merken

Zornigers Balljäger

Keine Niederlage, ein Gegentor, Platz zwei. Dass RB Leipzig derzeit die zweite Liga stürmt, liegt vor allem am Trainer.

© PICTURE POINT

Von John Hennig

Selbst nach dem 3:1-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig war Alexander Zorniger weiter engagiert. Mit seinem Kollegen Torsten Lieberknecht lieferte sich der Trainer von Aufsteiger RB Leipzig noch auf dem Feld einen Disput. Doch selbst diese kurze verbale Auseinandersetzung blieb respektvoll und sachlich.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Lieberknecht hatte moniert, dass RB Leipzig vor dem dritten Treffer den Ball nicht ins Aus spielte, obwohl ein Braunschweiger Spieler im Mittelfeld nach einem Zweikampf liegen geblieben war. „Es war ein Fehlverhalten von uns. Da möchte ich mich entschuldigen“, sagte Zorniger nach dem Spiel. Sicher auch in der entspannten Gönnerhaltung nach einer beeindruckenden Vorstellung seiner Mannschaft, die sich früh in der Saison als Aufstiegskandidat entpuppt.

Als Sportdirektor Ralf Rangnick vor zwei Jahren in Leipzig vorgestellt wurde, war es nur eine kleine Meldung, dass er Alexander Zorniger als Trainer mitbrachte. Den Schwaben kannten damals nur Experten. Und es wirkte auch so, als installiere Rangnick für die Regionalliga einen Platzhalter. Immerhin arbeitete Zorniger zuvor bei der SG Sonnenhof Großaspach, deren Gönner der Spielerberater Uli Ferber ist, dessen Firma auch Rangnick vertritt.

Doch die Verpflichtung des Jahrgangsbesten der Fußball-Lehrer-Ausbildung 2011/12 erwies sich als Glücksfall für das Leipziger Fußball-Projekt. Zorniger stieg mit RB Leipzig direkt zweimal auf. Wenn sich gegnerische Verantwortliche über RB äußern, tun sie das längst ausgewogen. Dem üblichen Verweis auf die besonderen Möglichkeiten bei dem von Red Bull finanzierten Verein folgen in der Regel anerkennende Worte für die Arbeit von Zorniger.

Auf dem Feld ist der Schwabe ein Verfechter des aggressiven Spiels gegen den Ball. Zorniger schätzt vor allem Balljäger, also harte Arbeiter ohne Ball, schon die Angreifer sollen die gegnerischen Abwehrspieler beim Spielaufbau stören. Tun sie das nicht, nimmt Zorniger keine Rücksicht auf Namen und wechselt selbst den kroatischen WM-Teilnehmer Ante Rebic bei seinem Debüt nach zwanzig Minuten wieder aus. Zorniger hat die Chance bei RB schon jetzt genutzt. Zudem verlängert eine Klausel seinen Vertrag bei jedem Aufstieg um ein Jahr. Durch den direkten Durchmarsch aus der vierten in die zweite Liga hat der 46-Jährige nun zwei Versuche für den Sprung in die Bundesliga. (dpa)