Wer Anregungen hat, meldet sich per Mail, Post oder Telefon bei der SZ. Und wen das Ende der bisherigen Serie schmerzt, der kann sich auf die Weihnachtszeit freuen. Dann bringt die SZ ein Buch mit den besten Folgen der „Zittauer Besonderheiten“ heraus.